Beiträge von straalster

    "Wer hat bitte 800 Euro in bar zuhause rumliegen?"

    Ich.

    Sogar mehr als das. Im Tierarztportemonnaie. Für den Fall, dass mal was ist und ich gerade nicht da bin. Ich geh nämlich nicht davon aus, dass jeder mal eben so viel für meine Tiere springen lassen kann.

    Bestreite ich ja gar nicht.Aber das Argument, dass die Welpen dadurch verletzt werden könnte, zieht nicht, wenn klar ist, dass die Welpen auf jeden Fall sterben, wenn man einfach NICHTS macht.

    Und natürlich weiß keiner genau, wie es ihm in zehn Jahren gehen wird.
    Unverschuldet in Not kann man immer kommen.
    Aber für mich ist es ein riesiger Unterschied, ob ich in Not komme und die Tiere sind bereits da oder ob ich mir Tiere neu ANSCHAFFE, wenn ich nicht in der Lage bin, sie angemessen zu versorgen.

    Auch wenn das komplett logisch ist, was du sagst - ich weiß nicht, ob ich es könnte. Oder ob ich vielleicht einfach heulend und zitternd daneben sitzen würde und nicht einmal mehr ein Messer halten könnte.

    Und die TE hatte ja Rücklagen für den Hund. 800 Euro bar dabei finde ich nun nicht wenig. Was da genau abgelaufen ist, werden wir wohl nur raten können.

    Vorsicht, das ist unschön

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    Wenn ich mir jetzt vorstelle, ich hätte meine Maus verloren während der Geburt - mir hätte man gar nichts in die Hand geben können. Schon gar kein Messer. Einigermaßen gezielt schneiden? Im Wissen, dass die Zwerge dabei erwischt werden können, mich durch ihren Bauchraum wühlen?Hätte ich vermutlich nicht geschafft.

    Auf der einen Seite wird verteidigt, dass TA und TK den Eingriff nicht vornehmen - auf der anderen Seite soll die TE mal eben ohne jedwede Erfahrung den Hund ausnehmen...

    Hier gibt es nur tierische Victims.Aber die können sich nicht (mehr) schämen.

    Aber Du hattest in Deiner guten Vorbereitung doch sicherlich auch den finanziellen Aufwand eingeplant?Hier scheiterte es, weil man nicht ausreichend in Vorleistung gehen konnte; Mediziner waren doch vorhanden, denke ich. Man wurde nur abgewiesen, weil man Hals über Kopf keine Ratenzahlung vereinbaren konnte (so habe ich das verstanden).

    Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass Dir das mit guter Vorbereitung auch so hätte ergehen können.

    Was mich hierbei immens stört ist, dass weder TA noch TK Alternativen genannt haben. Sei es kastrieren während der Trächtigkeit oder Abgabe oder dergleichen. Was mich immens stört ist, das keiner geholfen hat. Wohlwissend, dass der Hund wahrscheinlich samt Welpen stirbt.

    Was mich in meinem Fall gestört hat war: Die Trächtigkeit wäre nicht einmal entdeckt worden, hätte ich nicht auf Bildgebung bestanden. Die TÄs wollten uns mit einem Mittel gegen Milchbildung nach Hause schicken. Meine Fragen, was denn im Fall eines notwendigen Kaiserschnitts ist wurden weggewischt. Ja, ich war damit unzufrieden und hab mich informiert.

    Vielleicht wäre die TE aber auch besser vorbereitet gewesen, wenn da die Aufklärung gestimmt hätte.

    Nachfragen.Nachhaken.
    Lästig nachfragen.
    So lange fragen bis eine Antwort kommt.
    Fragen, fragen, fragen, dranbleiben und nerven.

    Das ist nicht Victim-Shaming weil das echte Victim ist elendiglich verreckt.
    DAS hat mit Liebe zum Tier nicht das geringste zu tun!

    Natürlich. Aber es macht eben nicht jeder, der sich auf den TA verlässt.

    Und ich finde schon, dass TAs da auch Aufklärung leisten müssen.

    Ich habe an keiner Stelle etwas von einer Versicherung geschrieben, sondern mehrfach, dass es im Vorfeld möglich gewesen wäre, sich um das dringend Notwendige zu kümmern.Z.B., indem ich mich über mögliche Kosten informiere und dann überlege, wie ich sie finanziere: indem ich z.B. meinen AG um einen Gehaltsvorschuss bitte, indem ich die TK kontaktiere und im Vorfeld gucke, wer wo Ratenzahlungen anbietet, indem ich überlege, ob ich mir bei irgendwo etwas leihen kann, Dinge verkaufe, Vereine kontaktiere und frage, wo und wie ich Unterstützung bekommen kann oder ein Tierheim kontaktiere usw. usf.

