Beiträge von straalster

    Was mich generell bei der Anlein-Thematik stört - unabhängig von der Rücksichtnahme - sind die Nachmacher. Die "der andere leint ja auch nicht an, also warum sollte ich das tun?"-Gruppe.


    Mmmh, also weil meiner Lebenserfahrung nach in meiner Gegend die meisten Leute entspannt sind und kein Problem mit freilaufenden, an Ihnen desinteressierten (in meinem Fall kleinen) Hunden haben und ich daraus meine Schlüsse ziehe, aber andere Menschen dann vielleicht ebenso handeln könnten, soll ich es nicht mehr tun? Äh, weil.... ?

    Für dich und dein Umfeld muss das doch gar nicht zutreffen. Und den Grund, warum ich Anleinen besser finde, habe ich hinreichend erläutert.

    Hier ist es leider so gelaufen. Frau A fing an, Herr B machte nach, Paar C sah dann auch nicht mehr ein, Halter D...usw. Und schon war der Trend geschaffen: Ohne Leine ist cool (unabhängig davon, ob der Hund hört oder nicht), Erziehung, Halsband und Leine sind quasi tierschutzrelevant.

    Was mich generell bei der Anlein-Thematik stört - unabhängig von der Rücksichtnahme - sind die Nachmacher. Die "der andere leint ja auch nicht an, also warum sollte ich das tun?"-Gruppe.

    Das ist so wie beim Kot aufsammeln. Wenn da schon fünf Haufen liegen, sind andere eher geneigt, die Hinterlassenschaften ihres Hundes ebenfalls liegen zu lassen. Andere machen es doch auch - warum sollte man sich also selbst bücken?

    Wenn viele ihre Hunde oben ohne rumlaufen lassen, hat das häufig ebenfalls einen Domino-Effekt. Und vielen Menschen ist es dann eben auch wieder egal, ob der eigene Hund hört oder nicht. Da gehe ich lieber mit gutem Beispiel voran.

    Vielleicht mal noch als Beispiel, MrsMidnight (nicht böse gemeint, die Einstellung haben ja viele HHs):

    Selbst ich als lebenslanger Hundehalter sehe bei anderen nur: Okay, die Person kann ihren Hund ins Fuß rufen. Okay, der Hund hat eventuell wenig Interesse an uns. Aber ob das auch so bleibt und ob der Hund wirklich nicht noch hinterherkommt oder auf Durchzug schaltet oder sich erschreckt oder sonstwas - das weiß ich erst dann, wenn ich vorbei bin.

    Gehen wir mal davon aus, ich hab keine Ahnung von Hunden und vielleicht sogar Angst. Auch dann weiß ich erst, dass ich unbeschadet vorbeikomme, wenn ich mit Kloß im Hals, Stein im Magen und Angst im Nacken vorbeigekommen bin.


    Aber allein das "Hund ins Fuß nehmen - guckt mal wie brav" das sagt mir - entschuldigt die Deutlichkeit - eigentlich n Scheiß.

    Und ich finde es selbst sehr unangenehm, wenn ich vorbei muss und dann mit dem Rücken zum Fremdhund laufe. Dann sehe ich nämlich nicht, wenn der zwei oder drei Sekunden später durchstartet und doch noch auf uns zuhält und hab damit einen Nachteil.

    Muss nicht sein, nur weil jemand zu faul ist Leine dran und ab zu fummeln oder auf das vermeintliche "Freilaufrecht" seiner Hunde zu bestehen. Und das es immer mehr Leinenpflichtgebiete gibt, liegt bestimmt nicht an denen, die ihre Hunde anleinen und Rücksicht nehmen.

    ich finds nicht unnötig, weil:

    ich traue den Leuten zu, dass sie schon erkennen, das diese Hunde die brav neben mir laufen, auch weiter brav neben mir laufen werden. Man sieht sich ja nicht erst wenn man zwei Meter vor einem steht.

    Ich finde dass das anleinen dem gegenüber erst vermittelt, das man diesen Hund sonst nicht unter Kontrolle hat (was generell auch ok ist, dann ist es nämlich besonder super wenn er auch wirklich angeleint wird).

    Für mich ist das eher: Ich erwarte, dass wildfremde Leute sich blind auf mich und meine Hunde verlassen.

    Und meinen Hund muss ich nicht anleinen, der bleibt auch so bei mir, ist so ein bisschen wie bei "Tutnixen" - die dann zu "Das hat er ja noch nie gemachts" werden.

    Für mich ist Anleinen ein klares Signal, dass ich Rücksicht nehme. Wenn der Hund so oder so neben mir bleibt, stört die Leine doch erst recht nicht. Sowohl als Autofahrer als auch als Radfahrer geht es mir deutlich besser, wenn ein Hund an der Leine ist. Es ist eben eine Sicherung, die alle entspannen kann.

    Kara's Family spannend, wie unterschiedlich doch Erfahrungen sind. Ich habe häufig den Eindruck, dass Mütter glauben, ihnen gehört die Welt.

    Natürlich würde ich in den von dir geschilderten Situationen Platz machen... sehr häufig bekommt man allerdings den Kiwa in die Knochen geschoben, mehrfach und mit Schwung.......

    Das kenne ich auch.

