Ist denn ein radikaler Schnitt besser, als langsam zu reduzieren? (ernst gemeinte Frage)
Ich denke, das ist einfach typabhängig - wie bei allem.
Ihr könntet ja auch erstmal euer vegetarisches Kochbuch/Rezeptesammlung wachsen lassen. Was schmeckt allen? Bei welchen Gerichten vermisst keiner das Fleisch? Neues ausprobieren und in anderer Länder Küchen gucken, sozusagen. Dann ist es weniger Verzicht und mehr "Erweiterung des Speiseplans", finde ich.
Wo hier ja so eine Fachschaft sitzt, ist mein Ernst:
Warum brauchen Vegetarier oder Veganer vegetarische Schnitzel/Frikadellen/Wurst? Ist das wirklich ein "Bedürfnis" von euch oder nur eine Masche der Hersteller?
Und ja, ist völlig OT, aber ich "kenne" sonst eher militante Vegetarier, da bin ich als Steakliebhaber nicht gerade ein willkommener Gesprächspartner.
Einiges wurde ja schon genannt aber hier noch mein Senf dazu (und ich meine das nicht militant 
Weil viele nicht aufgrund des Geschmacks das Fleisch aufgeben. Ich war zum Beispiel "radikaler" Fleischesser als Kind. Obst und Gemüse: bäh. Aber Brathuhn, Täubchen, Kaninchen (und da schön das Hirn durch die Augenhöhle aussaugen), Steaks, Schnitzel, Leber... - immer her damit. Mit 8 Jahren konnte ich besser Steaks marinieren als sonst einer in der Familie.
Dann sah ich ein Kaninchen an der Stalltür hängend ausbluten nach dem Schlachten und verstand mit einem Schlag "oh, da kommt das Fleisch her". Ich bin mit 11 abrupt zum Vegetarier geworden. Bei dem Gedanken an totes Tier hat es mir den Magen umgedreht. Und das meine ich nicht übertrieben oder dramatisiert - ich hatte damals immer wieder das Bild vorm inneren Auge und musste teilweise tatsächlich,
weil mir immer wieder jemand Fleisch reinzwingen wollte .
Damals gab es keine vegetarischen Schnitzel, Burger, Bouletten und Co. Aber als die langsam Einzug hielten, war das einfach eine tolle Alternative. Mal wieder ein "Wurstbrot" aber eben ohne totes Tier. Geliebter Geschmack ohne schlechtes Gewissen.
Das ist einfach Gewohnheit, Geschmack, Genuss (ohne den Hintergedanken, dass dafür ein Tier gestorben ist). In Hinsicht auf die Form halt meistens praktisch, wie Ocarina schon schrieb. Scheiben lassen sich gut auf Brot legen. Schnitzel und Bouletten gut braten.
Und sie sind "vertraut". Vegetarische Alternativen in Form von Froschschenkeln oder Vogelspinnen wirste daher hier eher nicht finden.
Im Prinzip sind die fleischlosen Alternativen also genau das, was Fleisch für andere ist: Weder nötig noch "Bedürfnis" aber sie schmecken und passen in unsere regionale kulinarische Konditionierung.
Und bezüglich militant... ich kenn es vor allem aus der anderen Perspektive. Militante Fleischesser, die mich davon überzeugen wollten, dass ich das auch zu essen habe, mich "bekehren" wollten - und ich verstehe es immer noch nicht so richtig. Bleibt doch mehr für sie übrig, wenn ich kein Fleisch esse. Aber stattdessen kam so oft "du isst meinem Essen das Essen weg".... und andere ganz tolle "Witze". Ich hab niemandem vorgeschrieben, was er zu essen hat oder auch nicht. Aber sobald das Wort "Vegetarier" fiel oder "nein, Danke, ich möchte kein Fleisch" - Feuer frei auf mich.