Beiträge von straalster

    Liebstöckel, Estragon und Bohnenkraut

    Hast du dir schon mal überlegt, das selbst zu ziehen? Also einfach Samen, Erde, Wasser und Geduld? Da reichen ja ein paar Blumentöpfe vollkommen aus und du müsstest nicht mehr danach suchen.

    Und das "uns geht's zu gut / first world problem" - jupp. Und genau deswegen können wir es uns leisten, stundenlang zu suchen und darüber nachzudenken, was wir essen. Wir sind nicht kurz vorm Verhungern. Wir haben die Möglichkeit, bedachter mit Umwelt und Ressourcen umzugehen. Ob, wie und in welchem Ausmaß man das macht, ist und sollte jedem selbst überlassen sein.

    Ob ich jetzt zu McDonalds fahre oder morgen den billigsten Aufschnitt im Supermarkt um die Ecke hole - oder stattdessen einen Salat aus gesammelten und selbst angebauten Zutaten zubereite... der Punkt ist: Wir können uns entscheiden und wer es möchte kann auch Einfluss haben.

    Das ist ein Luxus, den nicht jeder hat - keine Frage. Aber wieso sollte man diesen Luxus nicht nutzen, wenn die Möglichkeit besteht?

    Willkommen im Club, Jumi wollte die letzten beiden Tage nicht mit ins Büro und war genau wie Lucy ganz friedlich und hat geschlafen...

    Aber die Decken auf dem Sofa wollte sie auch nicht...

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    Ääähm also natürlich war sie das gar nicht :pfeif: neiiiiiiin...

    Komische Frage und OT aber könntest du mir verraten, wo du die Couch gekauft hast?

    Ja, für das Tier sicher auch.

    Das große Problem ist halt, das fast alle Tiere über die gleiche Schlachtbank gehen und das ist richtig ekelhaft was da abgeht.

    Weideschlachtung finde ich ja ganz gut...

    Mein Sohn z. B. ist der Meinung, dass jeder der Fleisch isst, auch mal ein atier geschlachtet haben sollte. Das hat er, genauso wie ich auch.

    Viele Naturvölker bedanken sich beim Tier, bevor sie es schlachten. Diesen Gedanken finde ich gar nicht mal so schlecht.

    Thomas D. hat das auch mal ähnlich formuliert. Ich bekomm es nicht mehr wortwörtlich zusammen aber die Quintessenz war: "Wer ein Tier aufziehen, es mit Respekt behandeln, es danach schlachten und dann mit Genuss essen kann - damit hab ich kein Problem. Aber ich kann es nicht, deswegen esse ich kein Fleisch."

    Die Einstellung finde ich nicht verkehrt.

    Ich unterstütze sein Argument mal, denn aus Erfahrung mit anderen Dingen weiß ich das er da keine Ausrede liefert!

    Ach du, ich find das auch einfach schön, wenn jemand so eine (Sammel-)Leidenschaft hat. Es macht Spaß. Es kann glücklich machen. Wie langweilig wäre das Leben ohne diese Eigenheiten, Ticks und Interessen?!

    Also ich hab sowas natürlich nicht.... außer den Tieren. Und der Wolle. Und den Gewürzen. Und den Büchern. Und Socken. :pfeif:

    Außerdem ist so eine Vorliebe ausgesprochen praktisch. Im Fall der Fälle hat man immer schon eine Geschenkidee für die betreffende Person :D

    Das sag ich auch gern wenn mir wer erzählt er ist Vegetarier/Veganer. Super, mehr Fleisch für mich!

    Mein Ur-Großonkel hatte einen Bauernhof. Hat selbst geschlachtet. Und merkwürdiger Weise war ausgerechnet er der erste und für lange Zeit einzige Mensch, der meine Entscheidung sofort und durchgängig akzeptiert hat. Sein erster Satz nach meinem "Ich möchte kein Fleisch mehr essen" war ein Grinsendes:

    "Na endlich bekomm ich auch mal wieder was ab!" :D

    Fand ich super! Ich hab ihn nicht kritisiert, weil er schlachtet und Fleisch isst. Er hat mich nicht kritisiert, weil ich kein Fleisch mehr esse. Wir wollten uns nie gegenseitig bekehren, sondern waren eben "jeder so, wie er es für sich selbst entschieden hat". Dennoch haben wir Gespräche darüber geführt, warum er macht, was er macht und warum ich mache, was ich mache. Wo wir kritische Punkte sehen. Respektvoller Austausch und Rücksichtnahme. Und dazu noch ne Prise Humor.

    Und ich versteh die Frage - ehrlich gesagt - nicht. Warum kauft man Convenience Produkte? Weil sie „convenient“ sind. Name ist Programm :ka:

    Ich finde die Frage absolut verständlich. Auf der einen Seite auf Fleisch verzichten. Auf der anderen Seite dann Sachen essen, die aussehen wie Fleisch und möglichst genauso schmecken sollen. Das kann eben erstmal verwirrend sein.

    Ist doch schön, wenn ernst gemeint nachgefragt wird. Ernst gemeinte Fragen dieser Art und ein offener Dialog sind doch genau das, was vermehrt für Verständnis sorgen kann.

