Beiträge von pardalisa

    Je nach Häufigkeit, kann man damit auch antrainierten, dass es a) ok ist, etwas derart fest zu halten (auch wenn der Hund das grundsätzlich eigentlich nicht tut) dass es nicht herausgezogen werden kann und b) wenn einmal zugebissen wurde, nicht mehr loszulassen und C.) wird dabei der Mensch als möglicher Gegner etabliert.

    Wenn man ein Zerren mit dem Hund als Kampf 'inszeniert', klar kann es da zu Problemen kommen. Das hat aber dann nix mit der Häufigkeit zu tun, sondern damit, wie ich das aufbaue und wie der Ablauf ist.

    Gerade bei einem Spiel ist der Mensch eben nicht (ernsthafter) Gegner und der Hund lernt eben nicht, dass zugebissen und nicht wieder losgelassen wird – ganz im Gegenteil! Spiel findet gemeinsam statt und gerade das 'Aus'-Kommando kann man hervorragend damit üben.

    Hunde können nicht abstrahieren. Einer Hose oder einem Hemd oder einer Decke wird er genau den gleichen, bzw. genau so wenig Respekt entgegenbrngen, wie einem Zerrknoten.

    Doch, natürlich können Hunde das unterscheiden. Mein jüngerer Rüde (22kg schwer, also nicht riesig aber auch nicht mini) liebt Zerrspiele, aber er spuckt ausnahmslos alles an Beute aus, wenn ich das möchte, und er hängt mir nirgendwo in den Klamotten.

    Von irgendjemandem hier im Forum stammt der großartige Satz "Ich kann alles erlauben, was ich auch wieder verbieten kann" – das fasst es hier eigentlich auch prima zusammen: Solange ich ein vernünftig sitzendes Abbruchkommando habe, kann ich mich problemlos mit dem Hund im Spiel mit einem Zergel über den Boden rollen. Dafür braucht's keinen 'Respekt' vor irgendwelchen unbelebten Gegenständen. Und eine (von vielen) Möglichkeiten, dieses Abbruchkommando zu festigen, ist eben eben die spielerische Übung in Zerr- und Ziehspielen.

    Meine beiden (Aussies, 22 & 24kg) fahren in einer Alu-Doppelbox, haben aber die ganze Fläche gemeinsam zur Verfügung. Da ich ein kleines, altes Auto habe, habe ich die Rückbank ausgebaut und die Box stattdessen an der Stelle befestigt. Eine Box war mir wichtig, weil ich zum einen die Hunde ab und zu mal eine Weile im Auto warten lasse (meist abwechselnd während des Trainings, so dass immer einer die ganze Fläche für sich alleine hat), zum anderen weil mir das Risiko, dass die Hunde bei einem Unfall aus dem kaputten Auto entkommen und panisch über die Fahrbahn rennen bei einer 'losen' Transportmöglichkeit zu groß wäre. (Außerdem würde mein älterer Rüde in einem Notfall wohl auch keine Rettungskräfte an mich ranlassen, wenn er nicht in einer Box sitzen würde... Da wäre mir für meine Gesundheit auch unwohl.)

    Die Position der Box-statt-Rückbank hat für mich den Vorteil, dass die Hunde durch den Kofferraum ein- und aussteigen und ich die Kofferraumklappe auch mal offen stehen lassen kann (z.B. zum Lüften bei längeren Fahrten oder am Hundeplatz), aber trotzdem noch ein bisschen Knautschzone bei einem Auffahrunfall gegeben ist.

    Der Nachteil ist natürlich, dass man nur noch einen Beifahrer mitnehmen kann und praktisch einen "sportlichen Zweisitzer" in Form einer Hundekarre fährt. :D Mich stört das nicht, Gepäck und Einkäufe passen trotzdem noch gut ins Auto, aber für Familien ist so 'ne Lösung wahrscheinlich eher nix.

    ... aber ich finde es wichtig, dass das nicht die Zukunftsplanung bestimmt.