    Ob selbst mit Kind oder Hund oder alleine - es gibt eine Menge Eltern, die ohne Rücksicht auf Verluste eine "Schneise" fahren. Wem was an den eigenen Füßen liegt, der wird schon schnell genug zur Seite springen. Ob Supermarkt oder Fußweg, Öffentliche Verkehrsmittel oder sonstwo: der Kinderwagen wird zum rollenden Rammbock.

    Und andere halten höflich an und fragen nett, ob sie mal vorbeidürfen und fahren quasi Slalom um alle. Auch da wieder - leider - das gleiche Prinzip. Wer rotzfrech und egoistisch ist, kommt schneller und einfacher durch.

    Aber das ist für mich kein Grund, selber meine gute Kinderstube zu vergessen und mich auf das gleiche Niveau runter zu begeben.

    Für mich auch nicht, es ärgert mich nur manchmal - wobei das auch nicht täglich vorkommt. Und die positiven Erlebnisse gibt es natürlich auch.

    Es gibt hier beispielsweise einen jungen Herren, der scheinbar schlimme Angst vor Hunden jedweder Größe hat. Er selbst ist ein Schrank und wenigstens 1,9m. Ich möchte nicht wissen, wie viele dumme Sprüche er sich schon anhören musste, weil er nunmal auch Angst vor sehr kleinen Hunden hat. (was sinnfrei ist, wenn man sich mal überlegt, wie viele Menschen Angst vor winzigen Spinnen und Mäusen haben)

    Wir haben die Übereinkunft, wenn ich ihn sehe, bleibe ich stehen und gehe mit den Hunden an den Rand. Er hat dann genug Zeit, um die Straßenseite zu wechseln ohne dabei hektisch zu werden und wenn er ungefähr 50 m weit weg ist, gehe ich auch weiter. (Sein Wohlfühlabstand) Wenn auf der anderen Straßenseite auch gerade ein Hundehalter unterwegs ist, bleibe ich stehen und er auch und wir warten sozusagen zusammen, bis er oder ich die Straßenseite wechseln kann.

    Ich freue mich jedes Mal, wenn er mir dankbar zu lächelt und grüßt. Mir bricht definitiv nix dabei ab.


    Aber dann gibt es eben auch die Frau, die mich anblökt und am liebsten durch uns durchrennen will, wenn wir bereits an der Wand kleben und so viel Platz frei machen wie möglich und ich hab gefälligst Rücksicht zu nehmen, weil sie angeblich Angst hat. Zehn Meter weiter wechselt sie dann wortlos die Straßenseite, weil da ein ziehender DSH ankommt. Da fühle ich mich regelrecht verarscht und als schlechte Laune Ventil ausgenutzt - eben weil ich "blöd" genug bin Rücksicht zu nehmen. Deswegen werde ich weiterhin Rücksicht nehmen aber schade und ärgerlich ist sowas dennoch.

    Was mich manchmal wirklich verärgert, ist das Einfordern und Dampfablassen an falscher Stelle.

    Es gibt genug Hundehalter, die gehen ohne Rücksicht auf Verluste durchs Leben. Ohne Leine trotz Leinenpflicht. Hund nicht erzogen. Abrufen? Pfff. Hundekot aufheben? Ach Schmarrn.

    Und: Sie kommen so oft damit durch. Es gibt so viele, die sich darüber ärgern aber bei solchen HHs nicht den Mund aufbekommen.

    Aber wenn ich stehen bleibe, Platz mache, meine Hunde sichere, Kot aufhebe - fühlen sich eben diese Menschen, die sich so über andere ärgern, berechtigt mich anzumotzen und noch mehr Rücksicht einzufordern.

    Daraus könnte man mitnehmen, dass Frechheit siegt und ich mir durch Rücksichtnahme und das Einhalten von Regeln eigentlich nur selbst ins Bein schieße. Traurigerweise.

    Hier bin ich gerne dabei.

    Meine Rücksichtnahme ist generell: Niemanden belästigen - in einem vernünftigen Rahmen.

    Meine Hunde dürfen niemanden anspringen, dürfen nicht ungefragt zu anderen hinrennen.

    Ausweichen soweit möglich ist kein Problem.

    Aber:

    Ich kann mich nicht in Luft auflösen. Ich werde nicht über eine stark befahrene Straße rennen, um Platz zu machen.

    Wenn ich jemandem schon entgegenkomme, indem ich stehenbleibe, möglichst viel Abstand zwischen uns bringe und kommuniziere, dass er jetzt passieren oder in Ruhe ausweichen kann - und dann kommen weitere Forderungen oder was Patziges zurück.... Das mache ich nicht mehr mit.

    Angst ist schlimm, Angst ist irrational. Aber es ist kein Freifahrtsschein für übertriebene oder gar unverschämte Forderungen an die Umwelt. Leider benutzen manche das aber genau so. Als Ausrede, als Freifahrtsschein oder als Machtspiel.

    Ich erinnere mich da an mehrere Menschen, die mich angegangen sind. Ich soll mit meinen an kurzer Leine geführten Hunden die Straßenseite wechseln. Immer. Sofort. Sie haben schließlich Angst vor Hunden. Lustigerweise können dann eben diese Leute bei Menschen mit großen Hunden selbst die Straßenseite wechseln und stellen keine Forderungen an die Halter. Selbst dann nicht, wenn die Hunde nicht einmal angeleint sind oder semi-unkontrolliert in der Flexi hängen. Da nehme ich dann keine Rücksicht mehr. Wenn sie bei anderen problemlos ausweichen und Verantwortung für ihre Angst übernehmen können, können sie das bei mir auch.