    Mich hat auch mal jemand sehr nett gefragt, warum ich selbst auf Fleisch verzichte aber trotzdem fleischfressende Tiere halte. Das war ein wunderbar angenehmes und interessantes Gespräch.

    straalster euer Humor (miteinander) ist großartig

    Das finden wir auch aber andere Leute finden uns oft seltsam.

    Ich hab z.B. ein gerahmtes MRT-Bild vom dem gewissen jemanden hier stehen. Eine Bekannte schaut drauf und fragt

    "Warum zur Hölle hast du das gerahmt?"

    "Das hab ich vom gewissen jemanden schon gerahmt geschenkt bekommen."

    "Ääääh? Was? Wiesooooo????"

    "Na weil ich seine inneren Werte liebe und jetzt kann ich sie mir sogar anschauen.:herzen1:"

    Ich finde ganz offen und ehrlich, dass es eines der romantischsten und witzigsten Geschenke ist, die man machen kann. Aber sie hat mich angeschaut, als ob sie gerade darüber nachdenkt mich einweisen zu lassen....

    Ist denn ein radikaler Schnitt besser, als langsam zu reduzieren? (ernst gemeinte Frage)

    Ich denke, das ist einfach typabhängig - wie bei allem.

    Ihr könntet ja auch erstmal euer vegetarisches Kochbuch/Rezeptesammlung wachsen lassen. Was schmeckt allen? Bei welchen Gerichten vermisst keiner das Fleisch? Neues ausprobieren und in anderer Länder Küchen gucken, sozusagen. Dann ist es weniger Verzicht und mehr "Erweiterung des Speiseplans", finde ich.

    Wo hier ja so eine Fachschaft sitzt, ist mein Ernst:

    Warum brauchen Vegetarier oder Veganer vegetarische Schnitzel/Frikadellen/Wurst? Ist das wirklich ein "Bedürfnis" von euch oder nur eine Masche der Hersteller?


    Und ja, ist völlig OT, aber ich "kenne" sonst eher militante Vegetarier, da bin ich als Steakliebhaber nicht gerade ein willkommener Gesprächspartner.

    Einiges wurde ja schon genannt aber hier noch mein Senf dazu (und ich meine das nicht militant ;)

    Weil viele nicht aufgrund des Geschmacks das Fleisch aufgeben. Ich war zum Beispiel "radikaler" Fleischesser als Kind. Obst und Gemüse: bäh. Aber Brathuhn, Täubchen, Kaninchen (und da schön das Hirn durch die Augenhöhle aussaugen), Steaks, Schnitzel, Leber... - immer her damit. Mit 8 Jahren konnte ich besser Steaks marinieren als sonst einer in der Familie.

    Dann sah ich ein Kaninchen an der Stalltür hängend ausbluten nach dem Schlachten und verstand mit einem Schlag "oh, da kommt das Fleisch her". Ich bin mit 11 abrupt zum Vegetarier geworden. Bei dem Gedanken an totes Tier hat es mir den Magen umgedreht. Und das meine ich nicht übertrieben oder dramatisiert - ich hatte damals immer wieder das Bild vorm inneren Auge und musste teilweise tatsächlich, :kotz:weil mir immer wieder jemand Fleisch reinzwingen wollte .

    Damals gab es keine vegetarischen Schnitzel, Burger, Bouletten und Co. Aber als die langsam Einzug hielten, war das einfach eine tolle Alternative. Mal wieder ein "Wurstbrot" aber eben ohne totes Tier. Geliebter Geschmack ohne schlechtes Gewissen.

    Das ist einfach Gewohnheit, Geschmack, Genuss (ohne den Hintergedanken, dass dafür ein Tier gestorben ist). In Hinsicht auf die Form halt meistens praktisch, wie Ocarina schon schrieb. Scheiben lassen sich gut auf Brot legen. Schnitzel und Bouletten gut braten. :ka: Und sie sind "vertraut". Vegetarische Alternativen in Form von Froschschenkeln oder Vogelspinnen wirste daher hier eher nicht finden.

    Im Prinzip sind die fleischlosen Alternativen also genau das, was Fleisch für andere ist: Weder nötig noch "Bedürfnis" aber sie schmecken und passen in unsere regionale kulinarische Konditionierung.

    Und bezüglich militant... ich kenn es vor allem aus der anderen Perspektive. Militante Fleischesser, die mich davon überzeugen wollten, dass ich das auch zu essen habe, mich "bekehren" wollten - und ich verstehe es immer noch nicht so richtig. Bleibt doch mehr für sie übrig, wenn ich kein Fleisch esse. Aber stattdessen kam so oft "du isst meinem Essen das Essen weg".... und andere ganz tolle "Witze". Ich hab niemandem vorgeschrieben, was er zu essen hat oder auch nicht. Aber sobald das Wort "Vegetarier" fiel oder "nein, Danke, ich möchte kein Fleisch" - Feuer frei auf mich.

    Ist das nicht die stereotypischste Frage schlechthin?

    Na aber Hühnchen isst du doch! Oder?

    Na aber Aufschnitt isst du doch? Oder?

    Bisher kam mir diese Frage tatsächlich noch nie unter. Aber mein Umfeld ist auch eher „gebildet“ was das angeht. Besagte Person die gefragt hatte war eine flüchtige Bekannte, die allgemein eher nicht für ihre Intelligenz bekannt ist.

    Bei mir kamen diese Fragen anfangs fast schon am Laufband. Allerdings ist das auch schon 25 Jahre her....