Wir sind keine Mehrhundhalter und trotzdem würde ich das nie von der Halterbindung abhängig machen, sondern ob ein Hund von einem Zweithund profitiert (jetzt mal die ausgeklammert, die eine Zweithund für sich holen).
Zwei Beispiele:
Unsere letzte Hündin war schwer unverträglich, soweit, das sie im Freilauf nur mit dem Maulkorb laufen durfte, die hat es wirklich massiv ernst gemeint.
In der ganzen Zeit haben wir 6 Hunde getroffen, mit denen sie sehr gut klar kam. Und das waren die 6 auserwählten von wirklich tausenden, auf der normalen Gassirunde hier treffen wir schon 20 Hunde. Im Grunewald, kann man in 1Stunde mehrere hundert Hunde treffen, wenn man das will.
Diese 6 waren alles unkastrierte Rüden, die extrem charmant und höfflich gewesen sind. 3 davon hat sie abgöttisch geliebt, die anderen 3 wurden akzeptiert.
Sie hatte zu uns eine wahnsinnig tiefe Bindung und wir haben viel erlebt.
Unsere jetzige Hündin, ist soweit verträglich, das sie ganz normal frei laufen darf, Hallo sagen ist kein Problem, Spielen mag sie nicht, aber sie will auch keinen Umbringen.
Wird es zu stürmisch, maßregelt sie mal, das ist ein zärtliches anstupsen mit der Nase, das die meisten Hunde nicht mal für voll nehmen, Beißhemmung ist integriert.
Das Tier lässt sich auch von einer Katze vom Napf vertreiben, wenn diese sie nur kurz anschaut, also sehr unterwürfig und würde vor jedem Chi "kuschen".
Die Bindung zu uns ist gut, aber nicht so intensiv wie die Bindung unserer alten Hündin zu uns.
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Zu der alten Hündin hätte man einen Zweithund holen können, wenn man DEN auserwählten gefunden hätte. Die hätten sich geliebt, getobt und gekuschelt. Klar die Suche würde länger dauern, aber sie hätte davon profetiert.
Zu unserer jetzigen Hündin könnte man fast jeden Hund einfach so dazu setzen, aber profitieren würde sie nicht. Sie sucht selber selten Kontakt, spielen tut sie nicht, körperlicher Kontakt mit anderen Hund ist ihr nix. Sie interagiert quasi kaum mit anderen Hunden, nur mit sehr vertrauten Hunden schnüffelt sie mal an der selben Stelle.
Spaziergänge sehen dann schnell so aus:
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Einen Rüden hat sie sehr ins Herz geschlossen, wir sehen uns oft, er ist ein kleiner Charmeur und sie erträgt es, wenn er sich neben sie setzt und ertragen meine ich wirklich so. Das hat 1,5Jahre gedauert, davor ist sie aufgestanden und weg gegangen.
Haben wir Hundebesuch in der Wohnung, liegt sie meist auf ihrem "Safe Place", weil sie weiß dort lasse ich keinen der Hunde ran. Es waren einige Hunde viele Stunden hier zum sitten, dann liegt sie die ganze Zeit auf diesem Platz.
So unterschiedlich kann das sein. Wir wollen keinen Zweithund und die Wahl ist sehr bewusst auf Kami gefallen, weil ich ungern einen Hund hätte, der diese Nähe wirklich braucht, das können wir dem Hund nicht bieten.
In der Theorie (Verträglichkeit, Ressourcen, Bindung an den Menschen), wäre Kami unsere jetzige Hündin als Zweithund deutlich besser geeignet, in der Praxis würde sie sich damit wohl arrangieren, mehr aber auch nicht.