Beiträge von straalster

    Das ist doch das Dumme oder auch Schöne: jeder Verein handhabt es anders. Ich kenne haufenweise Leute, die am WE beschlossen, dass sie einen Vierbeiner wollen und haben direkt ein Tier mitbekommen bei Verein A.

    Verein B möchte hingegen, dass sich Mensch und Tier erstmal kennenlernen und möchte auch sehen, wo das Tier dann im Endeffekt hinkommt.

    Ich frage mich ja, was passieren würde, würde man als Interessent, die selben Ansprüche ans Tierheim stellen. :ka:

    Wenn ich verlange, dass man Daten rausgibt, damit ich nachprüfen kann, dass der Hund wirklich übereignet und nicht zB gestohlen wurde, in seiner Zeit im TH vernüntig ernährt und tierärztlich versorgt wurde... wie lange würde es wohl dauern, bis man mich zur Tür begleitet?

    Auch das kommt doch drauf an. Ich kenne Vereine, die würden dir nach solchen Fragen den Weg nach draußen verstellen und dich vermutlich nicht ohne Tier gehen lassen - weil diese Fragen auf Interesse und Verstand schließen lassen und nicht nur auf "aaawww, niedlich, nehm ich mit"

    Es geht darum, dass immer wieder Objektivität verlangt wird.

    Und die kann es nur mit entsprechenden und vergleichbaren Fakten geben.

    Was soll denn sonst ausschlaggebend sein bei der Tiervermittlung? Wer am glaubhaftesten sagen kann, dass er es wirklich ganz besonders gut meint?

    P.S.: Ja, das war sarkastisch gemeint aber irgendeine Form der Kontrolle muss es geben - finde ich.

    Ich verstehe dieses "übergriffig" nicht. Der Verein wird freiwillig ausgewählt. Den Bedingungen wird freiwillig zugestimmt. Die Person wird freiwillig rein gelassen.

    Wenn Adressen oder andere Angaben gemacht werden, können diese überprüft werden.

    Manche hier tun so, als hab die "TS-Uschi" zu ihnen nach Hause kommt, erstmal das gesamte Budget durchgeht, bevor sie dann jeden Schrank und jede Schublade untersucht und beurteilt, ob die Socken richtig gefaltet sind und wie die Dreckwäsche riecht. Und dann rückt sie Möbel um - alles gegen den Willen des erwachsenen, mündigen Menschen der jetzt hilflos daneben steht und natürlich nichts sagen kann, während die TS-Uschi gleich noch das geheime Tagebuch lesen will.

    Und zum Thema objektiv. Da gibt es doch eigentlich nur wenige Punkte, die sich ganz objektiv bewerten lassen:

    1. Kann sich Bewerber xy das Tier leisten?
    2. Reicht die Wohnung aus und ist sie sicher?
    3. Bringt xy nötigen Sachverstand mit?
    4. Ist xy physisch und psychisch in der Lage, sich um das Tier zu kümmern?

    Sprich

    1. Finanzen, natürlich mit Nachweis

    2. Wohnungsbesichtigung, natürlich samt Mietvertrag in Vorlage

    3. Bescheinigung über erworbene Kenntnisse

    4. medizinische Unterlagen

    Hm. Wäre doch ne Idee.

    Ja mei, muss doch keiner mitmachen, der es nicht will.

    Wie in dem anderen Thread auch, lese ich hier einfach nur viel Kritik und Gemecker aber kaum Vorschläge zur Verbesserung der Situation.

    Der Grundtenor scheint immer wieder zu sein: "Am besten werden Tiere ohne Kontrolle jedem gegeben. Dann hat man auch gleich noch einen Grund zum Aufregen, warum denn um Gottes Willen dieser Hund in diesem Zuhause gelandet ist, wenn was passiert. Und dem potenziellen Käufer Fragen stellen ist immer böse, übergriffig und sinnlos."

    Meine Meinung ist das nicht.

