Beiträge von Ben88

    Hallo zusammen,

    gleich vorweg: Ich war bereits beim Tierarzt!

    Also folgendes ist passiert: Gestern Abend gegen 19 Uhr beim Spazierengehen hat mein Welpe (etwa 16 Wochen alt) irgendeinen scheibenförmigen weißen Gegenstand gefressen. Glaube ich. Erst hat er auf irgendwas rumgekaut und als ich es bemerkt habe, habe ich sofort „Aus“ gesagt, woraufhin er es auch fallen gelassen hat. Da sah ich es, es war etwa so groß wie ein 5-Mark Stück, weiß und sah aus wie Plastik mit ein paar Kauspuren. Er hat es allerdings nachdem er es fallen hat lassen in Bruchteilen eine Sekunde direkt wieder aufgehoben und direkt heruntergewürgt - zumindest dem Geräusch nach. Viel zu schnell für mich. Ich hab dann noch schnell sein Maul durchgecheckt, da war aber nix mehr drin und um ihn herum lag es auch nicht, also wird er es wohl echt geschluckt haben. Was es genau war, weiß ich nicht. Aber da es beim Ausspucken nicht verbogen/geknickt war, nehme ich an es war was hartes, also Kunststoff.

    Heute morgen hat er dann ganz normal Kot abgesetzt, der auch ganz normal aussah. Hart und die typische Form. Danach hat er sich dann aber übergeben und es kam nur gelbes Zeug raus (bis dato gab es noch kein Futter). Sofort meine Tierärztin angerufen, die meinte ich solle ihn anfüttern und dann zu ihr kommen und die spritzt ihm was, dass er sich übergeben muss, in der Hoffnung, dass er den Fremdkörper mit ausspuckt. Tja, da kam dann aber leider nur das Futter wieder raus. Als wir zu Hause waren hat er dann nochmals Kot abgesetzt. Auch der war wieder ganz normal. Er benimmt sich auch wie immer, zeigt keine Anzeichen von Schmerzen. Nur etwas träge, aber das ist auf die Spritze heute zurückzuführen. Hunger uns Durst ist normal vorhanden.

    Die Ärztin meinte, ich soll einfach abwarten. Röntgen bringt nix bei Kunststoff und wenn ich irgendwelche Symptome von Schmerzen oder Darmverschluss (bzw. teilweisen) bemerken sollte, halt umgehend zu ihr kommen. Vielleicht handelt es sich ja um einen verdaulichen Gegenstand oder so ...

    Aber mir lässt das alles keine Ruhe mehr, ich kann gar nicht mehr klar denken und mach mir solche Sorgen! Was wenn das Ding im Magen feststeckt und da noch Wochen oder Monate ohne Symptome verbleibt? Soll ich jetzt wirklich mit der Unwissenheit weiterleben und jederzeit mit dem Schlimmsten rechen müssen? Gibt es denn keine Möglichkeit festzustellen, ob da nun was drin ist oder nicht?

    Über den Kot ist übrigens noch nichts rausgekommen, also weder einzelne Kunststoffstücke noch die ganze Scheibe. Das Fressen von Gras wäre zwar theoretisch ein Hinweis darauf, dass da was im Magen steckt was nicht reingehört, aber Gras frisst er schon seit dem ersten Tag bei uns liebend gern, deswegen ist das jetzt nichts besonders. Der Unterschied ist nur, dass ich es seit heute zulasse. Vielleicht bringt es ja was.

    Scheiße was soll ich denn jetzt machen... Ich vertrau meiner Tierärztin echt, sie ist wirklich super ... Aber ich mach mir trotzdem solche Sorgen. :sad2:

    Entschuldigung, dass die Antwort jetzt so spät kommt.

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    ABER... ich glaube schon, dass wir nicht nur bei den Hunden, auch bei unseren Mitmenschen leicht mal das ausgiebige Loben zu sehr vernachlässigen. Jeder so wie er mag, aber dass Lob muss schon deutlich sein. Und dass kann man so gestalten wie man mag, Hauptsache, es ist deutlich.


    Ja klar, aber daran scheitert es bei mir auch nicht. Gelobt wird natürlich schon, das bitte nicht falsch verstehen. Bei mir entfällt einfach nur diese überschwängliche "ausflippen" wie es viele einfach ständig machen - zumindest bei Welpen/Junghunden.

