Beiträge von pardalisa

    Da wirst du abwägen müssen, was für dich und deinen Hund wichtiger ist.

    Dein Hund ist ja noch sehr jung – vielleicht braucht er, wenn er komplett erwachsen ist, überhaupt keine "Spielpartner" mehr. Und wegen der Hundeschulkurse – wie wichtig ist dir das? Dem Hund dürfte es ja ziemlich egal sein, ob du ihn zu Hause/unterwegs beschäftigst oder auf einem Hundeplatz. ;)

    Ich würde ihn nur aus "Gruppenzwang" wohl nicht kastrieren lassen. Vielleicht hat er ja sogar ein bisschen "Vorbildfunktion", sodass die anderen HH mit der Zeit sehen, dass auch ein unkastrierter Hund prima in den Alltag passen kann? :smile:

    Den Hund an der Leine im Ortsbereich zu führen, halte ich für eine Pflicht!
    Jeder der dagegen Verstößt und erwischt wird, sollte man kräftig zur Kasse bitten [...]

    Warum? Und was definierst du als "im Ortsbereich"?

    An stark befahrenen Straßen? Ja, da leine ich meine Hunde auch grundsätzlich an.

    Aber in der Spielstraße abends um halb 11? Warum sollte ich meine Hunde da anleinen?

    Auf der gemähten Wiese im Ort, die brach liegt und von niemandem genutzt wird? Warum sollte ich meine Hunde da anleinen?

    Am Kanalufer, wo das Gras raspelkurz ist, keine Wildtiere sind und nur ab und zu ein Radfahrer vorbeikommt? Wenn ich den Hund da kurz am Halsband halte, weshalb sollte er den Rest der Zeit angeleint sein?

    Ich kenne mich mit den unterschiedlichen Hintergründen von "Straßenhunden" nur so grob aus (habe/hatte selbst keinen), aber ich finde den Vergleich hier schon deshalb schwierig, weil es ja nicht nur bei den Hunden aus dem Auslands-TS die unterschiedlichsten Typen (eher offen, eher reserviert, eher desinteressiert, eher hau-drauf) gibt, sondern auch bei den "Haushunden von hier".

    Oder anders gesagt: Wenn ich bisher nur sehr offene, "verspielte" (ev. etwas "trampelige") Hunde hatte, ist meine Sicht auf ehemalige Straßenhunde bestimmt eine andere, als wenn ich bisher mit einem eher vorsichtigen oder ernsterem Hund unterwegs war.

    Ich finde nicht, dass man grundsätzlich sagen könnte, diese oder jene Gruppe agiert feiner/grober/distanzierter/aufdringlicher – da ist mir zu viel Unterschied innerhalb der Gruppen.

    Und nochmal..es macht für mich schon einen Unterschied ob "waschechter" Straßenhund der eigenständig in einem Rudel/als Einzelgänger lebt oder Hund aus einem Auffangslager/Ketten-Hofhund, die haben eine ganz andere Geschichte,andere Probleme weil sie selbst bei sehr deutlicher Kommunikation nicht die Situation entspannen können beispielsweise durch "Verlassen des Territoriums" oder "Aus dem Weg gehen". Der Stresspegel ist enorm hoch in solchen Auffangstationen, sodass tatsächlich einst unauffällige Hunde Auffälligkeiten entwickeln können.

    Aber ist dieser Unterschied tatsächlich noch relevant, wenn diese Hunde in unseren (kalten, dicht besiedelten, für Hunde streng reglementierten) Breiten angekommen?

    Dazwischen liegen doch für beide "Gruppen" in den allermeisten Fällen Tierheimaufenthalte, Transporte und mehrmaliger Wechsel von Bezugspersonen (wenn der Hund z.B. auf einer Pflegestelle gelebt hat) – also alles ziemlich verstörende, stressige Dinge, die das Verhalten des Hundes ganz schön beeinflussen können?

    Bis wann lasst ihr Dinge laufen?
    Ist es gesund seinen Hund vor jeglichen Konsequenzen durch selbst ausgelöstes Verhalten zu schützen?

