Beiträge von straalster

    Co_Co - aus dem Grund der kriminellen Energie und anderer Probleme kann ich es auch einfach (gerade) nicht mehr. Ich könnte Bücher damit füllen, was da abgezogen wird und was ich am liebsten ganz ganz weit verdrängen möchte.

    Natürlich gibt es sowohl bei Vereinen als auch bei Interessenten schwarze Schafe. Aber ich kenne es eben mehr aus der Pflegestellen- und Vermittlerperspektive.

    Eine Frau hat sich mit sage und schreibe vier falschen Namen bei mir gemeldet und jedes Mal ne andere Geschichte erzählt. Wenn dann auf Vorkontrolle hingewiesen wurde, wurde ich beschimpft. Ich könne doch froh sein, wenn ich das Vieh loswerde und was soll das Kontrollieren überhaupt.

    Ein Mann kam sehr gepflegt zum ersten direkten Gespräch und Kennenlernen. Hatte aber schon Maden und einen Fliegenschwarm in der Wohnung, obwohl die VK ja gemeinsam vereinbart war.


    Und nachdem ich sowas lange genug erlebt habe, würde ich kein Tier mehr ohne Kontrollen an jemanden geben.

    Aber wenn ich in die 30 qm Wohnung komme, wo alles ungepflegt ist.... da stell ich das schon in Frage, ob derjenige gerade ein Tier stemmen kann oder man vielleicht erstmal an anderen Stellen helfen sollte.

    Und genau sowas ist der Punkt. Ich bin zwar ein relativ ordentlicher und reinlicher Mensch, aber mein Putz- und Aufräumverhalten durch fremde Menschen beurteilen zu lassen, kommt für mich nicht in Frage.

    Aber würdest du wirklich ein Tier, um das du dich gekümmert hast, dass du sehr magst und für das du dich verantwortlich fühlst an jemanden vermitteln wollen, wo du dir denkst - "Hm, so richtig scheint derjenige gerade nicht zurecht zukommen.".

    Ich rede hier nicht von der Fluse hier und da oder Staub - sondern von wirklicher Vernachlässigung des Umfelds. Wo man kleben bleibt, der Müll stinkt und nicht raus gebracht wird, die Wände schon abgekratzt sind und dergleichen.

    So etwas hab ich auch erlebt. Weil die Betreffenden ganz andere Probleme hatten und sich von der Aufnahme eines Tiers versprachen, dass dann alles besser wird.

    Aber es ist dann eben nur noch mehr Belastung für sie. Und das ist weder für den Menschen, noch für das Tier gut.

    Ich hab noch nie nach dem Kontostand gefragt. Aber es gibt durchaus Zeichen dafür, dass jemand sich das Tier vielleicht gerade nicht leisten könnte (sowohl finanziell als auch in anderer Hinsicht). Und diese Anzeichen sind in einer Vorkontrolle eher offensichtlich, als bei einem Telefonat. Misshandlung und Finanzen sind für mich dennoch zwei verschiedene Dinge und das habe ich auch so geschrieben.

    Was sind denn Anzeichen, dass man sich kein Tier leisten kann, die man bei einer Vorkontrolle sehen kann? Also jetzt ohne Spaß, das würd mich echt interessieren. Vielleicht Billigfutter-Dosen? Oder ein altes Auto? Oder ein leerer Kühlschrank (wobei das schon etwas übergriffig wär, das zu kontrollieren, meiner Meinung nach)?

    Wenn die Wohnung sehr runtergerrockt ist (vergilbte Wände, beschädigte Möbel) z.B.

    Mich interessiert nicht, was im Kühlschrank ist, welches Auto gefahren wird. Ich hab noch nie einen Schrank geöffnet oder auch nur eine Tür - ich hab manchmal gefragt, ob es in Ordnung wäre, wenn ich eine kleine Führung bekomme. Oft musste ich das gar nicht, sondern es war "wir zeigen mal fix rum" oder ich bin halt zum Kaffee in die Küche hinterhergedackelt und dabei fallen einem ja automatisch Sachen auf - dann ein Gespräch, ein paar Fragen von beiden Seiten.

    Aber wenn ich in die 30 qm Wohnung komme, wo alles ungepflegt ist.... da stell ich das schon in Frage, ob derjenige gerade ein Tier stemmen kann oder man vielleicht erstmal an anderen Stellen helfen sollte.

    als ob jemand einbrechen würde anstatt vorher terminliche Absprache zu treffen.

    Ihr macht Termine aus? Ich kenne nur die Methode des Überraschungsbesuchs, damit es "authentisch" ist.

    Bei uns gab es bei der Vorkontrolle immer Termine und vorher halt ein Telefonat und Besuch auf der Pflegestelle. Sprich, die Leute kannten Tier, mich und meine Wohnung, bevor ich bei ihnen war.:ka:

    Weil es dann weniger Rückläufer und weniger Vernachlässigung, weniger Misshandlung und weniger Einschläferungen gesunder oder behandelbarer Tiere gäbe. Weil es Lebewesen sind, mit denen Verantwortung einhergeht.

    wow..... ob ich Tiere misshandeln oder vernachlässigen würde erkennt man an meinem Kontostand??

    Und ich würde auch fragen wer die Kontrolleure kontrolliert? Welche Kompetenzen bringen sie mit?

    Ich hab noch nie nach dem Kontostand gefragt. Aber es gibt durchaus Zeichen dafür, dass jemand sich das Tier vielleicht gerade nicht leisten könnte (sowohl finanziell als auch in anderer Hinsicht). Und diese Anzeichen sind in einer Vorkontrolle eher offensichtlich, als bei einem Telefonat. Misshandlung und Finanzen sind für mich dennoch zwei verschiedene Dinge und das habe ich auch so geschrieben.