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    Mein Freund ist noch weniger begeistert als ich von grossen verbalen Ausbrüchen ;) - der krault unseren grossen auch manchmal einfach nur an seiner Lieblingsstelle hinter den Ohren - und ich bin mir sicher, Diego würde fast alles für diese eine Runde Ohrenkraulen tun - da könnten drei quietschende Hundetrainerinnen um ihn rum stehen, er würde Ohrenkraulen bei Herrchen bevorzugen.


    Wie wäre ich froh wenn das auch bei uns funktionieren würde. Aber bis jetzt macht er sich leider noch gar nichts aus kuscheln, streicheln und gekrault werden. Ich hoffe, das ändert sich noch und er kann es irgendwann mal richtig genießen so liebevoll gekrault zu werden. Vielleicht ist er zur Zeit einfach noch zu viel mit der Umwelt und all den Eindrücken beschäftigt. Denn wenn er richtig müde ist, lässt er sich richtig schnell "in den Schlaf streicheln". :)

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    Naja Kommando ... sag einfach dein Lob - ich habe "Klassssseeee" oder "Feiiiiiinnn" oder andern Kram.
    Einfach vor der Belohnung loben :)


    Ah ja okay, das mach ich ja eh immer. Einfach nur ein Leckerli geben wäre mir dann doch zu langweilig und emotionslos. ;D

    --

    Soo, also ihr habt mir (oder besser gesagt uns) wirklich sehr geholfen. Ihr habt mir viel Sicherheit gegeben und Mut, mich einfach so zu nehmen wie ich bin und eben ich selbst zu sein. Unsere Beziehung leidet darunter auch kein bisschen - ich empfinde es sogar als besser. Nicht, weil die Bindung enger geworden wäre, sondern weil ich irgendwie eine Last losgeworden und viel entspannter geworden bin. Auf jeden Fall ist nichts schlechter geworden. Nach wie vor kann ich meinen inzwischen fast 15 Wochen alten Welpen während dem Spiel mit anderen Hunden abrufen und herkommen lassen und solange das funktioniert, mach ich glaube ich nicht sehr viel in unserer Beziehung falsch.

    Danke nochmals an euch alle, ihr seid echt lieb und wirklich hilfreich. Ich denke ich werd hier bald noch etwas aktiver werden. :)

    Liebe Grüße

    Vielen Dank für eure Antworten. Hat mir zum einen den Abend heute gerettet und zum anderen bin ich begeistert, wie familiär man hier aufgenommen wird.

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    Ist es denn so, dass du dich wirklich nicht freuen kannst, wenn dein Welpe etwas gut macht? Oder kannst du die Emotion nur nicht ins "Außen" bringen?


    Freuen tu ich mich schon, vor allem bin ich aber immer richtig von ihm begeistert und kann selbst nach der x. Wiederholung noch nicht glauben, dass er manche Kommandos schon so gut beherrscht. Ich denk "stolz" trifft es am meisten. Ich empfinde also auf jeden Fall etwas, aber um das nach außen zu transportieren muss ich halt oft "schauspielern".

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    Dass man, gerade Welpen, mit hoher quietschiger Stimme sehr schnell dazu bringt, hochzufahren, ist richtig. Aber ob das das NonPlusUltra ist? Finde ich nicht.


    Tja aus Sicht der Trainerin scheint es so zu sein. Sie meinte sie könnte es mir schriftlich geben, dass wenn ich weiter auf dieses gequietsche verzichte und ihn nicht (situationsbedingt) überschwänglich lobe, er bald nicht mehr so toll sein wird wie jetzt. Ich mein ich versteh, dass er ganz besonders gelobt werden muss, wenn er auf mein "komm" das Spiel mit einem anderen Welpen unterbricht. Aber wenn ich halt nicht so ausrasten kann? Was soll ich denn bitte machen? Je mehr ich mich offensichtlich freuen soll, desto weniger authentisch wird es, weil das so nie Teil meines Lebens war.

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    Ein Lob sollte schon als solches zu erkennen sein. [...]


    Das ist es und die selbe Tonlage is es bei mir ja auch nie; nur halt eher subtil. Es ist auch ohne künstliches Auftreten absolut erkennbar ob ich mich über sein Verhalten freue, es für mich selbstverständlich ist oder ich mich über ihn ärgere. Es äußert sich bei mir halt fast nur in meinem Gesicht und in der Stimme nur relativ dezent.

