Ich glaube es kommt sicher auch auf das Problem und die Lebensumstände an.
Ansonsten spielen für mich persönliches Interesse, eine Leidenschaft sich mit neuen Sachen auseinanderzusetzen, eine gewissen Sensibiliät für Details und Bauchgefühl/Intuition und Realismus eine große Rolle.
Es gibt Leute die sind so schlecht im Timing oder schätzen Sachverhalte so verkehrt ein und das sind Punkte, da dauert es sicher bis man ein Auge für hat,... Und bei manchen wird es auch einfach nichts. Hier schaffen es Leute, sich Probleme über Jahre selbst zu basteln, weil sie so unglaublich falsch bestätigen.
Da sind Leute mit Erfahrung im Vorteil. Aber es gibt auch Leute, die naturgegeben oder erlernt ein Auge für "Details", Stimmungen,... haben. Wenn das noch mit einem Wissensdurst gekoppelt ist und einer realistischen Denkweise und die Lebensumstände nicht völlig dagegen sprechen, fände ich es überhaupt nicht problematisch.
Und manche Probleme sind in einem geänderten Lebensumfeld vielleicht gar keine. Wenn der Hund nicht allein bleiben kann und massive Verlassensängste hat und es aber in dem Heim gar nicht muss. Oder der Hund der vielleicht territorial ist, das aber in einem anderen Heim vielleicht sogar gewünscht ist und sonst eben gemanaged wird und sei es ein Zimmer/Zwinger für die Zeit wo Besuch da ist.
Ein Angsthund, der auf dem Land gar nicht von sovielen Reizen überflutet wird, wie in der Stadt,...
Ich gehe jetzt nur von "normalen" Problemhunden aus und nicht von eigentlich nicht vermittelbaren "Spezialisten", wo jeder Handgriff schon zum eigenen Selbstschutz sitzen muss, denn das ist etwas was sicher Übung erfordert.
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Bei uns damals hat das super geklappt. Wir liebten den Hund einfach, hatten keine Hunderfahrung, aber noch bevor sie einzog haben wir einen Trainer klar gemacht. Maulkorb war für uns bei der Vorgeschichte einfach logisch. Ich habe alles zu Aggressionsverhalten förmlich verschlungen, Videos geschaut, die entsprechende Lektüre zur Körpersprache,...
Ganz klar, mit der heutigen Erfahrung hätte man manche Sachen vielleicht anders gemacht, aber man war auch nicht so verkopft, das war auch hilfreich.
Bei uns hat es super funktioniert und was 11 Jahre bei der Vorbesitzerin nicht möglich war, weil keiner auch nur eine Sekunde Arbeit investieren WOLLTE und es unschöne Zwischenfälle aufgrund grober Fahrlässigkeit/Dummheit/Naivität gab, hat sie sich bei uns wirklich toll entwickelt und ich wünschte wir hätten mehr Zeit gehabt.
Es hätte gar nicht so weit kommen müssen, hätten die Vorbesitzer auch nur ein bisschen Interesse, Leidenschaft und Willen gezeigt oder wären zumindens verantwortungsvoll mit ihr umgegangen.
Jeder muss erst Erfahrungen sammeln, ja, aber ich glaube das eine Leidenschaft für eine Sache vieles ausgleichen kann.
Man sieht hier soviele Neuhundehalter, die so angagiert sind, alte Hasen die die selben Fehler wie beim letzten Hund machen und weiß genau in welche Richtung es sich entwickeln wird. Und alle Facetten dazwischen.
Ich denke wenn man sich längere Zeit mit den Leuten auseinandersetzt, in Treffen und Gesprächen und wenn man sieht wie sie mit dem Hund aggieren bekommt man schon ein gutes Gefühl dafür und davon ab, sind manche Probleme für andere vielleicht gar kein Problem.