Die drei sind fröhlich durch den Niesel getappt (halt durch die lange Zeit im Tierheim abgehärtet; bei Tag und Nacht und jedem Wetter für einen Spaziergang zu haben
Kami hasst Regen, sie hat die häuslichen Annehmlichkeiten sehr gut angenommen und ist der Meinung bei Regen muss man nun nicht zwingend raus.
Aber sie hat einen Regenmantel, das macht es ihr erträglicher. 
Wir reihen uns mal mit ein.
Schnuti kommt auch aus dem Tierschutz. Und wir wollten gerade einen erwachsenen Hund aus dem TS, damit wir wissen, was auf uns zukommt. Witzig, wie unterschiedlich Menschen da so ticken.
Zu unserem Leben passt sie perfekt und hat alles was für uns wichtig ist unglaublich schnell und irgendwie nebenbei gelernt.
Wir wohnen in Berlin (nicht Innenstadt, aber auch nicht Stadtrand) und sie kann so ziemlich alles, was man als Stadtgöre so können muss.
Sie fährt Öffis wie ein Profi, kann routiniert im Auto mitfahren, ich mache mir keine Sorgen, wenn wir bei Freunden mit Kindern oder Katzen sind. Wir können durch den Wald laufen und ich kann mich der Botanik widmen oder wir machen Ausflüge in der Stadt und sie schläft im Café lieb unterm Tisch. Sie ist eine liebe sanfte ruhige Träumerin, die am liebsten in der Landschaft rumglotzt.
Ich glaube ihr Horror wäre eine sportliche hektische Familie, meiner allerdings auch. 
Sie bleibt allein, wacht nicht, ich habe sie in der Wohnung überhaupt noch nie Bellen gehört. Ressourcen sind kein Problem, sie ist unglaublich verfressen, dabei aber nicht aggressiv und auch daheim teilt sie alles gern mit Gasthunden.
Sie hat sich seit sie hier eingezogen ist eigentlich kaum verändert, was ihr Wesen angeht. Sie ist selbstbewusster und lustiger geworden und weiß wie jeder gute Hund welche Knöpfe er bei uns drücken muss, um etwas zu bekommen. 
Sie ist Begleithund, ob im Wald, bei Ausflügen, Urlauben, im Büro oder Sonntags zum Bäcker. Sie hat viele Fans im Park, die Leckerlies bei den älteren Leuten hier sitzen locker und sie ist immer gern gesehen.
Sie teilt unser Leben und bereichert es um so vieles. 
Natürlich ist das Tierchen nicht perfekt, sind wir ja auch nicht. Bis wir so gedankenverloren durch den Wald flanieren konnten, vergingen 9 Monate Training. Der Jagdtrieb ist moderat und wir haben einen Weg für uns gefunden, gerade auch, weil sie nie kopflos agiert, macht sie es einem sehr leicht.
Will to please hat sie nicht, aber wenn wir nicht gerade draußen sind einen ausgeprägten Will to Eat, deshalb kann sie schon eine Menge Quatsch. Draußen ist die Kooperationsbereitschaft weniger ausgeprägt, Kooperation braucht es aber eigentlich auch kaum, weil sie einfach so leichtführig ist und vieles von sich aus einfach richtig macht.
Sie konnte die ersten Wochen/Monate nichts (kein Sitz,...) aber das ist einfach nie aufgefallen. Wenn wir uns im Park mit Leuten unterhalten haben,... hat sie sich einfach so hingesetzt oder hingelegt. Musste man ihr nie sagen. In der S-Bahn habe ich ihr 2x einen Keks gegeben, dafür das wir ordentlich sortiert am Sitzplatz saßen und sie sich hingelegt hat. Danach stieg das Tier ein, fedelte sich an die Position, legte sich hin und schlief.
Alles geht und ging wie von allein, irgendwie so nebenbei. Das hat sich schon im Tierheim gezeigt.
Wenn sie Stress hat, bellt sie auch schonmal Hunde an oder fängt an Dinge zu putzen. Treibt man es auf die Spitze und pusht sie und sie bekommt Stress fällt sie in selbstzerstörerisches Verhalten kreiselt und beißt sich in den Schwanz. Wir kennen ihre Grenzen in 2,5 Jahren haben wir es nur 2x erlebt. Sie hat Probleme mit sehr aktiver Manipulation und bricht dann einfach zusammen, wirft sich auf den Boden und macht zu, wir wissen halt darum.
Sie hat im Dunkeln einen angenehmen Schutztrieb bei "komischen" Menschen, mir ist es recht, ein geflüstertes "ist OK" reicht ihr, damit wir unseren Weg unbekümmert weiter fortsetzen. "Normale" Menschen können im Dunkeln aber auch das Grundstück betreten und sie hebt nicht einmal den Kopf.
Die einzige Überraschung war der moderate Jagdtrieb, ansonsten ist ihr Grundcharakter so geblieben, wie er schon im Tierheim war und alles hat sich bei uns einfach so zusammen gefügt.
Sie kommt aus einem Tierheim in Deutschland, kam aber ursprünglich aus Polen, wo sie auf einem Hof lebte (Kettenhaltung ist anzunehmen > die Zähne vorne sind ziemlich runter) und kannte eigentlich nichts. Aber sie nimmt neue Dinge schnell für sich an und deshalb geht irgendwie alles wie von allein.
Ich würde mich immer wieder für einen TS Hund entscheiden, ich habe es einfach nicht so mit jungen quirligen Hunden, wir mögen es ruhig und ich habe eine Schwäche für ältere Hunde. Kami war so unsere untere Grenze (6 Jahren, nun ist sie 8), aber hat einfach durch ihre ruhige Art bestochen.
Ich habe nichts gegen Züchter, es gibt nur einfach keine Rasse, mit der ich mich zu 100% anfreunden kann, also suchen wir wohl auch zukünftig unsere persönliche Wollmilchsau im TS.
Ich trete nun mit unserer Wollmilchsau mal die letzte Runde, noch liegt sie neben mir uns schläft 