    Nix gegen dich :smile: , ich greif das nur mal so stellvertretend raus, weil das Argument ja auch häufiger von Eltern kommt – dass man mit einem Hund zu festgelegt oder "angebunden" ist.

    Ich versteh das immer nicht so richtig; in dem Alter (15-18 Jahre) muss man doch als junger Mensch so viele Entscheidungen treffen, deren Tragweite man nur schlecht abschätzen kann und die u.U. das eigene Leben über Jahre hinaus beeinflussen – Wie viel lerne ich für die Schule? Wie wichtig ist mir meine Abschlussnote? Will ich eine Ausbildung machen oder studieren? In welchem Bereich/welches Fach? Will ich ausziehen oder zu Hause wohnen bleiben? Ist es mir wichtiger in der Nähe meines Freundeskreises zu bleiben oder will ich richtig weit weg? Kann eine Fernbeziehung funktionieren? ... usw. usf.

    Bei so vielen Dinge, die die Zunkunftsplanung bestimmen, finde ich einen eigenen Hund wirklich kein großes "Hindernis" mehr. Das ist bestimmt subjektiv für jeden noch mal ein bisschen anders (wenn ich wüsste, dass ich beispielsweise ein Studium mit ständigen, ewig langen Labortagen anstrebe, dann würde ich entweder mit dem Hund noch warten oder gucken, dass er ein netter, einfacher Vertreter ist, der kein Problem mit regelmäßiger Fremdbetreuung hat), aber diese 'Leg dich bloß nicht fest und verbau dir keine Chancen, Kind!'-Einstellung, die manche Eltern haben, finde ich (im Extrem gedacht) ein bisschen gruselig...

    Und aus eigener Erfahrung: Natürlich hat Shawnee meine Lebensplanung mitbestimmt. Für mein Freiwilligenjahr nach der Schule kamen halt nur Stellen in Frage, zu denen ich den Hund mitnehmen konnte. Und im Studium habe ich bei jedem Umzug länger für die Wohnungssuche gebraucht, weil ich halt nicht einfach im Studentenwohnheim unterkomme. Aber wegen solchem kleinen organisatorischen Mehraufwand verzichte ich doch nicht auf meinen Hund, wenn ich das nicht will. :smile:

    Machen die Züchter denn in der Regel auch davon Gebrauch? Damit müsste ja eigentlich dann auch einhergehen, dass man nur in einem solchen Rahmen züchtet, der einem erlaubt, diesen Service auch aufrechtzuerhalten?

    Aus direkter persönlicher Erfahrung: ja, davon wird Gebrauch gemacht. Meine Eltern haben einen Hund zum Züchter zurückgegeben (lange Geschichte) und alle Beteiligten waren über die Möglichkeit sehr froh; diesem speziellen Hund wäre ein Tierheim-Aufenthalt auch überhaupt nicht gut bekommen.

    Und was den Platz beim Züchter angeht: Selbst wenn er in dem Moment keine Möglichkeit haben sollte, den Hund selbst aufzunehmen, ist so ein Vorkaufsrecht trotzdem eine klasse Sache, weil der Züchter ja meist gut vernetzt ist und andere Züchter und Besitzer von Hunden derselben Rasse kennt. Bei den Fällen, die ich bisher mitbekommen habe, war da ruck-zuck eine Pflegestelle organisiert, wenn es nötig war.

    Ich sehe das auch so. Die Tierheime sind voll, warum dann also zum Züchter gehen?

    Die Frage wurde hier schon x-Mal aus den unterschiedlichsten Perspektiven und mit vielen verschiedenen Argumenten beantwortet – wenn's dich wirklich interessiert und nicht nur rhetorisch gemeint war, schmeiß doch mal die Forensuche dazu an. :smile:

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    Ansonsten: Für mich kommt/käme in der aktuellen Lebenssituation auch nur ein Welpe vom Züchter in Frage. Ich brauche und möchte einen einigermaßen klaren Rahmen, in dem ich ungefähr abschätzen kann, wie sich der Hund entwickelt und was charakterlich zu erwarten ist. Und das mag zynisch klingen, aber ich habe wenig bis kein Vertrauen in das, was andere Leute über zu vermittelnde Hunde sagen.

