Der ÖPNV ist bei uns auch ein Witz für die Arbeitnehmer.
Man kommt zwar mit dem Bus ab 5 Uhr morgens in die nächstgrößere Stadt mit Bahnhof und auch da fahren die ganzen Pendlerzüge, ABER ... Ich fahr dann morgens zwangsweise erstmal 45 Minuten in die komplett falsche Richtung, steig dann in der Stadt in den Zug in die richtige Richtung um und bin wieder 45 min unterwegs. Und der letzte Bus nach Hause fährt um 18:05 Uhr. Als Schichtarbeiter hätte ich damit ein richtiges Problem ...
Mein Dorf hat zwar einen Bahnhof, aber da fahren die Züge nur bis zur polnischen Grenze oder nach Berlin. Da hält kein einziger Zug in meinem Arbeitsort, nein - ich muss dann in Berlin wieder umsteigen und bin dann sogar 2 h unterwegs, nur um zur Arbeit zu kommen.
Und sorry, auf das Geschiss 2x täglich hab ich gar keinen Bock. Das geht mal ausnahmsweise, wenns Auto in der Werkstatt steht. Aber das ist keine Dauerlösung. Ich musste zwei Wochen lang mit dem ÖPNV fahren, weils Auto mit nem Motorschaden inner Werkstatt stand und war danach dann fast reif für die Klapse.
Weil: morgens um 5 aufstehen, Hunde lüften, füttern, schnell Brote schmieren und um kurz vor 6 zur Bushaltestelle flitzen. Irgendwann um kurz vor 8 war ich dann im Büro. Um 14:45 bin ich schon wieder los, damit ich meinen Zug überhaupt erwische. Der fährt hier auch nur einmal stündlich
So gegen ±17 Uhr war ich dann auch mal zuhause. Hunderunde, Hunde füttern - bumm, 18:30. Schnell was essen, bisschen entspannen. Bumm, 19:30, fast Bettzeit... weil der Wecker um 5 wieder geht.
Dazu kommt, dass der Bus ab 7 Uhr völlig überfüllt ist mit Schülern. Die stehen oft bis vorne zum Busfahrer, weil man sich dicht an dicht quetscht. Darauf angesprochen sagt das Busunternehmen nur stumpf "Nöö, unsere Busfahrer sagen uns, dass der Bus nicht so voll ist, da hat jeder Platz... wir sehen keinen Bedarf für die Linienentlastung zu Stoßzeiten..."
ÖPNV ist hier nur dann eine Option, wenn man masochistisch veranlagt ist oder keine Hobbies außer Arbeit und Schlafen hat. Oder eben zufälligerweise in der "richtigen" Stadt wohnt, sodass man keine Umsteige-Odyssee oder unverhältnismäßig lange Fahrtzeiten hat.
Wenn mir noch mal jemand kommt mit "Ja dann lass das Auto halt stehen und fahr mitm Zug", dann klatscht es. Aber keinen Beifall.
Bevor das jemand auf sich bezieht: nein, ist nicht auf eine konkrete Person oder Aussage hier bezogen, sondern schlicht eine Erklärung dafür, warum ich trotz exorbitanter Spritpreise nicht aufs Auto verzichten kann/werde.