Beiträge von pardalisa

    Meine Eltern haben einen Hund abgegeben, der jahrelang völlig problemlos in unserer Familie gelebt hat und dann im Abstand von wenigen Stunden sowohl meine Mutter als auch meinen Vater so heftig gebissen hat, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten.

    Wir haben den Hund danach natürlich vom Tierarzt durchchecken lassen, weil wir uns das Verhalten überhaupt nicht erklären konnten, aber eine wirkliche Ursache wurde nie gefunden. Da meine Mutter den Großteil des Tages mit dem Hund alleine war (ich wohne ja schon lange nicht mehr zu Hause) und dann – verständlicherweise – deswegen ziemlich beunruhigt war und das Vertrauen in den Hund verloren hatte, haben wir den Züchter angesprochen. Der hat zum Glück angeboten, den Hund sofort zurückzunehmen.

    Das ist jetzt zwei Jahre her und ehrlich gesagt vermisse ich den Hund manchmal schon. Er war, abgesehen von diesem einen Tag, ein fantastischer Hund. Bei meinen Eltern dagegen sitzt der Schock noch ziemlich tief – so ganz langsam können sie jetzt darüber nachdenken, eventuell wieder einen eigenen Hund haben zu wollen, aber wirklich planen mögen sie das noch nicht.

    Bei einer PS gibt es einen Schutzvertrag, bei Privat dann einen Kaufvertrag? Sollte der Halter sowas nicht von selber aufsetzen, wie sollte sowas aussehen? Gibt es da spezielle Vorlagen, vielleicht kann mir auch einer sowas mal zukommen lassen?

    Ich bin gerade mit dem Handy im Forum und kann nicht verlinken, aber google mal nach "Hund + Kaufvertrag", da kommen eine Menge Muster und Vorschläge. :smile: Die kannst du natürlich noch abändern – mir wäre wichtig, dass der Hund genau benannt wird (also nicht nur der Name, sondern z.B. die Tätowierungsnummer/Chipnummer), dass erwähnt wird, was sonst noch übergeben wird (also z.B. Impfpass) und dass möglichst wenig "nutzloses Krams" im Vertrag ist (die meisten Sachen wie das Verbot von Zwingerhaltung, Kastrationszwang, etc. sind eh nicht wirksam, das gibt hinterher nur Ärger, falls doch mal Diskussionen auftauchen).

    Meine größte Sorge ist die Gesundheit, wir wollen gern eine Hündin 6 Jahre + bis 10 Jahre. Da hat man natürlich Angst das jemand seinen Hund loswerden will, weil er vielleicht eine schwere kostenintensive Erkrankung hat.

    Bei einer Privatabgabe würde ich vermutlich eine "Ankaufsuntersuchung" machen wie das auch bei Pferden üblich ist, also den Hund einem TA vorstellen und einmal durchchecken lassen. Damit ist man zwar nicht 100%ig sicher, aber zumindest hat dann mal ein Fachmann draufgeguckt, das Herz abgehört, ein ev. minimales Humpeln entdeckt und solche Sachen.

    Viel Glück bei der Suche nach einem passenden Hund! :smile:

    Vielleicht wäre man mit einem kritischen Hund noch wachsamer als ich es jetzt war [...]

    Für mich kann ich da sagen: Ja, definitv. Mein älterer Rüde findet Kinder furchtbar. Lockeres Vorbeigehen ist kein Problem (mittlerweile, wir haben lange trainiert), solange er Platz hat, weicht er auch von alleine aus, aber angefasst und bedrängt werden möchte er nicht – und das würde er dann auch unmissverständlich klar machen. Ich sorge also dafür, dass er den Abstand bekommt, den er braucht und gehe notfalls mit ihm aus der Situation.

    Geht das nicht (z.B. beim Umsteigen auf dem völlig überfüllten Hauptbahnhof, wo ich das Gewusel nicht überblicken kann), trägt er einen Maulkorb. Das wiederum hält echt viele "Spontan-Streichler" ab – paradox eigentlich...

    Blos kann man wirklich von jedem Hund erwarten, dass er sich bei so einer Umklammerung nicht wehrt und von sich selbst, dass man nie die Augen vom Hund löst?

    Wie das ja schon geschrieben wurde: Die aktuell geltenden Hundegesetze fragen nun mal nicht nach Schuld und ein Hund, der schnappt/zubeißt, hat echt schlechte Karten.

    In einigen Fällen finde ich das komplett daneben*, aber so ist nun mal die Lage – deshalb sichere ich meinen Hund so, dass selbst den Deppen, die an ihrem Unglück selbst Schuld wären, nix passieren kann. Da ist mir übertriebene Vorsicht lieber als der Stress, den ich und mein Hund hinterher hätten.