    Übrigens, da dieses Argument in solchen Diskussionen ja regelmäßig auftaucht: Züchter, die nur eine schnelle Mark machen wollen und deshalb auf Kontrollen verzichten, kann man, wenn man Interesse daran hat, ebensoschnell aussortieren.


    Mit der Frage nämlich, ob sie bereit wären, im Kaufvertrag schriftlich zuzusichern ,dass sie den verkauften Hund in einem absoluten Notfall lebenslang zurücknehmen und ggfs. neu vermitteln.

    Inwiefern sollte das irgendjemand aussortieren? Ein bekannter Züchter verdient auf diese Weise recht häufig doppelt an den Hunden.

    Hund sinnlos vermitteln, wo schon klar ist, dass er zurückkommt. Kaufpreis bekommt der Käufer natürlich nicht zurück aber der Züchter kann nochmal neu verkaufen. Inwiefern das ein Qualitätsmerkmal sein soll - sofern der Züchter den Hund nicht zurückkauft - erschließt sich mir nicht.

    Wie hattest du es ausgedrückt? In meiner kleinen Welt?

    Ja, in meiner kleinen Welt hatte ich schon mit vielen Süchtigen zu tun, die sich kaum selbst versorgen konnten, aber unbedingt ein Tier wollten. In meiner kleinen Welt gilt auch finanzielle Logik - wer sich kaum selbst versorgen kann, bekommt mit einem Tier (das nun einmal Kosten erzeugt) noch größere Probleme.

    Wenn man sich beim Vermieter oder der Wohnungsverwaltung rückversichert, ob die Erlaubnis zur Hundehaltung wirklich richtig ist, erfährt man das.

    Wenn man weiß, dass bei Hartz IV nur 150 Euro Grundfreibetrag pro Lebensjahr vorhanden sein dürfen.... joah, dann weiß ich durchaus ohne weiteres Nachforschen wie die hoch die Rücklagen maximal sind.

    Natürlich schließe ich damit nicht alles aus, aber ich kann Risiken doch wenigstens reduzieren, indem ich angekündigt kontrolliere. Ansonsten könnte ich auch einfach alle Pflegetiere rauswerfen - die findet schon irgendjemand. Wenn die Kontrolle doch so sinnlos ist.

    Und praktisch werde ich erstmal dem Menschen helfen und ihn nicht noch tiefer in Probleme stürzen. Und ein Tier in die Armut oder Obdachlosigkeit vermitteln? - Nö.

    Tierhaltung ist im überwiegenden Anteil der Fälle ein Luxus und das sollte auch mal so verstanden werden. Es ist ein Privileg.

    Und da ich mit Armut, Krankheit usw. arbeite, hab ich dorthin auch schon Tiere vermittelt und würd es immer wieder tun.

    Auch welche rausgeholt, aber da war zb Armut nicht automatisch der Faktor, warums eskalierte.

    In nem betreuten Wohnen, wo es übigens Hundehaltung gab, und die ganze Bandbreite von super bis sehr naja, trotzdem das alles ehemalige Obdachlose waren (und ein paar haben den Sprung wieder ins Wohnen nur fürs Tier als einzigen Sozialkontakt geschafft) war auch ein ziemlich renommierter Hundesportler und Trainer. Der sehr gern wieder nen Hund gehabt hätte. Warum soll zb so jemand auf keinen Fall einen Hund haben?

    Das behaupte ich doch gar nicht - aber die Absicherung muss stimmen! Für Mensch und Hund.

    Jemandem ohne soziales Netz oder ohne Rücklagen tue ich doch im Fall der Fälle keinen Gefallen, wenn er sich neben einer eigenen Krankheit oder Verletzung auch noch Gedanken darum macht, wie er seinen Vierbeiner unterbringt. Oder der Mensch gar vorzeitig aus dem Krankenhaus oder zu spät hinein geht, weil er keine Betreuung für die Fellnase hat.

    Da kann ich doch andere Wege finden, dieser Person zu helfen. Aber ich muss nicht noch ein Tier obendrauf werfen.

    Hmm wenn die eigenen Fragen nicht wirklich beantwortet werden ist ne Gegenfrage immer toll.

    Bei Hartz 4 kommt es für mich auf die Hundegröße an. Die Kosten für einen Neufundländer sind nunmal höher als für einen Mops. Wenn hinter der Person Freunde oder Familie stehen die im Notfall aushelfen, warum denn nicht?

    Beim Obdachlosen habe ich keine Meinung, da ich nur einen kenne und der eigentlich recht gut durch betteln verdient.

    Jemand mit klar zu sehenden Problemen (also geistig deutlich nicht in der Lage sich um etwas zu kümmern) sei es Drogen oder Behinderung der kein vernünftiges Auffangnetz hat, soll keinen Hund bekommen.

    Aber ich bin der Meinung dass man durchaus in den anderen Fällen mit den Leuten reden kann wie sie sich das vorstellen mit Hund, statt kategorisch jeden auszuschließen der nicht dem Idealbild entspricht.

    Wie viele Antworten möchtest du denn noch haben bevor ich eine Gegenfrage stellen darf?

    Und ich glaube, mittlerweile habe ich wirklich klar gemacht, dass ich nicht DAS Idealbild habe. Aber ich soll mich löchern lassen, während andere nicht mal eine Frage beantworten wollen? Fasst die Einstellung von manchen hier sehr gut zusammen.

    Mal eine Gegenfrage:

    Wo würdet ihr denn die Grenze ziehen?

    Beim Hartz IV Empfänger ohne Rücklagen, der sich so gut wie keinen TA-Besuch leisten kann?

    Beim Obdachlosen, der auf der Straße nicht so allein sein mag?

    Beim Drogensüchtigen, der sich selbst kaum Essen leisten kann und nächste Woche aus der Wohnung fliegt?

    Es ist doch eigentlich ganz einfach - wie so oft im Tierarztrechnungs-Thread vermerkt - wer es sich nicht leisten kann, kann es sich nicht leisten. Ist so.

    Wenn ich mir kein Auto kaufen kann, nicht genug Geld für Benzin oder Versicherung und Steuer habe - tja, dann hab ich halt kein Auto. Genauso wie ich aus der Wohnung fliege, wenn ich keine Miete bezahle oder nix zu Essen habe, wenn ich dafür nicht bezahlen kann :ka:

    Und wieviel Geld muss man haben um sich die Marke „Hund“ leisten zu dürfen?

    Beim Auto hat man durchaus die Wahl ob man sich nen Porsche kauft oder einen alten Opel. Beim Hund eher nicht?

    Da gibt es doch ebenfalls Faktoren für die Kosten.

    Ist der Hund kleiner: weniger Futter und weniger Kosten bei Medikamenten.

    Bestimmte Rassen kosten weniger in der Versicherung als andere.

    Wenn ich einen alten Hund nehme, hab ich insgesamt betrachtet (hab ihn ja eher kürzere Zeit als von Welpenbeinen an) eher weniger Kosten.

    Also ja auch beim Hund kann man sich entscheiden ob potenziell eher teuer oder billig.

    Und vor allem kann man sich öfter entscheiden, ob man wirklich einen Hund haben will oder ob man vielleicht den alten Opel nimmt um irgendwie auf Arbeit zu kommen.

    Ganz offen: Machen wir uns nix vor - unsere Hunde sind meistens ein Luxus. Oder braucht das abgesehen von Hütehunden und HSH so richtig wirklich jemand zu Erhaltung der Existenz??? Und bei diesem Luxusgut kann ich dann auch erwarten, dass es sich der betreffende Abnehmer leisten kann, dieses Lebewesen angemessen zu versorgen.

    Wie viel ein Hund in etwa kostet lässt sich doch einfach nachrechnen. Futter, Steuer, Versicherung, Fixkosten Tierarzt - das sollte meiner Meinung wenigstens problemlos zahlbar sein pro Jahr.