Beiträge von straalster

    Klingt perfekt bei dir! Finde ich sehr schön zu hören, denn es gibt Hoffnung.

    Ich will meine Wohnsituation sobald als möglich ändern, auch wenn ich das Haus und vor allem meine direkten Nachbarn mittlerweile wirklich liebe. Zur Zeit ist es aber so, dass wir mit der Tieranzahl wirklich am absoluten Maximum sind (viel Platz und kulanter Vermieter aber noch n großer dazu - geht nicht). Wir wohnen im Dachgeschoss ohne Aufzug. Die beiden kleinen Nasen und die Katzen kann ich einpacken und tragen oder sie laufen halt so mit raus / in meinen Garten (der ist ca. 2 Minuten entfernt). Bei nem großen Hund, der sich vielleicht mal was in die Pfote tritt oder warum auch immer keine Treppen steigen kann, wird es schwer. Wortwörtlich. Das hatte ich schon mal und hab mir dabei ordentlich den Rücken geschrottet.

    Daher muss es aktuell noch ein Plan bleiben.

    Darf ich fragen, warum Alice zu dir kam?

    Ich hätte wirklich gerne wieder einen Großen. Zum einen, weil ich so aufgewachsen bin und gefühlt etwas fehlt. Zum anderen, um wieder genauso entspannt wie früher spazieren gehen zu können. Eigentlich hab ich auch schon den perfekten Kandidaten. Groß, hauptsächlich schwarz, wirkt erstmal bedrohlich und ist der größte Kuschelkasperkopf der Welt. Aber die Wohnsituation gibt das gerade einfach nicht her.

    Ich hab mir den Collie gekauft, damit uns endlich mit Respekt begegnet wird.
    Und was soll ich sagen:
    Seit ein großer Collie bei uns ist, hatten wir nicht eine einzige Tutnix-Begegnung mehr.

    Das war vorher so schlimm, dass ich mich nicht mehr alleine zum Gassi getraut habe, weil es für mich einfach nur schrecklich war, überfallen zu werden von fremden Hunden und dann alleine mit 4 kleinen Hunden dazustehen.

    Jetzt ist nix mehr.
    Alice ist nur da. Sie ist nett und bunt und niedlich und überhaupt gar nicht gefährlich. Aber ihre Anwesenheit reicht, dass die Tutnix-Halter ihre Hunde an die Leine nehmen, oder ran rufen, oder Bögen laufen.

    Ich kann endlich wieder alleine raus ohne Panik zu bekommen, ich bin entspannter, und dadurch sind meine Hunde entspannter.
    Aus 4 leineschreienden Kleinhunden sind 4 Kleinhunde geworden, die schweigend bei mir stehen/sitzen und Leckerlies nehmen.
    OHNE Üben, einfach, weil ich ruhiger bin, und weiß, wenn ein Tutnix angeblasen kommt, schicke ich meinen eigenen Tutnix hin.

    Find ich total und scheiße zugleich. Total toll, dass du das lösen konntest (ich will auch...). Scheiße, dass man sich in manchen Fällen wirklich nur so behelfen kann, weil es so vielen an Rücksicht und Respekt mangelt. Diese "mir doch egal, solange meiner keinen Schaden davon tragen kann"-Riege kotzt mich einfach nur an.

    Und genau das Fragen find ich super @no thyme!

    Denn zum einen gibst du dir Mühe und willst Verständnis und zum anderen kann man miteinander reden und sich vielleicht auch mehr verstehen. Klar möchte ich manchmal(okay, immer) davon ausgehen, dass das doch eigentlich alles selbstverständlich ist. Bringt aber nix. Kommunikation schon.

    Um mal noch auf deine Frage mit der Beschäftigung zurückzukommen: Meine beiden (5-6 und 8-9kg) laufen jeden Tag drei Stunden und sind demnach wenigstens so lange draußen. Ausnahme ist der Hochsommer, denn Wärme mögen beide überhaupt nicht und machen dann schnell schlapp. Da gibt es nur sehr kurze Löserunden am Tag und ne etwas längere Runde in der Nacht. Und Im Garten gibt es Agility und sie können miteinander spielen.
    Drinnen halt irgendwelche Tricks üben (High Five, "Erdmännchen", "Nase", "Kuss"... wir haben da sehr eigenwillige Begriffe für...) oder auch mal Intelligenzspielzeug. Dazu "hüten" beide die Katzen und passen auf, dass die aktuell sieben Stubentiger nicht an Möbeln kratzen, unerlaubt rausgehen oder sich bekriegen. Klingt furchtbar anstrengend und viel, wenn ich das so niederschreibe, aber die schlafen auch viel und sind generell sehr entspannt. Wenn einer keinen Bock mehr hat oder müde ist, legt er sich halt hin. Das schätze ich bei den beiden sehr - ich brauch keine Angst zu haben, dass sie sich vor lauter Will-to-please überanstrengen.

