Hallo liebe Hundefreunde!
Nachdem unser letzter Hund 2010 im Alter von 12 Jahren für immer eingeschlafen ist, befinden wir uns nun seit 3 Monaten in der Lage, uns selbst wieder als stolze Hundehalter bezeichnen zu können. Im Mai haben wir relativ spontan die (heute 8 Monate alte) Bearded Collie - Hündin Shila von Bekannten adoptiert, weil diese sich aufgrund von beruflichen Gründen nicht mehr um sie kümmern konnten. Die letzten Jahre waren wir lediglich ehrenamtlich im Tierheim tätig, aber es ist doch schon was anderes wieder Tag und Nacht mit einem Hund zusammen zu leben 
Shila ist wirklich eine total liebe und noch dazu wunderhübsche Maus, die uns wirklich zeigt, dass uns ein Hund in den letzten 3 Jahren mehr als gefehlt hat. Allerdings haben wir ein paar Schwierigkeiten mit ihr, vielleicht weil sie sich jetzt in der "Hunde-Pubertät" befindet, die wir mit unserem 1. Hund nicht durchgemacht haben, da wir den erst mit 7 Jahren bekommen haben. Wir wissen deshalb nicht genau - ob ignorieren, vermeiden, maßregeln.... 
(Wir haben auch schon eine Hundeschule aufgesucht, werden die aber bald verlassen, weil uns die Methoden nicht wirklich zusagen- es findet ja immer jeder Gründe, die seine Idee / Theorie belegen und verteidigen, aber uns ist der Argumentationsgang für diese Art der Erziehung nach wie vor unschlüssig und nicht nachvollziehbar, wir wollen die Sache am liebsten wie bei unserem 1. Hund selbst in die Hand nehmen, als uns von irgendjemandem was einreden zu lassen und es glaubt ja doch jede Hundeschule IHRE Erziehungsgrundsätze seien die einzig richtigen; Funktionieren tut halt auch alles - auf unterschiedliche Weise)) 
Wir haben folgende Situationen: Manchmal spielen wir mit Shila im Garten. Entweder einfach herumrennen oder Fußball. Manchmal ist es dann so, dass sich Shila von uns entfernt und nach Sachen sucht, die sie in den Mund nimmt und dann damit umherläuft, z.B. Tannenzapfen. Einmal hat sie das gemacht, als gerade die Hundetrainerin bei uns war, die meinte dann, Shila würde uns damit zeigen wollen, das sie etwas "ganz tolles" hat, bei uns "angeben" wollen. Wir sollten dann den Fußball hochnehmen und uns gegenseitig zu werfen, um ihr zu entgegnen "wir haben auch was ganz tolles, was viel besseres" Wir wissen nicht, was wir davon halten sollen? Wir haben dieses Verhalten von Shila eigentlich nie als Besitzdemonstration bewertet, und man kann ihr den Tannenzapfen auch wieder wegnehmen. Außer man rennt auf sie zu, da rennt sie natürlich damit weg.
Es kommt auch schonmal vor, dass Shila im Spiel zu grob oder frech wird ( nach Beinen / Händen schnappt, bellt), und weil sie so fixiert auf den Ball war, sollten wir sie kommentarlos aus dem Spiel ausschließen und in Sichtweite ein paar Meter weiter anbinden (oder ins Haus schicken). Dann ist es aber so, dass Shila ununterbrochen bellt. Man hört, dass sie frustriert und sauer ist, sie fängt an zu buddeln und Gras zu rupfen, oder sucht wieder zwanghaft nach "Ersatzgegenständen". Dadurch, dass wir sie ausschließen, sollten wir ihr wohl zeigen, dass sie "so" nicht mitspielen darf. Eigentlich ist es ja auch nicht richtig, dass sie ein so massives Problem damit hat, mal nur gucken zu dürfen, aber wir fragen uns, ob das so überhaupt was bringt. Denn Shila hört auch nach 15 Minuten nicht auf zu bellen, und wie kann sie denn lernen, dass sie mitspielen darf, wenn sie ruhig ist, wenn es nie soweit kommt? Wir haben auch Nachbarn, wir können Shila ja nicht stundenlang bellen lassen?
Hat da vielleicht jemand eine Idee? Wir sind mit diesem Verhalten von Shila wirklich etwas überfordert, unser alter Hund hat so gut wie nie gebellt, und schon gar nicht, um uns herauszufordern. Generell ist sie (ja schon wegen des Alters) viel lebhafter und aktiver, aber damit kommen wir klar.
Da wäre dann noch eine Sache. Bei uns in der Nähe gibt es einen schönen "offenen" Tierpark, in den man auch seinen Hund mitnehmen kann. Da gibt es halt weniger exotische Tiere, sondern nur Esel, Ziegen, Schafe, Wild, Gänse und sowas. Mit unserem alten Hund sind wir da gerne hingegangen - das war auch von Anfang an nie ein Problem, denn er hatte trotz Münsterländer im Blut überhaupt keinen Jagdtrieb! Er fand es einfach super interessant da die anderen Tiere zu sehen und sie zu beschnuppern (die Tiere da sind sehr zutraulich). Shila flippt jedoch regelrecht aus, sie versucht nach den Tieren (sogar Eseln und Hirschen) zu schnappen, ist richtig fixiert , befindet sich wirklich auf 100 im Jagdmodus!
Ignorieren können wir dieses Verhalten nicht. Sie ist dann auch nicht mehr ansprechbar. Um sie "zurückzuholen" stupsen wir sie schonmal in die Seite, aber da ärgert sie sich richtig und wendet sich gegen uns - nach unserer Trainerin wohl mit dem Motto "Du hast mir nichts zu sagen!" (wir glauben nicht, dass es so extrem ist, wollen aber auch nicht abwarten, bis es sich soweit entwickelt), da wissen wir dann auch nicht, wie wir reagieren sollen, außer halt dass wir nicht mehr hingehen und solche Situationen vermeiden. Aber man kann es ja nicht ausschließen, dass auf dem Spaziergang mal Rehe oder Hasen aufblitzen, wo Shila dann hinterher rennen möchte. Kann uns hier jemand Tipps geben, was man gegen das Jagen machen kann? Sie nimmt in den Situationen auch kein Futter an - egal wie lecker. Damit haben wir nicht gerechnet , aber wir möchten sie auf keinen Fall mehr weggeben!!
Ansonsten ist Shila super freundlich, zu Mensch und Hund. Teilweise nur doch etwas zu stürmisch und anstandslos- weil sie soo freudig aufgeregt ist- wir hoffen aber dass sich das im Umgang mit anderen Hunden von selber erledigt. Wenn es an der Tür klingelt, bleibt sie in ihrem Körbchen liegen und lässt den Besuch ruhig eintreten, sie bellt auch nicht, wenn es klingelt. Sitz und Platz klappen ohne Ablenkung immer - mit Ablenkung leider noch nicht zuverlässig. Auch der Abruf klappt noch nicht zuverlässig, sodass wir sie noch nicht von der Leine lassen wollen, wo wir ja auch wissen, dass sie Tieren hinterher läuft.
Wir würden uns total freuen, wenn uns jemand ein paar Sachen dazu sagen könnte, insbesondere wo man bei der Hundepubertät drauf achten sollte. Shila ist jetzt nun wirklich das KOMPLETTE Gegenteil von unserem alten Teddy, aber wir würden sie gerne für immer bei uns behalten!!
Liebe Grüße!