    Ich verstehe die Aufregung auch nicht. Wenn ich Tiere vermittelt habe, hab ich den Interessenten den Vierbeiner nicht auf dem Parkplatz gezeigt. Sondern bei mir zuhause. Und die Leute durften sich da durchaus auch bewegen und sogar mein WC benutzen. Wenn Züchter ihre Tiere verkaufen, sind potenzielle Käufer ebenfalls in deren Wohnung / Haus.

    Wer irgendwas auf Raten bezahlt, muss mit einer Bonitätsprüfung rechnen. Wer Auto fahren will, braucht einen Führerschein und muss mit Kontrollen rechnen. Nur bei Lebewesen kommt "geht keinen was an, ob ich das stemmen und einigermaßen verantwortungsbewusst halten kann" und Beschwerden darüber, wie übergriffig ein einfacher Besuch im eigenen Heim doch ist - als ob jemand einbrechen würde anstatt vorher terminliche Absprache zu treffen.

    Für mich ist das generell eine Adoption - ja, wie bei Kindern. Nein, ich betrachte Tiere nicht als Kinder, aber als Lebewesen und als große Verantwortung. Und wer ein Kind adoptieren will käme doch auch nicht auf die Idee zu sagen: "So, rücken Sie den Knirps raus, ob meine Angaben stimmen geht Sie gar nichts an. Sie können doch froh sein, wenn ich überhaupt eins nehme. Und ich will das Brünette mit den braunen Augen, weil ich das so putzig finde."

    Genauso sehen das aber ganz viele bei Tieren. Es geht nach Optik. Es ist eine Ware. Und manche wollen das soooo unbedingt, weil sooooo süß, das jedwede Vernunft aus dem Fenster fliegt. Da wird der Vierbeiner, der aggressiv auf Kinder reagiert, zu Kindern geholt - weil er doch so niedlich guckt. Oder das Paniktier soll in einem Haushalt klarkommen, in dem einfach ständig Trubel ist - weil die Fellfarbe doch so hübsch ist.

    Und bei Züchtern kenne ich genug Beispiele für "Tiere=Einkommen". Nix mit Rasse erhalten, nix mit Tierwohl. Bei jedem Käufer sind einfach nur Euro-Zeichen in den Augen. Natürlich werden die sich nicht damit aufhalten, irgendwas zu kontrollieren. Sobald das Geld auf dem Tisch liegt, passt das schon.

    Zitat von straalster

    Ich war lange Zeit Pflegestelle und genau deswegen begrüße ich vorherige Kontrollen und Nachkontrollen. Ich finde es gut, wenn ein Tier nicht mal eben "im Vorbeigehen" angeschafft werden kann. Und ja, deswegen würde ich die Hilfe eines Vereins anstelle des gewinnbringenden Verkaufs vorziehen.

    Was findest du gut an Vor- und Nachkontrollen?

    Ich finde das oft etwas übergriffig. Sehe anscheinend nicht nur ich so, Tierheime haben oft Schwierigkeiten, dafür genug Leute zu finden. Ist ja immer so eine Sache, seine Nase in anderer Leute Privatsphäre zu stecken.

    Man kann sich in Ruhe mit den potenziellen neuen Besitzern unterhalten, kann sich ein Bild machen. Viele haben damit kein Problem, sondern im Gegenteil - sie begrüßen es sogar und zeigen ganz stolz, was sie für das Tier schon vorbereitet haben und nutzen die Gelegenheit, um Fragen zu stellen.

    Gerade Ersthaltern kann man dabei einige Ängste und Bedenken nehmen.

    Man selbst kann noch Hinweise geben (z.B.: die Pflanze ist giftig, besser Sie stellen sie außer Reichweite)


    Bei anderen potenziellen Besitzern flogen dabei aber auch schon Lügen auf. Tier konnte nicht in einen Haushalt mit kleinen Kindern z.B. - Angabe des Paars war, dass sie kinderlos sind. Bei der Vorkontrolle fiel dann das Kinderzimmer auf....

    Bei anderen war zwingend Haus mit Garten oder aber Erdgeschosswohnung mit schnellem Zugang nach draußen erforderlich, weil der Hund in sehr kurzen Abständen und dann auch sehr sehr schnell raus musste. Bei der Vorkontrolle hatten sie das auch - aber hätten vielleicht mal noch schnell die Namensschilder an Briefkasten und Klingel ändern sollen, damit nicht auffällt, dass sie sich das Haus von Freunden "geliehen" haben um den Hund zu bekommen. Stellte sich dann heraus, dass sie selbst im dritten Stock ohne Aufzug wohnen - der Hund hätte ständig in den Hausflur gemacht, weil er einfach nicht solange einhalten konnte.


    Bei Nachkontrollen ist es meiner Meinung nach ähnlich. Man sieht das Tier nochmal und in welchem Zustand es ist, wie mit dem Vierbeiner umgegangen wird usw. Man kann nochmal Fragen beantworten.


    Ich sehe das als Unterstützung für Tier und Halter - aber ja, natürlich ist es auch Kontrolle.

    Meiner Erfahrung nach sind es überwiegend die Menschen, die mit diesen Kontrollen kein Problem haben, die mir auch nach Jahren noch Fotos von sehr sehr glücklichen Tieren schicken und sich freuen, dass immer noch Kontakt besteht.