    Andere Berufstätige- und nichts anderes sind Tierärzte- sind doch nicht dafür zuständig, meine absehbaren finanziellen Engpässe zu finanzieren. Und wenn ich es nicht schaffe, innerhalb von drei Wochen das notwendige Geld aufzutreiben, dann bin ich verdammt noch mal in der Pflicht, eine Lösung zu finden, die schlimmstenfalls in einer Abgabe endet. Hier geht es nicht um persönliche Befindlichkeiten, sondern das Leben von mehreren Tieren.

    Vorweg: Ich habe keine Ahnung, wie lang die Vorbereitungszeit war :ka: war nur ein Beispiel von mir.
    Auch Abgabe ist halt nicht immer so einfach. Ich hab ein trächtiges Tier - willste haben? So viele Anfragen gibt es da nicht.


    Und mir wurde von TAs auch erzählt, ich solle mir nicht so viele Gedanken machen. Wird schon gut gehen. Keiner hat Kosten erwähnt oder mir andere Adressen genannt. "Die Hündin macht das schon" - das war's. Kein Hinweis darauf, wo ich mich noch erkundigen könnte oder sollte und was da finanziell auf mich zukommt.

    Hätten sie richtig geröntgt hätte ich auch gewusst , dass nach dreien Schluss ist, da hätte ich nicht Hündin und Welpen kurz nach der Entbindung zum nächsten Tierarzt geschleppt, weil ich von einer Stockung ausging. Hätte nicht nochmal ordentlich Geld ausgegeben und vorher ewig lange telefoniert. Und ich war so vorbereitet, wie ich sein konnte innerhalb von 10 Tagen.

    Aber am Tag der Tage kam erstmal "Hm, Chef ist nicht da, da ist kein Kaiserschnitt möglich. Ich soll mir halt was suchen." Wir waren gut vorbereitet, hatten aber auch Unglück und Glück.

    Was hier von einigen betrieben wird ist einfach nur Victim-Shaming.

    Welchen Unterschied macht das?Dass vier erwachsene Hunde Kosten verursachen, ist aber doch keine so große Überraschung, oder? Mit ein Grund dafür, dass hier nie mehr als zwei Hunde leben werden.
    Und spätestens zu dem Zeitpunkt, zu dem die Trächtigkeit festgestellt wird, mache ich mir als verantwortungsvoller Mensch doch mal ganz zügig Gedanken, wie ich die Kosten finanziere, die auf mich zukommen.

    Und die trächtige Hündin bekommst du dann mal eben wie versichert? Oder in drei Wochen zu dem Geld, das eventuell fällig wird? Hier lagen schon mal 800 Euro bar vor...

    @Murmelchen ich finde trotz allem, dass hier Hilfe unterlassen wurde und mir ging es an keiner Stelle darum, dass TA oder TK auf Kosten sitzen bleiben. Sondern, dass sich da auch im Nachhinein Lösungen finden lassen. Sei es durch Tierheim/Tierschutz, durch Familie und Freunde, durch Crowdfunding, durch Mahnung, durch Pfändung...

    Und wenn ich als TA merke, der Halter hat keine Erfahrung, keinen Plan, ist eventuell nicht gut vorbereitet - da ist es zumindest dem Hund gegenüber arg kaltherzig und kaltschnäuzig zu sagen: "Ach, dein Halter kann nicht sofort zahlen? Na dann..."

    Ja, natürlich müssen auch die TAs von irgendwas leben. Aber hier hätte es gereicht, sich auf Ratenzahlung oder Übergabe ans Tierheim oder was auch immer zu einigen, um nicht nur einen furchtbaren Tod zu verhindern - sondern gleich mehrere.

    Mir persönlich ging es schon des Öfteren so, dass ich Tiere aus ungünstigen Umständen holte und dann hing da eben ein Ratenschwanz dran, der so nicht vorhersehbar war. Ja, ich hab mittlerweile Erfahrung und Ressourcen. Aber früher hatte ich die so nicht und da war die Entscheidung manches Mal: Tier allein seinem Schicksal überlassen oder eben tun, was ich kann.

    Den Vorwurf: Da kann sich doch jeder besser vorbereiten an die TE finde ich daher zumindest zum Teil daneben.