    Mit komplett fremden Hunden lasse ich gar nix laufen oder "untereinander klären". Zum einen sehe ich nicht, was das meinen Hunden bei einer zufälligen Spaziergangsbekanntschaft bringt, wenn die sich gegenseitig mal kurz ihre Antipathie mitgeteilt haben. (Nicht falsch verstehen – meine Hunde dürfen gerne Kontakt haben, auch ohne großes Drama und quasi "im Vorbeilaufen", aber sobald die Situation irgendwie kippt, sammel ich sie da weg.) Zum anderen habe ich einfach keine Lust auf Stress mit anderen Hundehaltern und die wenigsten hier sind so entspannt, dass sie damit Leben könnten, dass Hunde untereinander nun mal nicht immer nur kuscheln und spielen wollen – hier gibt's erstaunlich viele Leute, für die ein Knurren schon Grund ist, empört "Der ist aber böse!" zu sagen. :roll:

    Bei Hunden, die ich kenne, oder Hunden von Besitzern, die ich kenne und weiß, dass sie ihre Hunde gut einschätzen können, lasse ich deutlich mehr laufen. Genau wie bei meinen beiden untereinander – denn da gebe ich dir recht: Ich will, dass diese Hunde miteinander auskommen und lernen, Konflikte auch mal selbst zu lösen. Eben genau deshalb, weil ich da nicht immer daneben stehe(n will). Und es wäre wirklich schade, wenn meine Hunde gelernt hätten, da immer nur auf mich zu vertrauen und solche Situationen nie selbst einzuschätzen.

    Was die Auslandshunde angeht, stimme ich aber @fragments zu:

    Viele Auslandshunde hier sind übermäßig ängstlich, übermäßig aggressiv oder vollkommen desinteressiert [...]

    Die meisten Hunde hier, von denen ich aus beiläufigen Gesprächen mit den Besitzern weiß, dass sie aus dem Auslands-TS stammen, sind mit anderen Hunden entweder sehr ängstlich (kein Problem, da nehme ich gerne Rücksicht – aber das sind keine Begegnungen, in denen mein Jungrüde irgendwas 'klären' muss) oder haben eine deftige Futteraggression (... um die mache ich einen großen Bogen, die verteidigen dann nämlich auch mit Vorliebe meine Jackentasche gegen meine eigenen Hunde – auch nix, was ich irgendwie laufen lassen würde).

    Guter Punkt! Ich gehe immer irgendwie davon aus, dass man aufm Dorf wohnt. Da regelt man sowas privat, also direkt mit dem Besitzer und nimmt Rücksicht, ohne mit der Gesetzeskeule zu wedeln. Ich seh den Bauern beim Einkaufen, also kann ich ihn da auch gleich fragen.

    So kenne ich das bei meinen Eltern auch :smile: – aber an meinem alten Wohnort gehörten fast alle Felder der Umgebung irgendeiner nebulösen Eigentümergemeinschaft ohne festen Ansprechpartner, da kann man dann ja schlecht jemanden fragen, deshalb der Tipp mit dem Gesetzestext.

    Felder sind, generell, erstmal privat.

    Kommt drauf an, in welchem Bundesland man wohnt. Hier bei uns in Niedersachsen gibt es z.B. das "Niedersächsisches Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung (NWaldLG)" und das legt fest, dass Wälder, Wiesen und Felder zur freien Landschaft gehören und damit grundsätzlich von jedem betreten werden dürfen, solange man keine Schäden verursacht.

    Ganz konkret heißt es dann:

    Zitat

    (1) 1Jeder Mensch darf die freie Landschaft (§2 Abs.1) betreten und sich dort erholen. 2Dieses Recht findet seine Grenze in einer für die Grundbesitzenden unzumutbaren Nutzung, insbesondere durch öffentliche Veranstaltungen oder eine gewerbsmäßige Nutzung.

    (2) Nicht betreten werden dürfen

    • Waldkulturen, Walddickungen, Waldbaumschulen sowie Flächen, auf denen Holz eingeschlagen wird,
    • Acker in der Zeit vom Beginn ihrer Bestellung bis zum Ende der Ernte und
    • Wiesen während der Aufwuchszeit und Weiden während der Aufwuchs- oder Weidezeit.


    (3) Betreten im Sinne dieses Gesetzes ist das Begehen, das Fahren in den Fällen des §25 Abs.1 und das Reiten.


    Je nachdem, wo du wohnst, @Jonah12, müsstest du also die lokalen Verordnungen und Gesetze befragen. :smile:

    Die Hundesteuer gehört zu den Aufwandsteuern und kann für alles seitens der Kommune verwendet werden. Einen Anspruch hast du dadurch auf gar nix.

    Das stimmt. Allerdings hat z.B. das OVG Lüneburg (Aktenzeichen 11 KN 38/04) festgestellt, dass ein durchgehender Leinenzwang innerorts nicht verhältnismäßig ist und in der Gemeinde nur verlangt werden darf, wenn ausreichend offizielle Freilauffläche für Hunde zur Verfügung steht. (Ähnliche Aussagen gibt es mehrfach vom OLG Dresden.)

    Spannend ist auch, dass das Urteil aus Lüneburg ganz explizit sagt, dass "die Annahme, dass unangeleinte Hunde im Stadtgebiet von Hemmingen generell eine Gefahr für andere Hunde oder Menschen darstellen, durch die von der Stadt dazu vorgelegten Unterlagen nicht belegt werden." (Nix mit 'gesundem Menschenverstand' – wenn man jemanden per Gesetz oder Verwaltungsakt einschränken will, dann muss man das begründen und zwar mit klaren Zahlen.)

    Und weiter: "Vereinzelte Strafverfahren gegen Hundehalter bzw. Hundeführer, deren Hunde Menschen verletzt haben, reichen nicht aus, um die für den Erlass einer Verordnung erforderliche abstrakt-generelle Gefahr zu bejahen. In Einzelfällen kann vielmehr mit entsprechenden Verfügungen gegenüber dem jeweiligen Hundehalter reagiert werden."

    Konkret heißt das (zumindest innerorts): man kann nicht davon ausgehen, dass pauschal von allen Hunden eine Gefahr für andere Lebewesen ausgeht, die einen dauerhaften Leinenzwang rechtfertigen würde. Vielmehr sind OA, Polizei, etc. angehalten, den jeweiligen Einzelfall zu prüfen und – im Fall von auffälligen HH/Hunden – zielgerichtet diejenigen zu bestrafen.

    Tja, und das ist genau das, was so viele hier gerne auch für die BuS hätten: Zuerst mal eine generelle Unschuldsvermutung und dann harte Strafen für die Deppen, die ihre Hunde nicht unter Kontrolle haben.

    Davon ab: Ich find's ja mal wieder bezeichnend, dass denen, die ihren Hunden gerne artgrechten Freilauf ermöglichen wollen, pauschal unterstellt wird, dass sie sich nicht um das Wohlergehen von Wildtieren scheren. :roll:

    Ich glaube, was man hier mal für die Diskussion festhalten sollte, ist, dass jedes Gesetz in Deutschland einen klaren, nachprüfbaren Zweck haben muss und das nicht nur abstrakt "Es könnte sein, dass durch dieses Gesetz... ", sondern ganz konkret.

    Auf den Leinenzwang in der BuS bezogen bedeutet das: Wenn das Ziel des Gesetzes ist, dass Hunde keine Wildtiere jagen oder stöbern gehen, dann ist das Gesetz überflüssig, weil genau diese Problematik schon im Hundegesetz erfasst wird. (Und das sogar noch viel umfangreicher, weil das HundeG eben das ganze Jahr über gilt.)

    Wenn das Ziel des Gesetzes ist, dass Wildtiere gar nicht aufgeschreckt werden, ist es unsinnig, nur Hundebesitzer (mit freilaufenden Hunden) so stark zu reglementieren, weil die "Störungsquellen" für Wildtiere vielfältiger sind. Wie hier schon mehrfach ausgeführt wurde – selbst mit angeleintem Hund kann ich unbeabsichtigt Wildtiere stören und vertreiben. Auch hier ist der Leinezwang in der BuS also überflüssig – viel sinnvoller wäre es, gezielt Ruhezonen für Wildtiere zu schaffen, in denen sich überhaupt niemand aufhalten darf - keine Mountainbiker, keine Pilzsucher, keine Wandergruppen, keine Hunde (egal ob mit oder ohne Leine).