    War auch bei meiner "Herrscherin des Universums" so. Mein Seelenhund. Der Ollen hab ich das riesige Rudel zu verdanken (sie musste immer alle Tiere ohne Dosenöffner mit nach Hause nehmen). Dieses 3,5kg Wesen mit unfassbaren Kräften hat auch mit unserem Golden Retriever mal eben 4 Stunden Laufen ohne Pause mitgemacht. Im Eimer war der Goldie, sie konnte danach auch noch spielen. War es ihr aber an einem anderen Tag mal nach 30 Minuten zu viel, hat sie das gezeigt.


    Werden Kleine zu oft aus Situationen rausgenommen? Möglich bis bestimmt. Aber verallgemeinern würde ich das nicht. Es gibt Halter, die haben von vornherein Angst und vermitteln diese Angst und Unsicherheit an ihren Hund. Es gibt Halter, die haben schon zu viel erlebt und einfach keine Lust mehr darauf oder auch keine Kraft mehr dafür, dass es wieder eine Tragödie gibt. Ich denke das kann man eigentlich nur lösen, wenn man sich Zeit nimmt und ganz langsames Gewöhnen erlaubt. Für Hund und Halter. Und dann eben auch nur mit anderen/größeren Hunden, die ebenso rücksichtsvoll sind wie ihre Halter. Aber das ist eben nur selten möglich und jeder Tut-nix, der dann doch was tut und jeder Mensch, der übergriffig wird, wirft dich halt wieder zurück.

    Anlässlich einer für mich sehr interessanten Diskussion rund um die Vorurteile gegenüber Klein- und Kleinsthunden und darüber, was deren Haltung schwieriger macht, hab ich hier mal ein paar Fragen (und einen Wunsch).

    Dieser Thread ist ausdrücklich NICHT zur Provokation gedacht. Stattdessen soll er zum Austausch zwischen Groß- und Kleinhundehaltern dienen.

    Was würdet ihr euch wünschen? Vielleicht mehr Verständnis oder Rücksichtnahme?
    Was findet ihr schön, was nervt euch?
    Warum habt ihr euch für einen großen oder kleinen Hund entschieden?
    Mit welchen Vorurteilen werdet ihr beziehungsweise eure Hunde konfrontiert?

    Vielleicht schaffen wir es ja hier, ein bisschen mehr Verständnis auf beiden Seiten zu bekommen. Ich weiß, hier im Forum ist das bereits Ningeln auf hohem Niveau :D Aber ich würde mich echt freuen, wenn es für den einen oder anderen einen „So hab ich das noch gar nicht gesehen“-Moment gibt.

    @Nalas-Frauchen: Das Krasseste was ich bisher beim Koteinsammeln untergeschoben bekommen habe, war ein komplett zugesauter Rasenstreifen. Alles eindeutig von größeren Hunden. Vor mir lief einer mit Schäferhund. Schäferhund ohne Leine in nem Gebiet mit strikter Leinenpflicht. Hund verrichtet vor den Augen eines fremden Mannes sein Geschäft und trottet weiter. Halter schlenderte unbeteiligt hinterher. Ich hab gewartet, weil ich keine Lust auf Kontakt mit dem Schäfi hatte. Dann sind wir einfach nur vorbeigegangen und die Hunde haben kurz in die Richtung dieses Streifens geschnuppert - im Gehen wohlgemerkt. Plötzlich hastet der fremde Mann auf mich zu und beginnt bereits im Laufen mich zu beschimpfen. Meine Hunde hätten da alles zugeschi****. Ich solle das gefälligst beseitigen aber plötzlich.

    Hab gefragt, ob sein Mut nicht für den Mann mit dem Schäferhund gereicht hat, dass er es jetzt an mir auslassen muss. Und dass es ja ganz schön tief blicken lässt, wenn man zierliche Frauen mit kleinen Hunden fertigmachen will, aber den Schwanz bei anderen einzieht. Danach war der Typ leuchtend rot im Gesicht. :D

    @ChiBande: Mir ist beim Lesen davon, was euch passiert ist echt das Herz in die Hose gerutscht. Zum Glück ist es einigermaßen glimpflich abgelaufen. Zumindest, was die körperliche Unversehrtheit angeht.

