Wir wohnen in Niedersachen, d.h. bei uns herrscht vom 1. April bis 15. Juli jeden Jahres die Brut- und Setzzeit, was bedeutet, dass Hunde außerhalb geschlossener Ortschaften an der Leine sein müssten. Zusätzlich gibt es in ungefähr 50% der umliegenden Wälder obendrauf noch "Wildruhezeiten", die vom 1. Dezember bis zum 31. März gehen und ebenfalls Leinenpflicht vorschreiben.
Je nach Wohnlage und Verfügbarkeit eines Autos müssen die Hundebesitzer hier ihre Tiere also im schlimmsten Fall siebeneinhalb von zwölf Monaten an der Leine lassen. Dass sich da nicht jeder dran hält, finde ich verständlich...
Es gibt zwei Hundewiesen: eine offizielle, wo sich aber so gut wie nie jemand aufhält - was daran liegen könnte, dass sie winzig klein, der Zaun zur Straße hin undicht ist und die Anwohner dort ihre Kompostabfälle hinwerfen, was Ratten anzieht
- und eine große, inoffizielle, wo das Ordnungsamt bei freilaufenden Hunden ein Auge zudrückt, wo aber bei schönem Wetter sehr viel los ist und alles Getier nach dem Motto "Die klären das schon unter sich!" durcheinanderkegelt. Hat man einen kleinen/alten/schüchternen/sensiblen/gesundheitlich angeschlagenen Hund, sollte man darum auch besser einen großen Bogen machen.
Ich hab' das Glück, dass meine Hunde einen ziemlich gut kontrollierbaren Jagdtrieb haben, ich ein Auto hab' und die Bundeslandgrenze nur 20 Minuten Fahrt entfernt ist. Trotzdem kommt manchmal Ende Juni das dringende Bedürfnis nach einer eigenen bewaldeten Insel in den schwedischen Schären - ohne besserwisserische Spaziergänger und blödsinnige Verordnungen - bei mir auf... 