    Im wirklich seriösen Tierschutz mag die Beschreibung noch ziemlich gut hinkommen – aber auch da hat man das Problem, dass andere Leute halt subjektiv verschiedene Dinge anders bewerten, und dass der Hund sich vielleicht auch in einer anderen Umgebung ganz anders zeigt als es dann bei mir der Fall wäre.

    Aber gerade bei Privatabgaben und vielen der eher "mittelguten" Vereine würde ich mich immer darauf einstellen, dass die Beschreibung nicht ganz stimmt und/oder der Hund sich im neuen Zuhause noch mal verändert.

    Das ist ja an sich auch überhaupt nicht schlimm! Ich find' das bis zu einem gewissen Grad sogar ziemlich normal – aber ich würde mich halt auf den 'worst case' einstellen wollen und solange ich das nicht kann (weil eben bestimmte Dinge einigermaßen absehbar sein müssen), kaufe ich lieber einen Welpen vom Züchter.

    Das ist doch wunderbar und ich finde, wir sollten gerade bei älteren Hunden auf das hören, was sie uns sagen und keinen Hund zwingen, etwas zu tun, was er nicht will

    Ja, finde ich auch. :smile: Was ich bei Shawnee immer öfter merke, ist, dass er ganz viele Dinge noch machen will und kann, aber einfach mehr Zeit dafür benötigt. Als wir letzten Herbst in den Urlaub Fähre gefahren sind wurde das z.B. deutlich: er kennt solche Situationen und macht das auch total prima, aber im Vergleich zu vor einigen Jahren braucht er mittlerweile einfach mehr Zeit, um sich umzugucken, Dinge zu beobachten und abzuschätzen. Und natürlich gebe ich ihm die Zeit gerne, darauf muss man sich halt einstellen.

    (Und weil das ja streng genommen ein Fotothread ist- Bild von gestern; mein Monster mit den plüschigen Resten des Winterfells.)

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    Ich finde solche Bewertungen von Momentaufnahmen auch echt schwierig. Wenn man die Hundehalter/Nachbarn hier in der Straße fragen würde, dann würden die wahrscheinlich auch sagen "Ach, die mit den Aussies? Ja, das sind ganz arme Hunde. Dürfen nie schnüffeln, nie anderen Hunden 'Hallo' sagen und müssen immer an der kurzen Leine mitlaufen!"

    ... dass das nur für die Fünf-Minuten-Wegstrecke durchs Dorf gilt und meine Hunde im Feld dann durchaus freilaufen, schnüffeln und Kontakt haben dürfen, sieht dann natürlich keiner. ;)

    Ich würde auch Leder nehmen. Und gegen das "Klebe-Gefühl" an heißen Tagen oder wenn's kalt wirkt: einfach 'ne dünne Decke drüber werfen. Die lässt sich schneller und besser waschen als ein ganzes Sofa, falls doch mal ein Hund sein Essen drauf rückwärts isst. ;)

    Wie geht es Euren Senioren eigentlich? Ich meine jetzt körperlich. Sind sie noch belastbar?
    Spielen oder arbeiten sie noch gerne?

    Shawnee war noch nie überschwänglich begeistert von Hundesport, aber das, was er mag, macht er noch gerne – Tageswanderungen z.B. (wenn er den Tag danach seine Ruhe hat), Rally-Obedience-Übungen oder ZOS. Zum Radfahren nehme ich ihn nicht mehr mit, das findet er doof, aber mit Myrddin spielt er gerne und unsere normalen Spaziergänge sind in 99% der Fälle auch kein Problem für ihn.

    Insgesamt finde ich ihn für seine 11,5 Jahre sowohl körperlich als auch geistig noch ziemlich fit. :smile:

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