@Aoleon Du vergleichst immer noch zwei Parteien, die gleichberechtigt verhandeln...
Wenn's schon der Mensch-Hund-Vergleich sein muss (was ich aus den oben genannten Gründen immer noch unpassend finde!), dann hilft vielleicht das hier, um zu erklären, worum es mir geht:
Stell dir vor, du bist Leichtathletiksportler mit Leib und Seele – inkl. mehrfach wöchentlichem Training und Wettkämpfen am Wochenende. Dein Kind dagegen kann der Jugendgruppe in deinem Verein absolut nix abgewinnen und möchte Cello im Orchester spielen - inkl. Übungsnachmittagen mehrmals die Woche und Konzerten am Wochenende, zu denen es gefahren werden muss.
Und nu? Ziehst du dein Hobby ohne Einschränkungen durch, weil es dich sonst ja so traurig machen würde, dass deine Lebensqualität leiden würde? Oder steckst du zurück und findest einen Kompromiss, mit dem beide leben können?
Ja, ich hab' ein Verständnisproblem, wenn jemand einen Hund primär für eine einzige Sportart anschafft und das im Zusammenleben einen dermaßen hohen Stellenwert hat, weil ich das wirklich schwer nachvollziehen kann (wobei, wie weiter vorne schon geschrieben, dieser Thread mir da schon weitergeholfen hat). Aber ich habe damit "moralisch" oder wie-auch-immer-man das nennen will überhaupt kein Problem, wenn jemand sagt: "Ein Hund ist für mich ein Nutztier für die Ausübung dieses Hobbys, genauso wie ein Schlachtkaninchen oder ein Reitpferd ein Nutztier ist." Ist 'ne klare Ansage und da kann ich auch absolut nachvollziehen, wenn man sich von einem sportleistungsmäßig nicht passenden Tier wieder trennt (passendes neues Zuhause vorausgesetzt).
Aber was für mich dazu völlig unpassend ist, ist der vermenschlichende Vergleich, den du anführst. Wenn das Hobby im Vordergrund steht und so wichtig ist, dass eine Nichtausübung wirklich eine Einschränkung und langjährigen Frust bedeutet, dann muss ich einen nüchternen, realistischen und un-emotionalen Blick auf meinen Hund haben.
Wenn ich mir einen große emotionale Komponente in der Beziehung zu meinem Hund "leiste" (leisten kann, weil Hundehaltung nun mal größtenteils Luxus und Hobby ist in unseren Breitengraden), dann sollte ich auch in der Lage sein, zugunsten meines Familienmitgliedes/tierischen Sozialpartners/whatever Kompromisse einzugehen und eigene Bedürfnisse hintenanstellen zu können.
Wie gesagt, ich sortiere mich da selbst ganz eindeutig auf einer Seite ein, aber ich kann absolut verstehen, wenn jemand die andere Sichtweise vertritt - solange man dabei ehrlich mit sich selbst und vor allem dem Hund ist.