Beiträge von pardalisa

    Ich hatte mal das Gegenteil, im Flughafen hat sich eine englischsprachige Frau extremst über Lokis Maulkorb aufgeregt und ist uns zeternd hinterhergelaufen. "Sheepdogs don't bite, why are you doing this to him? That poor dog, look at that face.. seriously... Sheepdogs are good dogs..." :muede:

    Solche Leute kenn' ich auch – besonders schön, wenn mein Hund zur Sicherheit ihres Kindes einen Maulkorb trägt und man sich dann noch anhören muss: "Ja, so ein aaaaaarmer Hund! Wie lieb der schaut, warum tut ihm die Frau das denn an?"

    Da möchte ich ja immer anbieten, dass sie ja mal ihr Kind als Testperson zur Verfügung stellen können, um zu gucken, wie der "arme, liebe" Hund denn reagiert, wenn ich nicht daneben stehe und er keinen Maulkorb trägt. :roll:

    Klingt nach einem ordentlichen Stückchen Arbeit für dich – Respekt, dass du da trotzdem noch in dem gut besuchten Wald spazieren gehst. (So 'voll' ist es hier bei uns nie und ich hab' einen Mordsrespekt für Hundehalter, die das trotzdem angehen.) :smile:

    So als grundsätzliches Ziel: Willst du langfristig lieber regeln und keinen bis wenig Kontakt oder die "Kontakte im Vorbeilaufen" wie's da im Moment wohl die anderen machen?

    Bei ersterer Variante würde ich mich nämlich einem der ersten Beiträge anschließen: die anderen änderst du nicht, das läuft auf ständiges Umgucken und Blocken deinerseits hinaus. Stelle ich mir anstrengend und wenig entspannt vor, ist aber bestimmt möglich.

    Bei Variante zwei wär's spannend, was dein Hund in diesen Situationen genau macht:

    Fremdhund unkastriert geht in den meisten Fällen schief.

    ... und ...

    Rüde, der dominieren will (Kopfauflegen, überbeugen usw) Supergau, da geht er sofort hoch.


    Sind das dann eher Kommentkämpfe oder will er da wirklich Schaden anrichten? Reines Kommentkampf-Showgetue wäre ja in dem Alter bei einem (unkastrierten?) Rüden völlig normal und man könnte zumindest mal überlegen, ob man vielleicht Trainingspartner findet, mit denen man solche Situationen mal durchspielen kann.

    Ich weiß, dass die Meinung da stark auseinandergehen, deshalb das hier bitte nicht als direkte Handlungsanleitung verstehen ;) – aber ich habe das bei meinem Rüden (jetzt auch gerade zwei Jahre alt) so gelöst, dass ich Situationen, in denen er aufdringlich/prollig/austestend war, bewusst gesucht habe und ihn mit Hunden zusammengebracht habe, von denen ich wusste, dass sie ihn kurz und fair korrigieren (nach Absprache mit den Besitzern natürlich!).

    Bei ihm hat das hervoragend geholfen, dass er sich selbst und sein hündisches Gegenüber besser einschätzen kann (= wegen "Nichtigkeiten" und wenn er aus Entfernung angeprollt wird regt er sich nur noch in den seltensten Fällen auf) und er ist mittlerweile prima ansprechbar in solchen Momenten, weil wir die Gelegenheit hatten, das zu üben – die Anspannung ist raus.

    Natürlich musst du selbst wissen, ob und wie das bei deinem Hund helfen könnte, aber nur mal so als Erfahungsbericht. :smile:

    Mal 'ne ganz blöde Frage: Was passiert denn, wenn du deinen Hund laufen lassen bzw. die Leine fallen lassen würdest, wenn ein fremder Hund euch zu nahe kommt?

    (Nicht als Trainingstipp gemeint, nur um sich ungefähr vorstellen zu können, was er denn vermutlich will.)

    Shawnee sabbert beim Füttern erst, seit er älter wird. So ungefähr vor einem Jahr fing das an – seitdem schnarcht er auch manchmal. Wie so'n älterer Kerl eben – möchte seinen Mittagsschlaf, hat keine Essmanieren mehr und sägt nachts Bäume. ;)

    Myrddin sabbert nur, wenn er länger vor dem gefüllten Napf warten muss, beim Training oder so nicht. Da Sabber bei mir auf der Ekelskala aber auch ziemlich weit vorne liegt, fütter ich die Hunde meist draußen.

    Ich mag Schäferhunde eigentlich – kein Wunder, charakterlich sind die nicht sooo weit von meinen beiden entfernt. ;) Die Ansätze zum Wiesenpolizei-Verhalten, die "Mitteilsamkeit", die Ernsthaftigkeit, dass im Erwachsenenalter nicht mehr oder nur noch selten mit fremden Hunden 'gespielt' wird... das alles sind Sachen, die mir bekannt vorkommen und die ich durchaus sympatisch finde.

