Beiträge von straalster

    Kennt ihr den Spruch "Wenn sich jeder um sich selbst kümmert, ist für jeden gesorgt"?

    Das Einhalten davon fände ich manchmal ganz gut. Und mein bestes Beispiel:

    Jeder braucht mal Hilfe, jeder wünscht sich manchmal mehr Rücksichtnahme. Aber im Grunde wäre es vermutlich harmonischer, wenn gewisse Ansprüche nicht ausgelagert werden würden. Balance zwischen Anspruch und Rücksicht ist aber auch wichtig.

    Einer meiner längsten und besten Freunde hat eine Allergie gegen Katzen. Ich habe Katzen. Wir möchten nicht auf Kontakt und Besuche verzichten. Also unternehmen wir beide alles, damit es für beide Seiten gangbare Kompromisse gibt.

    Er kann sich die Allergie nicht abschaffen. Ich will mir meine Katzen nicht abschaffen. Wir beide möchten, dass es jedem gut geht.

    Das heißt: Es gibt an keinen Forderungen aber jeder hat seine Grenzen. Und wir beide fangen bei uns selbst an.

    Er nimmt Medikamente. Ich reduziere das Vorhandensein und den Kontakt zu Allergenen. Oder wir treffen uns außerhalb.


    Genauso handhabe ich das in anderen Lebenslagen. Na ja, ich versuche es zumindest. Ich unternehme recht viel, damit keiner eingeschränkt wird. Aber ich hab auch meine Grenzen.

    Ich darf meine angemeldeten Hunde, für die ich Steuern zahle, die erzogen sind und keinen belästigen, halten und an manche Stellen mitnehmen. Dazu gehören aktuell noch gastronomische Einrichtungen. Dennoch verhindere ich auch ohne rechtliche Vorschriften so gut wie möglich, dass die Lebewesen in meiner Verantwortung anderen auf den Zeiger gehen. Auch da halt wieder: Natürlich hab ich das Recht aber Rücksicht ist dennoch wichtig.

    Das Hauptproblem bei all diesen Geschichten ist doch: Was ist mit einem halbwegs vernünftigen Umgang eine gute Sache, und was machen dann alle möglichen gedanken- oder auch rücksichtslosen Menschen daraus.

    Nehmen wir die Sache mit dem Supermarkt. Was die Lebensmittel angeht, wo ist der genaue Unterschied ob ich mit meinen angeleinten Hund über den Wochenmarkt laufe oder durch Ladengänge? Ist der Markt denn irgendwie steriler oder so was? Ich meine, der Wind der etwas wegweht weht es ja nun auch auf die Sachen drauf... Hm. Packe ich meinen Hund gar in einen dafür vorgesehenen Wagen, dann wäre für mich die interessante Frage, wie ist das gedacht? Ist dieser Wagen dann offen, so dass der Hund nun auf bequemer Auslagenhöhe seine Nase lang machen kann? Fände ich nicht so gut. Ist die "Hundefläche" im Wagen unten, so man jetzt schon die Getränkekisten draufstellen kann? Wäre eine gute Lösung. Noch besser, wenn diese Fläche unten im Wagen "eingegittert" ist: Hund kann nix anschnuppern oder anstellen, kein vorbeilaufener menschlicher Tutnix den Hund einfach angrabbeln, super Sache. So was würde ich sofort nutzen.

    Da kommt nämlich der Punkt, an dem es für mich schwierig wird zu entscheiden, was ich von solchen Reglungen halten würde. Für mich selbst fände ich es eine ungeheure Erleichterung: Auch mal im Sommer in Läden können die nicht primär nach kühler Garage mit Frischluft ausgewählt sind, ganzjährig nicht mehr das Problem haben den Einkauf im Turbotempo abzuwickeln (länger als zehn Minuten lass ich nämlich den Krümel nie unbeaufsichtigt im Auto warten) - hach, eine herrliche Vorstellung! Andererseits hab ich aber auch schon ein prima Kopfkino davon, was viele Hundehalter dann so alles anstellen. Ich meine, Menschen sind doch immer wieder große Klasse darin, sich aufzuführen als wären wir gerade erst von den Bäumen heruntergeklettert. Ich denke da nur an diese Stationen für Backwaren. Mal ein Brötchen kaufen mach ich nur in den Supermärkten, wo die auf Tastendruck einzeln rauspurzeln. Die meisten Supermärkte hier haben aber diese Klappfächer, wo man sich die Teile eigentlich mit der Zange rausnehmen soll. So weit zumindest die Theorie; in der Praxis langt da so ziemlich jeder einfach mitten in die Brötchen (oder sonstiges Gebäck), ungewaschene Hände die zum Teil aussehen als wären sie schon ziemlich lange nicht mit Wasser und Seife in Kontakt gekommen, dafür aber mit so manch anderem unerfreulichen Zeug... Einer meiner größten "bäh-Faktoren" im Supermarkt. Was diese Menschen nun anstellen würden, wenn sie ihren Hund mit in den Laden nehmen dürften? Mag ich nicht drüber nachdenken. :ugly: Also wie gesagt, fällt mir echt schwer zu entscheiden ob ich das nun gut oder schlecht fände. :ka:

    Das würde ich gerne tausend Mal liken.

