Danke Dir!Und nein! Absolut würde ich niemals sagen "Böser Hund" nur weil Hund andere Hunde in seinem Wohlfühlradius doof findet.
Ich hab ja selbst so einen *hüstel*
UND ich bin der Meinung, dass die Hundedichte und damit verbundene Enge und Anzahl in der sich Hunde hier in der Stadt begegnen absolut nicht "normal" für einen Hund ist.
Allerdings ist halt, schon alleine bedingt durch die Enge, der meiste Hundekontakt "frontal" - wenn ich auf dem 1 m breiten Bürgersteig auf einen anderen Hund zugehe ist kein Platz, NICHT frontal zu gehen.
Aber nachdem das (hier) halt so ist, stellte sich mir schon die Frage, WARUM manche Rassen "ungeduldiger" oder heftiger reagieren als andere, das das in irgendeiner Art und Weise an der Selektion der Rasse liegt ist naheliegend, aber nur "das sind halt Hüter deshalb ist das so" war mir zu wenig :)
Die Ernsthaftigkeit, ja das ist ein Argument.
Wobei natürlich dann die nächste Frage anschließt:
kann man einen z.B. DSH so erziehen, auslasten und sozialisieren, dass er sich in der Stadt mit 30 Hundekontakten die Stunde überhaupt je wohlfühlen kann oder sollte man den lieber entspannt auf dem Land leben lassen?
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Ich denke schon. Ein Hund kann ja durchaus verschiedene Strategien der Konfliktlösung lernen, wenn ein Hund nur "fight" kennt hat man über kurz oder lang andere Probleme als Artgenossenkontakte.
Wobei man als Mensch viel Schärfe rausnehmen kann- angefangen von Hund an die abgewandte Seite nehmen über Hund hinter sich nehmen bis hin zu blocken von Nervhunden. Ich hab meine Hunde z.b gern schräg hinter mir (also quasi auf Höhe meiner Ferse) wenn uns andere entgegenkommen. Liegt aber daran dass Cici leider eine terriertypisch kurze Lunte hatte.
Das Problem ist meiner Meinung nach nicht das verhalten der ernsthaften Hunde- und auch nicht dass der Freuhunde. Sondern dass die Menschen dazu nicht gewillt sind einen Mittelweg zu finden ("meiner tut nix" zu brüllen ist halt bequemer als anleinen).
Wenn ich so vom Balkon runterschiele sehe ich hier verdammt viele Hunde. Und ich würde bei einem Großteil behaupten die sind hausgemachte Leinenpöbler. Wenn man mal bewusst darauf achtet wie Menschen den "Hundekontakt" regeln ist das nicht weiter verwunderlich. Da geht die Leine auf Spannung (was Spannung an sich erzeugt), da wird schon im Kreis nach Fluchtwegen geschielt und wenn der eigene Hund nur lauter Einatmet kommt ein "sei ruhig!".
Ich weiß das klingt blöd- aber ich denke viele Spannungen bei einer Hundebegegnung sind vom Menschen verursacht. Wo sich die Hunde nach 2 Atemzügen ignorieren und weitergehen würden bringt das eine ungute Dynamik mit weil die Hunde dann schon auf "da ist was! Herrchen ist angespannt! den beobachte ich nun ganz genau! HA, der hat schief geschaut, dem verbeul ich nun die Nase!" gepolt sind noch bevor sie den gegenüber wirklich abgecheckt haben.
Auch ernsthafte Hunde sind ja nicht von Haus aus darauf aus dem anderen die Nase nach innen zu biegen. Auch sie weichen bevorzugt aus (Kampf bedeutet verschwendung von Energie und Gefahr einer Verletzung). Wenn das nicht geht wird auch erst ignoriert (außer der Besitzer hängt schon zum bersten angespannt an der Leine) bevor man draufkloppt.
Den Rassen fehlt aber meiner Meinung nach der Wille/die Motivation sich auf ein Spiel oder so einzulassen. Hat ein wenig was von Teenagern die sich mit Vorschulkindern beschäftigen MÜSSEN. Sie finden es doof, würden die kleinen gerne ignorieren (oder zurückgeben), aber sie sind nicht von Haus aus gewillt die Kinder zu vertrimmen. Wenn man einen Teenager aber in solch einer Situation schutz- und führungslos zurücklässt kann es eskalieren.