    (* z.B. wenn jemand über den Zaun auf unser Grundstück klettern würde – meinem Gerechtigkeitsgefühl nach wäre derjenige dann "selbst schuld" wenn er vom Hund in den Hintern geschnappt oder gestellt würde, aber leider ist dem ja nicht so; oder wenn jemand absichtlich einem Hund Schmerzen zufügt – ich hatte mal die Situation, dass ein Kind mich und die angeleinten Hunde kommen sah, einen großen Stock aufhob und den dann mit voller Wucht den Hunden ins Gesicht und mir vor's Knie geschmissen hat. Der Junge hatte Glück, dass ich die Hunde in der Nähe von Kindern immer anleine – mit einem anderen Hund hätte das wirklich übel für ihn ausgehen können. Und auch da hätte das dann wahrscheinlich nur für den Hund und Halter Konsequenzen gehabt.)

    Also, dann haut mal raus. Wo kann man in der nahenden Brut- und Setzzeit gut und wenn möglichst frei mit vielen Hunden laufen? Mir fällt bei sowas immer nur der Kronsberg ein, aber der ist ja während der BuS als Freilaufgebiet gesperrt.

    In Niedersachsen fiele mir da auch nix ein, wo man (legal) mit einer größeren Gruppe unterwegs sein könnte. Man könnte natürlich in eins der Nachbar-Bundesländer "flüchten" – ich weiß aber nicht, ob da dann nicht die Anfahrt zu weit ist.

    Ansonsten könnte man natürlich auch einen Leinenspaziergang machen und dafür irgendwo hinlaufen, wo es vom Weg her wenigstens spannend ist (coole Aussicht, Sehenswürdigkeit, Einkehrmöglichkeit oder so was). So ein bisschen Social-Walk-mäßig. Vielleicht würden sich dann auch ein paar eher jagdlich interessierte oder "verhaltenskreative" Hunde bzw. deren Besitzer anschließen wollen? :smile:

    Oha, das sieht ja echt übel aus!

    Wo wir schon dabei sind: Wo sollte man am besten bestellen?

    Ich habe meine Biothane-Schleppleinen bei der Halsbandschmiede bestellt und die halten schon lange (sind in der BuS täglich im Einsatz und den Rest des Jahres nur ab und zu mal).

    Die Leute da fand ich sehr nett, die basteln auf Wunsch jede Leinenlänge, -farbe und Art von Karabiner zusammen und beraten auch prima was die Breite, etc. angeht.

    Meine Hunde waren zum Glück bisher nur einmal in eine ersthafte Beißerei verwickelt: damals hat sich ein herbeigelaufener Dobermann meinen älteren Rüden 'gekrallt'.

    Glücklicherweise hat der in die Halskrause gepackt und mein Rüde war im Winterfell, da gab's bloß blaue Flecke und große Büschel Fellverlust. Loslassen wollte er aber trotzdem nicht mehr. Der Besitzer hat dem Dobermann dann ins Halsband gepackt und die Luft abgedreht.

    Als Taktik war das beeindruckend und ziemlich wirkungsvoll, aber ich hätte mich das nicht so ohne weiteres getraut, so nah an den Kopf zu fassen, und würde das bei fremden Hunden wohl auch nur in allergrößter Not machen.

    Naja - wie ich schon geschrieben hab: weniger Schnickschnack am Hund, wenns unnötig ist. Das ist, wie wenn Du im Sommer bei 30 Grad die Heizung an machst. Spricht auch nix gegen - ist nur bisserl überflüssig *gg

    Naja, der "Schnick-Schnack", von dem wir hier sprechen, wäre aber bei einer dünnen Moxonleine ein simpler (Segel-)Knoten – da 'muss' weder Metall als Stopper eingebaut werden (das dem Hund unangenehm sein könnte), noch irgendwelches Bling-Bling, wenn man das nicht mag. ;)

    Und um das noch mal zu wiederholen: Nein, ich werfe nicht gleich alle Moxon-Leinen-Benutzer in den Topf mit der großen Aufschrift "Tierquäler" – ich habe nur noch nicht ganz verstanden, warum einerseits gesagt wird, die Würgefunktion wolle man gar nicht, die Leine sei bloß so gekauft worden/der Hund sei eh immer leinenführig/etc. und gleichzeitig genau diese Würgefunktion unbedingt erhalten bleiben soll, denn sonst – s. oben – könnte man ja einfach einen kleinen Knoten in die Leine machen und man hätte zumindest die Gefahr gebannt, dass der Hund sich mal in einer Verkettung unglücklicher Umstände stranguliert.

    (Ausgenommen jetzt mal die Leute, die sagen, sie schätzen das Risiko, das sowas passiert als quasi nicht existent ein. Das würde ich zwar, zumindest für meine Hunde, anders bewerten, aber da verstehe ich zumindest den Gedankengang. :smile: Bei Leuten, die gleich sagen, dass ihr Hund gar nicht immer leinenführig ist, verstehe ich das ehrlich gesagt nicht. :???: )

    Oh Gott, dann bin ich ja gleich dreifach daneben: Meine Hunde bekommen (u.a.) Trockenfutter, ich behandele sie nicht homöopathisch, sondern nach "schnöder Schulmedizin" UND ich gebe ihnen die böse Chemiekeule gegen Zecken. Ich stell' mich dann mal in die Ecke und schäme mich, ja? ;) :D