Guten Tag Hundefreunde,
leider ist meine Vorstellung etwas spärlich ausgefallen, denn die ersten beiden Vorstellungsversuche in epischer Breite vorgetragen wurden irgendwie nicht angenommen.
Es geht um meinen Mischlingsrüden und um mich. Ich habe ihn aus dem Tierheim übernommen, ca. 8 Monate alt und er ist jetzt ca. 1,5 Jahre alt. Er stammt wohl aus einer Vermehrungsstation und kannte noch nichts als ich ihn bekam. Er war nur ein paar Tage im Tierheim. Er ist ca. schäferhundgroß.
Er ist nicht mein erster Hund, und ich hatte von Kindesbeinen an Kontakt zu Hunden und bin von daher nicht so ganz ahnungslos, habe die Kompetenz sicher nicht mit dem Suppenlöffel gegessen. Dieser Hund stellt jedenfalls eine echte Herausforderung dar.
Er ist sehr impulsgesteuert und reagiert heftig auf andere Hunde, Spaziergänger, Radfahrer, Reiter, Autos und alles was sich sonst so in der Umwelt bewegt. Er ist aber nicht aggressiv, obwohl er manchmal so tut und kommt mit anderen Hunden gut zurecht, selbst wenn diese aggressiv sind. Irgendwie kann er ziemlich gut beschwichtigen. Mit kleinen Hunden geht er liebenswürdig um.
Doch das ist nicht mein eigentliches Problem. Das sind eher die Ratgeber, die ich so hatte. Dazu hätte ich gerne mal Eure Einschätzung.
1. Eine vereinsmäßig organisierte Hundeschule wo ich mich, und mein Hund wohl auch, sich immer schrecklich gelangweilt haben. Es gab dort zwar Ratschläge, doch waren die selten einheitlich, so dass ich mir eine Hundetrainerin gesucht habe, die eine Hundeschule betreibt.
2. Die Hundeschule. Schon besser, aber gelegentlich denke ich, die Methodik nützt bei meinem Hund nichts. Manchmal habe ich mich verweigert bestimmte Dinge zu tun. Wenn der Hund was nach drei Mal nicht kapiert, dann stimmt die Methode, denke ich, für diesen Hund eben nicht und es muss eine andere her. Er würde es auch nach 100 Mal nicht kapieren.
3. Seminare. Ja da gibt es die Fraktion, die mich zum Hund machen will und mir was von Rangordnung erzählt. Ich glaube da nicht so recht dran. An Körpersprache ja, aber die Geschichte mit dem Tür öffnen oder auch, dass der Hund immer hinten gehen muss und ähnliches glaube ich nicht.
3. Seminare. Ja und dann die Fraktion, die mir etwas nebulös erzählt, ich müsse den Hund grober behandeln. Nur sind die Grenzen zwischen Grobheit und Gewalt fließend, und diese Fraktion sagt niemals, wo die Grenze ist. Mein Verdacht ist, dass meine persönlich Grenze zur Gewalt dabei überschritten wäre.
4. Einzelpersonen. Dann gibt es noch mehr oder weniger berufene Ratschläge von Einzelpersonen.
Was ich sagen muss, es geht, langsam, Stück für Stück immer besser mit der Impulskontrolle. Aber keine einzige der Methoden die irgend jemand mir gesagt hat, hat mich dabei weiter gebracht, außer einer. Die sagte nämlich "habe Vertrauen zu deinem Hund".
Mein Eindruck ist tatsächlich, dass es immer dann gut ist und besser wird, wenn mir niemand sagt, welche Methode ich anwenden soll und ich mich statt dessen auf meinen Hund konzentrieren kann.
Ja und nun zu Eurer Einschätzung?
Kann es sein, dass man manchmal besser alleine fährt? Gibt es Hunde, bei denen keine "Rezepte" wirken, die bei 99% der anderen Hunde wirksam sind?
Dieser Hund ist ganz und gar nicht blöd. Wenn der was nicht tun will, dann tut ers nicht. Man muss nur herausfinden, weshalb, ob er nämlich keine Lust hat, dann muss man drauf bestehen, ob er unsicher ist, dann muss man ihn heranfürhen, ob er verteidigen will, dann muss man ihm sagen, dass man nicht verteidigt werden will.
Und das ganze unzählige Male geübt, mit unterschiedlichen Affekten und auch Stimmunglagen.
Ich habe den Eindruck, nur so geht es bei diesem Hund.
Aber grundsätzlich denke ich inzwischen, Rezepte, die vermittelbar wären, wirken hier nicht. Da kann man sich immer nur nach dem Grund fragen und aus diesem das eigene Verhalten ableiten.
Ist meine Einschätzung richtig, oder liege ich da verkehrt?
So und nun ist die Kompetenz gefragt?
Regine