    Aber wie immer ist es natürlich so, dass der Besitzer dazu stimmen und er wissen muss, was für einen "Typ" Hund er an der Leine hat. Wir haben hier eine ältere Frau, die ihren Schäferhundrüden nicht halten kann und ihn immer hektisch an einem Baum oder Zaun anbindet, wenn sie andere Rüden näher kommen sieht. Der Hund tickt dann jedes Mal komplett aus. Ich laufe um das Gespann große Bögen und möchte mir lieber nicht vorstellen, was passiert, wenn da mal der Karabiner bricht...

    Auf der anderen Seite gibt's hier ein Paar, das gleich drei Schäferhunde hat – die mögen keine fremden Hunde und verzichten auf direkten Kontakt dankend, sind aber super abrufbar und werden ungefragt angeleint, wenn man selbst den Hund an der Leine hat (gehen sonst frei im Fuß vorbei). Die Besitzer sind wirklich nett und manchmal tauschen wir "Leidensgeschichten" aus, wenn wir mit anderen HH mal wieder die "Aber alle Hunde haben sich lieb und wollen immer spielen!"-Diskussion hatten.

    Richtig konkret schlechte Erfahrungen hatte ich mit Schäferhunden also noch nie.

    Als Digby vorhin von einem anderen Hund angegriffen wurde, wurde ich danach von einem anderen Hundehalter gefragt, ob es nicht sinnvoll wäre, die beiden jetzt friedlich zusammen zu führen.
    Macht das überhaupt Sinn?
    Ich meinte nein, weil der Stresspegel viel zu hoch war.

    Kommt drauf an, ob die Hunde noch mal miteinader zu tun haben werden. Bei einem Hund, der direkt nebenan wohnt, den man jede Woche in der gleichen Trainingsgruppe trifft oder mit dem man öfter mal zusammen 'ne Runde läuft, wäre mir eine friedliche Zusammenführung wichtig - dann aber gesichert (an der Leine) und mit viel "Wohlfühlabstand", der nur dann verringert wird, wenn alle Parteien entspannt sind.

    Bei einem zufälligen Zusammentreffen von Hunden, bei dem es geknallt hat, wäre mir eine friedliche Zusammenführung ziemlich egal - die sehen sich ja eh nicht wieder, also wozu der Aufriss?

    So viele Göttinger hier [...]

    Bei Gesprächen über unfreundliche Vermieter und überteuerte Wohnungen können die Göttinger ja auch bestens mitreden. :D

    Ich hab' am Anfang des Studiums ganz kurz in der Innenstadt gewohnt: eigentlich eine wunderschöne Wohnung im EG mit Innenhof, Mini-Garten, 10 Min. zur Uni, usw. Irgendwann stand dann Wasser im Keller – Vermieter tat nix. Das Wasser zog die Wände hoch und es roch muffig – Vermieter tat nix. Dann fing's an zu schimmeln – Vermieter tat immer noch nix, ich bin ausgezogen. Hinterher hab' ich erfahren, dass er die Wohnung für 100€/Monat mehr und ohne Renovierung gleich wieder vermietet bekommen hat. :shocked:

    Dem Typen war allerdings auch der Hund völlig egal, aber unter den Umständen ist "Hund wird akzeptiert" dann auch nicht mehr wünschenswert...

    Hier kostet der qm 10Euro (und dazu noch gratis Schimmel und Putzbröckel), für Studibuden die 30qm sogar 13Euro, als Studentenstadt sind die 2-3-Zimmerwohnungen besonders heiß umkämpft. Hier was zu kriegen ist echt richtig hart. Da kann man sich die Mieter aussuchen, die fast nie da sind, keine Kinder und keine Haustiere haben, die die Wohnung kaum betreten und ansonsten am liebsten Schach spielen.

    Genau so ist's in Göttingen auch – als Studentin mit zwei Hunden bin ich da lieber gleich weiter raus gezogen, alles andere hat keinen Zweck. Was da in Campus-Nähe für muffige Kellerlöcher noch an Miete verlangt wird, ist wirklich Wahnsinn – und trotzdem können sich die Vermieter das erlauben, weil's immer jemanden gibt, der die Wohnung trotzdem nimmt.

    Zu der Vermietersicht: Meine Oma besitzt eine Wohnung, die sie seit Jahren vermietet – Hunde sind da erlaubt, aber sie sagt selbst, dass das halt ein Risiko ist. Natürlich lässt sie sich die Haftpflichtbescheinigung zeigen (ist ja in Niedersachsen eh Pflicht eine Versicherung zu haben), aber was z.B. die Zeiten angeht, die der Hund alleine ist, kann der Mieter ja vorher eine Menge erzählen – ob das dann hinterher wirklich stimmt... Ganz verbieten mag sie es aber auch nicht, sie kennt ja meine Hunde gut und weiß, dass viele Hunde da völlig unproblematisch sind und würde Hundehaltern schon gerne eine Chance geben.