Ich finde das Thema sehr spannend und lese gerne die verschiedenen Meinungen dazu.
Für mich gibt es rund ums Thema Trauer einfach kein richtig/falsch oder ein angemessen/unangemessen. Jeder Mensch sollte so trauern dürfen wie es sich für ihn richtig anfühlt, ob das für andere befremdlich sein mag oder nicht, für mich kommt es auch stark auf das WIE drauf an. So macht es für mich einen Unterschied, ob der Besitzer in tiefer Trauer noch ein letztes Bild von seinem Tier machen möchte und dies vllt im Anschluss in sozialen Netzwerken veröffentlicht um diese Trauer zu bewältigen, so hätte ich da überhaupt kein Problem mit, geschweige denn würde ich mir ein Urteil über die Menschen bilden. Anders wäre es für mich, wenn jemand wie ein Paparazzi um sein totes Tier herumläuft, versucht das Tier im besten Winkel abzulichten und es dann iwo online stellt um Aufmerksamkeit zu erregen etc., das fänd ich ekelhaft und abstoßend.
Ansonsten kann ich persönlich berichten, ja ich habe Fotos von meinen Tieren gemacht, teils kurz vor dem Tod, teils auch noch danach, dies sagt aber ja nichts darüber aus wie traurig ich war oder dass ich nichts besseres zu tun hatte, als in diesen innigen Minuten der Zweisamkeit meine Tiere zu fotografieren. Für mich war es in erster Linie wichtig bzw war es die einzige Möglichkeit meine Schwester (die nicht in Deutschland lebt) in den Sterbeprozess mit einzubeziehen bzw ihr auch die Möglichkeit zu geben sich vom Tier zu verabschieden, für mich gehört zum Abschied der Anblick des toten Tieres dazu und ist mir unheimlich wichtig, ich würde alles dafür geben meine Tiere beim Sterben zu begleiten, wenn das nicht möglich ist, würde ich sie immer nochmal sehen wollen. Das war mir schon als kleines Kind enorm wichtig, so wollte ich mit 9 Jahren auch meinen verstorbenen Opa nochmal sehen und auch als mein anderer Opa starb war ich eine der wenigen, die ihn nochmal im offenen Sarg sehen wollte.
Das sind Dinge, die ich nie vergessen werde, ob ich Fotos gemacht habe oder nicht und so schmerzlich diese Erinnerungen auch sind, ich würde sie nicht missen wollen.
Was ich persönlich nie machen würde ist diese Bilder zu veröffentlichen, die sind mir definitiv zu privat und die muss auch keiner zu Gesicht bekommen.
Also wie gesagt für mich war es die Möglichkeit meiner Schwester die Chance zu geben "dabei" zu sein, was nicht heißt, dass ich die ganze Zeit damit beschäftigt war alles genaustens für sie festzuhalten, geschweige denn nicht voll und ganz beim Tier war. Das Kaninchen haben wir tot aufgefunden und ich habe ein letztes Foto gemacht, als ich es liebevoll eingebettet habe, kurz bevor wir es vergraben haben. Beim Pferd habe ich in den Stunden vor der Einschläferung noch ein paar wenige letzte Fotos gemacht, da war sie aber auch nicht mehr wirklich bei uns, nach dem Einschläfern habe ich keine Fotos mehr gemacht, die riesige Blutlache wollte ich meiner Schwester ersparen und die musste ich jetzt auch nicht festhalten ehrlich gesagt.
Wäre meine Schwester vor Ort gewesen hätte ich keine Fotos gemacht, aber ich finde es legitim, dass es für andere Menschen dazugehört.