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    Wenn Du eng mit Deinem Hund zusammenlebst, wird er sich auf die Art Deiner Gefühlsäußerungen einstellen lernen.


    Danke dafür. :smile: Gibt mir irgendwie die Sicherheit zurück, die meine Trainerin mir genommen hat. (Auch wenn sie es sicherlich nur gut gemeint hat.)

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    Je mehr Du mit Deiner Koepersprache kommunizierst, desto mehr achtet auch der Hund darauf.


    Auch dir ein großes Dankeschön!

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    Wenn Du halt nicht so ein überschäumender Mensch bist, aber Deine innere Haltung auf "gut gemacht" ist, dann ist es doch in Ordnung :???: Dein Hund wird immer hinter die Kulissen blicken.


    Ihr scheint euch da ja echt alle einig zu sein, freut mich! Eigentlich auch logisch...als wenn ein Hund so oberflächlich wie ein Mensch wäre.^^

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    Noch ein Tipp - wenn du den Belohnungen wie Leckerchen oder Spiel, Spannung und Spaß gewohnheitsmäßig ein ernst gemeintes Lob vorschiebst wird das Lob aufgewertet.


    Auch dir erstmal ein Danke für die mutmachenden Worte. Aber was genau meinst du mit dem ernst gemeinten Lob vor der Belohnung? Ein bestimmtes (lobendes) Wort zu einem festen Kommando machen? Ich bin mir nicht sicher ob ich das richtig verstanden habe.

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    Lass Dir mal nichts einreden. Wahrscheinlich bist Du einfach introvertiert.
    Das ist nix Schlimmes. Steh zu Dir.


    Im Umgang mit Menschen kann ich inzwischen absolut zu mir stehen und seit dem das so ist, bin ich auch viel lockerer geworden und habe ein (glaube ich) authentischeres Auftreten. Aber ich will bei meinem Hund einfach alles richtig machen und wenn mir jemand so kompetentes gegenübersteht wie die Trainerin (und ich halte sie für sehr kompetent), lasse ich mich da halt leicht verunsichern. :/

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    Es reicht, wenn der Welpe eure Verbundenheit spürt.
    Das ist Grund genug, um gerne zu Dir zu kommen.


    Er kommt definitiv gerne zu mir und ich würde auch behaupten, dass wir eine sehr enge Verbundenheit haben und ich glaube sogar, dass er mir zu 100% vertraut. Aber anscheinend ist das ja alles nur normales Welpenverhalten und wird bald verloren gehen wenn ich nicht anfange mit ihm zu quietschen... Aber gut, nach eueren Antworten zweifle ich inzwischen an dieser Aussage. Sicherlich wäre es nicht falsch so zu sein...aber so bin ich halt nicht.

    Jetzt ist nur noch die Frage: Wie sieht ein überschwängliches Lob in besonderen Situationen aus, wenn ich nicht anfange wie eine Gummiente zu quietschen? Also z.B. speziell in der oben genannten Situation, wo er wegen meinem Zuruf ein Spiel unterbrochen hat. Ein von stolz erfülltes Gesicht mit einem feinen Leckerli wird ja wohl kaum reichen. Oder doch?

    LG
    Ben

    Hallo zusammen,

    ich wende mich hier mit diesem Anliegen an euch, weil ich langsam immer unsicherer werden, nicht mehr weiter weiß und Angst habe, den für meinen Fall "richtigen Weg" eventuell zu verpassen.

    Es geht um die verbale Kommunikation von Mensch zu Hund. Und zwar um den emotionalen Teil. Wie wichtig ist es für den Hund, den Lob und Tadel mit emotionaler Stärke zu unterstreichen?