    Was du beschreibst (Gartenzaun), kenne ich auch nur zu gut. Vielleicht sind andere der Meinung, die Kleinen dürfen nicht bellen weil sie ja keine richtigen Hunde sind? Genauso wie Knurren und selbst Zähnefletschen des Öfteren als niedlich abgetan werden, wenn es ein Kleiner macht. Für mich ist es dadurch auch nicht verwunderlich, wenn sie dann direkt deutlicher werden, also schnappen. Aber dann sind sie angeblich eben Giftkröten oder zickig oder nicht erzogen. So respektlos Grenzen zu ignorieren würde sich bei z. B. einem Rottweiler keiner trauen.
    Und wenn ich dann die Grenze für meine Hunde deutlicher ziehen muss, dann ist es ja kein Wunder, dass die Hunde so giftig und zickig sind - ich bin es ja auch....

    @Miniduo: Die Großen sind ja den ganzen Tag draußen. Ob das jetzt ein kleiner Hof ist oder ein Garten, ist ja egal - bewegen können die sich da ja. Oder so :???:
    Meine werden ebenfalls bemitleidet, weil sie so oft und lange und dann auch noch bei jedem Wetter raus müssen UND weil die Armen in einer Wohnung leben. Das ist nämlich nichts für Hunde, da können die sich ja gar nicht bewegen. (Man beachte die hieb- und stichfeste Logik) Das hat mir eine Frau erklärt, deren Sohn drei absolut bemitleidenswerte große Hunde auf seinem Mini-Hof hält. Die gehen nie spazieren. Nie. Das brauchen die auch nicht, die sind ja sowieso immer draußen. Also spazieren gehen bei Wind und Wetter ist schlecht, "einpferchen" in der Wohnung auch und nur Hofhunde ohne Zugang zum Haus, die bei Wind und Wetter ihr Leben auf 10m² fristen, haben das wahre Leben. :klugscheisser:

    Nachtrag (weil es etwas ist, dass mich extrem nervt): Man wird als Kleinhundehalter gefühlt schneller kritisiert.

    In meinem alten Haus gab es fünf Hunde. Meine beiden, eine Yorkie-Dame, ein Boxer, Schäferhund-Mix und ein größerer Jagdhund-Mix. Die beiden Mischlinge haben ständig bei jedem Spatzenpups anhaltend gebellt (waren auch die, die nicht ausgelastet und erzogen waren). Da haben die Nachbarn lange Zeit dem Halter gegenüber nichts dran auszusetzen gehabt. Bei den Haltern des Yorkies und bei mir standen sie hingegen anfangs häufiger vor der Tür, obwohl die nur ab und an mal bei der Türklingel ein Wuff verlauten ließen.

    Im neuen Haus wieder das Gleiche. Ein Dogo Canario im Erdgeschoss (den gibt es mittlerweile nicht mehr) hat aller Nase lang gebellt. Hinterrücks wurde natürlich gemeckert aber den Haltern gegenüber: „Jaja, der bewacht halt das Haus, ne. Ist ja auch ganz schön, hehe.“
    Bei mir stand sofort einer vor der Tür, weil man das einmalige Wuff ja schon hört… Musste ich klären, indem ich bat dann doch direkt bei mir vorbeizukommen, Protokolle anzufertigen oder meinetwegen auch Tonaufnahmen zu machen – wenn das Bellen stört. Da ich hauptsächlich im Home Office arbeite, das Bellen live mitbekomme und natürlich keinesfalls irgendwen nerven möchte. Meinte dann auch noch, dass meine beiden ja zum Glück nicht bei dem Dauergebell von unten einstimmen. Damit hatte es sich dann.

    Aber Kleine werden gefühlt schneller zum Klischeekläffer abgestempelt. Ist ja jetzt bei dir nicht der Fall @no thyme. Es ist dadurch aber eben auch menschlich, schneller genervt zu reagieren, wenn mal wieder in die Kerbe gehauen wird.

    Ich hatte auch schon mehrfach die Situation, dass vor mir größere Hunde Haufen hinterlassen haben, die nicht weggeräumt wurden. Aber ich kann zehn Sekunden später den Kot von meinen Hunden aufsammeln und werde aus dem Fenster raus angemotzt, dass ich auch ja bloß alles wegräume. Von Menschen, die gerade gesehen haben wie der größere Hund sein Geschäft verrichtet und es nicht weggeräumt wird. Aber da trauen sich halt viele nicht, irgendwas zu sagen.