Ich habe 24 Seiten nun mal ueberflogen..
Zu einem gewissen Teil ist Freilauf sicher erstrebenswert, allein schon weil es eigentlich die natuerlichste Art fuer den Hund ist, sich draussen zu bewegen.
Zu einem gewissen Teil nur deshalb, weil es mir ehrlich gesagt nie, und da mag der Hund noch so gut hoeren, in den Sinn kommen wuerde, einen Hund z.B. an einer viel befahrenen Strasse ungesichert laufen zu lassen. Hund bleibt Hund und einmal erst auf den zweiten Ruf reagiert kann hier fuer den ihn und andere das Ende bedeuten.
Ich wohne ziemlich direkt am Wald und von daher habe ich, je nach Hund, selbige weniger bis garnicht an der Leine. Allein schon aus dem ganz egoistischen Grund das ich es ohne schoener finde und ich spaetestens ab 2 Hunden an Flexi oder langer Leine beim entwirren ausflippen wuerde. Ein weiterer Grund ist fuer mich, dass zumindest ein temperamentvoller Hund idR auch gerne mal einfach Sprintet, Haken schlaegt etc - an der Leine kaum moeglich ohne mir den Arm auszukugeln.
Letzteres ist fuer mich aber trotzdem kein Grund, einen eventuell nicht hoerenden Hund einfach rennen zu lassen. Voraussetzung fuer Freilauf ist fuer mich nunmal Gehorsam.. kein Gehorsam, kein Freilauf. Selbigen baue ich einfach schrittweise auf, erst in reizarmer Umgebung, dann an langer Leine gesichert und irgendwann wird das ganze, wenn es sicher klappt eben leinenlos trainiert. Zuerst wieder in reizarmen Raeumen und irgendwann fordere ich mehr.
Nun muss ich dazu sagen, dass ich schon der Meinung bin, dass ein Hund, der die entsprechende Bindung an mich hat, auch etwas daran liegt bei mir zu bleiben. So weit, dass ich aber sage jagen waere "respektlos" oder der gleichen wuerde ich aber nicht gehen. Jagen ist genetisch verankert, bzw uebersteigert bei den meisten Rassen im Vergleich zur Urform. Das abzubrechen muss man eben trainieren.
Im Endeffekt die Hoffnung zu hegen, dass ein jagdlich ambitionierter Hund das von selbst lassen wird, nur weil er mich so toll findet finde ich ehrlich gesagt an der Realitaet vorbei. Nur wenige Hunde lassen sich so putschen das sie nichts mehr ausser ihrem Halter sehen... das ist dann aber auch wieder nicht richtig, weil ist ja dann ein poehser Junkie und man ist auch wieder der Doofe gemeine Hundehalter
Meine junge Huendin ist normal immer mit einem Ohr bei mir und rennt zwar mal vor und zurueck, aber bleibt auch ohne Ansprache und Bespassung von mir eigentlich immer in einem Radius von evtl 20m. Mehr moechte ich auch nicht. An Stellen an denen wir schon Wildkontakt hatten, ist ihr Kopf trotzdem erstmal auf Jagd gepolt (wobei sie nur hetzt) und ja, da rufe ich dann, bevor Madame sich eben umsehen geht, ob man nicht doch noch etwas aufscheuchen kann.
Staerker ist das sicher bei recht selbststaendigen Jagdhunden ausgepraegt. Ich kenne durchaus Halter, die ihren Hund frei laufen lassen koennen.. aber die muessen dann im Regelfall eben auch schon rufen, wenn die Koerperhaltung des Hundes sich nur minimal veraendert. Das heisst dann eben nicht, dass ich entspannt durch den Wald schlendern kann..
Allerdings mal ganz provokant gefragt, auch im Hinblick darauf, dass hier mancher scheinbar der Meinung ist, seinen Hund 200m rennen lassen zu muessen - warum kaufe ich mir als Nichtjaeger einen Jagdhund mit derart grossem Radius, wenn ich keine Einsatzmoeglichkeit fuer ihn habe oder eben wert darauf lege, bei meinen Spaziergaengen vertraeumt in die Luft zu schauen?
Wenn ich mich hier mal umschaue, bei 200m Entfernung wuerde ich meinen Hund wohl kaum mehr sehen - jedenfalls nicht so, dass ich auch koerpersprachliche Veraenderungen bemerken wuerde oder den hochgehenden Hasen bemerken wuerde, bevor mein Hund ihn schon uebers Feld hetzt.
Ich gehe ja nun vorwiegend im Wald laufen.. bei derartigen Entfernungen kaemen schon x Kreuzungen dazwischen, wo Jogger, Fahrradfahrer und andere Hunde auftauchen, die ich gerne sehen moechte, es geht um z Biegungen, sodass ich meinen Hund nicht mehr sehen wuerde und weiterhin hat mein Hund ausserhalb eines Weges eh nichts verloren.
200m Radius koennte und wollte ich meinem Hund nicht geben... von daher habe ich eben auch Hunde, die nicht weiter weg wollen und ehrlich gesagt glaube ich, dass die nichtjagdlichen Plaetze fuer derartige Hunde, in denen 200m auch ok sind, in Deutschland doch eher sehr selten sind.
schara
Deine Huendin ist doch taub, oder?
Meine Hunde sind im Normalfall, auch wenn sie woanders hinsehen immer mit einem Ohr bei mir. Das entfaellt bei dir ja nun und ich denke, es ist auch kaum zu schaffen so die Aufmerksamkeit des Hundes zu bekommen wenn gerade etwas deutlich interessanter ist.
Es gibt ja nun mittlerweile sehr zuverlaessige Vibrationshalsbaender, auf die man einen tauben Hund wunderbar konditionieren kann und ihn somit auch erreicht, wenn er einen gerade nicht ansieht.. warum versuchst du das nicht?