    Mein 13 Wochen alter Welpe (Finnischer Lapphund) ist ein sooo toller Hund, sehr intelligent, lernt Übungen oft schon nach dem ersten und zweiten Durchgang, hat eine starke Bindung zu mir und hört in der Regel sogar auf mich, wenn er abgelenkt ist, manchmal sogar beim Spielen mit anderen Hunden sowohl in der Welpenschule als auch beim Gassi gehen auf der Wiese. Bis jetzt ist er fast perfekt, nur dass er manchmal zu Hause so seine Ausraster hat, wo er durch nichts mehr zu bändigen ist, aber das wäre hier jetzt OT.
    Jedenfalls bemängelt eine der Trainerinnen in der Welpenschule bei mir immer, dass ich meine Stimme nicht genug einsetze und ich dieses tolle Verhalten von meinem Hund mit meiner Art schon sehr bald verlieren werde. Es geht dabei wohl zum einen um meine Tonlage als auch die emotionale Stärke wenn ich ihn lobe.
    Ich kriege einfach kein gequietsche hin! Ob das daran liegt dass ich'n Kerl bin? Wohl kaum, andere können das ja auch. Ob es da einen Trick gibt den ich noch nicht raushabe? Und nein, ich bin nicht schüchtern sondern es klappt auch zu Hause beim Üben nicht, wenn ich ganz alleine bin.
    Des weiteren bin ich schon seit ich mich zurückerinnern kann ziemlich emotionslos. Es gab bei mir schon in der Kindheit nie wirklich Momente wo ich mich richtig übertrieben gefreut oder mich über etwas ausgelassen geärgert habe. Ich wurde deswegen auch mal auf Autismus gecheckt, ist aber zum Glück nicht der Fall. Ich bin halt einfach so. Ich imitiere mein Leben lang eigentlich die Emotionen wie ich sie bei anderen beobachten kann. Das reicht um in Gesellschaft nicht aufzufallen aber nicht um authentisch Gefühle rüberzubringen...schon gar nicht einem Tier.

    Mit meinem Welpen ist es jetzt halt so, dass ich einfach mein Bestes gebe, aber das wohl in den Augen/Ohren meiner Trainerin quasi absolut wertlos ist (uninteressante "Grauzone"). Ihr kann ich das natürlich nicht so sagen wie euch, weil es einfach was anderes ist ob man das anonym macht oder eben nicht. (Vor allem weil man mir meine innere Emotionslosigkeit quasi nicht anmerkt. Gegenüber Menschen kann ich das echt gut überspielen, aber bei Tieren (und Kindern) komm ich da eben nicht wirklich weit.)
    Wenn er etwas toll macht, dann versuch ich mich interessant zu machen indem ich ein bisschen in die Hände klatsche oder auf den Oberschenkeln herum"trommle" und in meiner höchsten Tonlage und freundlichsten Stimme "ja feeein, suuuuuper hast du das gemacht, hey hey hey hey hey" und sowas sage und es versuche so rüberzubringen, dass es mich wirklich richtig freuen würde. Und natürlich gibt es immer ein Leckerchen.
    Seine Reaktion ist so, dass er auch immer gleich angerannt kommt, mal mit der Rute wedelnd, mal auch einfach nur so und sich seine Belohnung abholt. Das war's aber auch schon.
    Bei der Trainerin mit ihrer piepsigen Stimme und anscheinend besser gespielten Freude (oder echte Freude?) ist er aber schon etwas anders und scheint sich selbst wie verrückt zu freuen, wenn er bei ihr angekommen ist. Bei mir ist er zu diesem Zeitpunkt leider nur noch auf das Leckerchen fixiert und wartet danach entweder auf ein Kommando oder geht eben wieder. Ich denke das zeigt relativ deutlich, was für ein schlechter Schauspieler ich bin.
    Beim tadeln ist es das selbe, das interessiert ihn teilweise gar nicht. Nur wenn ich so richtig angepisst von seinem Verhalten bin klappt es manchmal. Da reicht es aber ihn böse anzuschauen und er hört augenblicklich damit auf. Mit Schimpfen hätte es keinen Wert.

    Nun, ich denke damit ist das Problem jetzt recht deutlich erklärt, falls doch nicht bitte einfach nachfragen bevor irgendetwas reininterpretiert wird. :)

    Würde mich riesig freuen, wenn ihr mir iiirgendwie weiterhelfen könntet, egal wie. Ich weiß ja selber nicht wie man da eine Lösung finden könnte. :sad2: Am liebsten wäre mir natürlich wenn es jetzt heißt "das macht nix, Leckerchen reichen doch" aber das wird mit Sicherheit nicht der Fall sein.

    Übrigens, vielleicht noch wichtig: Ich arbeite seit dem ersten Tag mit einem Klicker. Ob es das etwas besser macht?

    Beste Grüße
    Ben