    In einer idealen Welt könnte so vieles für alle funktionieren. Aber oft genug versauen es dir "nach mir die Sinnflut"/"was ist denn schon dabei"-Personen und ihre Nachahmer für alle.

    Mich stören Hunde im Restaurant generell genauso sehr/wenig wie Kinder, laute Erwachsene, stillende Mütter und unangenehme Gerüche. Soll heißen: eben nur im Einzelfall, wenn etwas für mich Störendes oder Beeinträchtigendes auftritt und ansonsten nicht.

    Andererseits muss ich mit Störfaktoren nun einmal rechnen, wenn ich mich in den öffentlichen Raum begebe.


    Deswegen finde ich es dennoch unangenehm, wenn ich bei einem hochwertigen und hochpreisigen Essen sitze und mir der Geruch einer vollen Windel in die Nase steigt, ich gegebenenfalls das Aufstoßen, Spucken oder Weinen von Säuglingen höre, Kleinkinder lärmen, ich alten Schweiß rieche weil sich jemand nicht gewaschen hat, jemand neben mir raucht oder es jemand mit dem Parfüm übertrieben hat etc.


    Im Supermarkt hätte ich generell ebenso wenig gegen Hunde oder Tiere im Allgemeinen. Da finde ich Menschen viel schlimmer. Sei es die eine Person, die grünes Sputum auf die Ware niest/hustet oder die Familien, die den Supermarkt als Spielplatz für die (erkälteten) Kinder nutzen. Der Angestellte, der abends Insektizid auf Obst und Gemüse sprüht. Die Angestellte, die sich erstmal mit dem „Schutz“-Handschuh die Nase abwischt und dann den Aufschnitt greift… Und das sind tatsächlich nur die Sachen, die ich schon erlebt habe. Was da hinter den Kulissen abläuft, will ich gar nicht wissen.

    Mit dem Wissen, dass Zoonosen einen geringen Bruchteil der Infektionen darstellen sind mir da Tiere deutlich lieber.

    Und dennoch würde ich meine Hunde nicht unbedingt mit in den Supermarkt nehmen. Auch oder vielleicht gerade nicht mit speziellen Wagen. Da wäre mir das Risiko Keime und Parasiten aufzusammeln zu hoch. Hab ich bei den Kindern auch schon so gehalten. Und mitnehmen in einen lauten Supermarkt im Gewusel… kann man machen, muss man aber nicht immer.

    Im Restaurant geht es mir ebenfalls hauptsächlich um meine Lebewesen. Ja, natürlich sollen sie keinen belästigen oder beeinträchtigen.

    Aber ich beordere sie unter Tische oder auf eine mitgebrachte Decke und aus den Gehwegen dennoch hauptsächlich, damit keiner auf meine Hunde tritt. Netter Nebeneffekt: Keiner muss ausweichen und einen Störfaktor für das Umfeld gibt es hoffentlich nicht.

    Volle Lokale meide ich auch eher nicht deswegen, weil sich vielleicht mehrere Menschen gestört fühlen könnten. Sondern weil das eine Stressbelastung für meine Nasen ist, die einfach nicht sein muss.


    Was alles nicht heißt, dass ich keine Rücksicht auf das Umfeld nehme. Ich verhalte mich so, wie ich es mir auch von anderen wünsche. Es muss keine Perfektion sein. Aber an die Leine und aus dem Weg nehmen, Unruhe vermeiden – das sollte in jedem Fall sein. Nicht nur bei Hunden.

    Kein Hundename aber Name meines Kaninchens: Odd (engl. ungerade, seltsam, merkwürdig). Er war eine witzige Mischung als Widder und Löwenkopf und sah entsprechend "merkwürdig" aus. Dazu ist es der Name aus meiner liebsten Buchreihe (Odd Thomas von Dean Koontz)

    Wie gesagt: Keine Ahnung ob es dir hilft aber bei Suchaktion für Katzen setz dich oder bleib 10 Minuten stehen. Sag immer mal was aber veränder deine Position nicht.

    Gerade bei Indoorkatzen ist da oftmals die Überwindung sehr groß. Deswegen lange am gleichen Ort stehen bleiben. Wenig rufen.

    Zur Erklärung: Ich war lange in einem Orchester und wir waren alle sehr trinkfest. (Wie es sich für Musiker gehört)

    Da gab es tatsächlich (Alkohol) Trinkspiele und Wettbewerbe, wer am meisten verträgt.

    Ein Spiel bestand unter anderem daraus, dass man sich nicht ablenken oder zum Lachen bringen lassen darf. Irgendwann waren wir dabei so viele, dass wir Teams gebildet haben. Mein Internist ist der Mensch, der damals beim Team-Trinken meinte "schlucken, schlucken, schlucken". Und auf mein "xy wir sind im selben Team! Hör auf mich abzulenken." nur noch meinte "oh..." und sich dann aus unerfindlichen Gründen übergeben musste. :ka: