Wobei ich mich frage, was diese Hunde dann so “nicht-unglücklich” macht und woran man meint dieses Glück zu erkennen.
Sozialer Kontakt: nicht mit Menschen, nicht mit Hunden = NULL
Geht einfach schon mal komplett gegen die Hundenatur.
Jeden Tag derselbe Zwingerbereich.
Und was passiert großartig in der Umgebung? Lärm, Bellen und Putzen.
Nichts — oder negativer Stress.
Und wieviel Zeit ist dann wirklich, dem Hund irgendwas wie ein Beutespiel zu ermöglichen, das nicht monoton ist?
Bestenfalls könnte Futter im Spielzeug versteckt sein.
Aber wieviel Zeit ist wirklich, das mehrmals wöchentlich vorzubereiten und wieder aufzuräumen.
Und was passiert die restliche Zeit.
Die meisten Tiere können halt keinen Selbstmord begehen und leben halt auch in einer tristen und deprivierten Lebenssituation halt solange vor sich hin, wie sie müssen.
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Ich weiß jetzt nicht, wie viel Zeit in Deinem Leben Du schon in einem Tierheim verbracht hast. Aber nach dem, was Du schreibst, nicht besonders viel.
Bei mir waren es etliche Stunden. Eben aus dem Grund, Gassigänge zu ermöglichen, Kontakt mit den Hunden zu haben, zu schmusen und streicheln, falls möglich, falls möglich mal eine Runde Fellpflege zu übernehmen, Kauzeug, Liegeplätze und Spielis zu sponsern. Die Vereine, die ich kenne, haben Einzelausläufe, in denen sich auch mal eine unsoziale Socke mit der Umgebung beschäftigen kann … Ja, die angestellten Kräfte haben nicht viel Zeit. Aber dankenswerterweise gibt es viele, viele Ehrenamtler, die sich tatsächlich die Zeit nehmen und Geld beisteuern für Hunde, die gerade keiner haben will.
Ja, es gibt die Schattenhunde, die apathisch dahocken, keinen Kontakt zum Außen mehr aufnehmen, die resigniert haben und denen man keine Freude mehr ansieht. Aber die sind wirklich sehr, sehr selten. Und sogar von diesen Hunden finden welche ein Zuhause und blühen wieder auf. Auch für alte, kranke, unverträgliche Hunde findet sich jemand. Nicht immer, aber öfter als man meint.
Der allergrößte Teil interagiert mit glänzenden Augen und Freugesicht, freut sich über Kontakt und Zuwendung und macht das Beste aus dem, was er kriegt. Ja, es ist kein Zuhause. Nein, die Beschäftigung ist nicht tagfüllend und ja - man wünscht sich was Anderes für die Hunde. Aber sie haben die Fähigkeit, das Beste aus dem zu machen, was sie kriegen.
Ich hab mal meinen letzten Satz gefettet. Mir gehts nicht um Hunde, die völlig kontaktlos „geschiebert“ werden (von denen gibts mMn auch echt nicht viele). Aber es gibt durchaus unverträgliche, teils auch menschenaggressive Hunde, denen im Rahmen der Möglichkeiten ein anständiges Leben geboten werden. Und die vermittelt werden.
Nein. Ich kann nicht in den Hundekopf reingucken. Aber Du auch nicht. Genauso wie Du in meine Richtung fragst, woher ich meine, „Glück“ bei Hunden zu erkennen, könnte ich Dich fragen, wieso Du meinst zu erkennen, dass sie ihr Leben für lebensunwert halten und lieber tot wären. Und ob Du da nicht eher Deine Wert- und Idealvorstellungen auf diese Tiere überpfropst.
Man kann jedenfalls wirklich Einiges dafür tun, dass es nicht so ist.