Schwierig ist halt, das viele Leute in HH-Kreisen wie hier im Forum davon ausgehen, dass bestimmte "Höflichkeitsregeln" gelten – also z.B. "Ich leinen meinen Hund kurz an, wenn mich jemand darum bittet" oder "Ich lasse meinen Hund nicht einfach so zu anderen Hunden hinstürmen". Und das ist klasse, weil es (hoffentlich) zu einem etwas rücksichtsvolleren Miteinander führt.
Aber ganz viele dieser Regeln haben wenig mit der rechtlichen Realität zu tun. Schön kann man das an den Berichten von Leuten sehen, deren Hunde eine Leinenaggression haben - da liest man dann ganz oft "Ich hab' meinen Hund angeleint, das muss ausreichen. Wenn der andere Hund zu uns kommt, ist der Hund/der Besitzer selbst schuld, wenn der fremde Hund gebissen wird."
Nein, ist er in den allermeisten Fällen nicht. Wenn mein Hund beißt und ich das weiß, dann muss ich das verhindern, indem ich meinem Hund z.B. einen Maulkorb aufsetze. Dann darauf abzustellen, dass der andere sich ja nicht an die ungeschriebenen Höflichkeitsregeln gehalten hat, ist unklug, weil's einem für die rechtlichen Probleme kein Stück weiterhilft.
Ich verstehe den Unmut über sorglose Tut-Nix-Besitzer total, aber in vielen Situationen ist deren Verhalten durchaus erlaubt. Unhöflich, naiv... sicher – aber legal. Die Klagen darüber, dass man im Training zurückgeworfen wurde, sind menschlich absolut nachvollziehbar, aber rechtlich halt in den allermeisten Fällen komplett irrelevant.