Beiträge von straalster

    straalster :shocked: was hattest du denn für einen 12kg Kater? :flucht:

    Mutter: Norwegische Waldkatze

    Vater: Unbekannt

    Am geschätzt 1. oder 2. Lebenstag bekommen mit heftiger Unterkühlung. Die Besitzerin der Mutter war Züchterin, über ihre Katze ist ein Fremdkater drüber gestiegen. Fand die Züchterin ganz schlimm. Also hat sie eine Geschichte erfunden. (Haben wir leider erst später rausgefunden)

    Angeblich wurde das Kitten bei ihr im Garten gesichtet, im Oktober, im Schnee, so gegen 7 Uhr morgens. Ich war gerade im Schulpraktikum bei meiner Tierärztin, als der Anruf kam. 19 Uhr hat sie uns dann einen Schuhkarton auf den Behandlungstisch geknallt "Der tat mir dann doch leid" und ging wieder.

    Klar, das Kitten mit 63 Gramm Gewicht hat natürlich wenigstens 12 Stunden bei Minusgraden überlebt. Völlig realistisch.

    Kinder meiner Tierärztin hatten Allergien. Also hab ich die Nase mitgenommen (Handaufzucht). Und dann wurden aus 63 Gramm, die sogar auf meiner Hand verloren aussahen und auf meinem Nacken und in einer Wollmütze schliefen "wo wächst der denn noch hin???":???: (er wurde immer höher und höher)

    Sobald der Faktor Haltung und Führung mit reinspielt ist mir das zu weit weg vom eigentlichen Thema. Die Zucht bzw. Selektion hat nur am Rande damit zu tun wenn Menschen Hunde in völlig ungeeigneter Art und Weise halten. Der Hütehund aus Leistungszucht, der in der Münchener Innenstadt hohl dreht ist ist wahrscheinlich kerngesund und vollkommen entsprechend des ursprünglichen Verwendungszwecks gezüchtet worden, wird aber falsch gehalten.

    Eine Vermischung von Fehlern in Zucht und Haltung halte ich wenig sinnvoll.

    Es ist aber nun einmal vermischt. Sehr sogar. Und auch das liegt zum Teil in Hand der Züchter.

    Warum werden denn haufenweise Hütehunde, Herdenschutzhunde und Jadghunde auf den Markt geworfen, wenn es gar nicht die Gelegenheiten und Möglichkeiten gibt, dass sie dem Zuchtziel auch nur annähernd nachkommen können? Sollte die Auswahl passender Halter nicht ebenfalls im Sinne der Züchter sein? Die nehmen doch damit ganz bewusst hin, dass ihre Welpen in den falschen Händen bzw. falschen Umständen landen und damit auf Lebenszeit unzufrieden sind. Rhodesian Ridgeback seh ich z.B. täglich. Zuchtziel: Großwild und Löwenjagd. Joah, von beidem gibt es echt ne Menge in Deutschland....


    Und ich glaube ehrlich nicht, dass es die Hunde interessiert, dass sie ja so rein theoretisch könnten, wie sie wöllten - wenn sie doch nur den passenden Halter hätten. (die es in der Anzahl aber gar nicht geben kann) Denn auch sie können faktisch nicht so, wie sie wollen. Das ist ja ein häufig bemühtes Argument. Ein körperlicher leistungsfähiger und triebiger Hund, der zwar physisch keine Einschränkungen hat aber jeden Tag die Wohnung auseinander nehmen will vor lauter Frust - wie viel besser ist der dran? Der schafft halt 12 oder mehr frustrierte Jahre, in denen er physisch und mental die Wände hochgehen kann. Yay? Die körperliche Gesundheit allein sollte meiner Meinung nach nicht das einzige Ziel sein.

    Physische Gesundheit ist wichtig und absolut entscheidend für die Lebensqualität. Das streitet hier keiner ab. Aber es muss mehr als nur die Physis beachtet werden.

    Und apropos: Die Zuchten würde es nicht geben, wenn es keine Nachfrage gäbe. Gilt für die physischen Qualzuchten, wie für alle anderen auch. Und auch bei vielen anderen geht es um Optik. Der Weimaraner ist halt schick. Edle Farbe und so.

    Ich halte es wirklich nicht für zielführend, wenn man alle paar Seiten wieder versucht Dinge, die nicht ins eigene Weltbild passen einfach als Qual zu deklarieren. Damit verwässert man den Qualzuchtbegriff - ein Grund, warum diese Argumentationskette gerne von Liebhabern von Brachycephalen Rassen genutzt wird, um die Kritik zu verharmlosen.

    Ich möchte weder angebrachte Kritik verharmlosen, noch relativieren - sondern den Begriff Qual(zucht) erweitern. Denn für mich ist es eben nicht nur die physische Seite - sondern insgesamt fragwürdige Selektion und die erzielten Extreme. Und ich denke ein bisschen mehr Bewusstsein darüber schadet niemandem. Auch wenn so manch einer einfach behaupten möchte: "Na aber die brachyzephalen Rassen sind schlimmer dran als mein Hund - ergo, geht es meinem Hund gut und er ist das Paradebeispiel für Gesundheit, weil er über seine Grenzen hinausgeht/bei 30°C im Schatten neben dem Fahrrad joggt etc pp."

    Ich sehe auch potenzielle Qual"zucht" bei der beabsichtigten Verpaarung mancher Rassen, die einfach vollkommen gegensätzliche Charakteristika aufweisen und sich sehr wahrscheinlich lebenslang selbst im Weg stehen werden, ein vollkommen überdrehtes Wesen haben, bei denen erwartet werden muss, dass sich "negative" bzw. für das Wohlbefinden und die Gesundheit abträgliche Attribute ins Extreme steigern o.ä. Ebenso sehe ich Rassen problematisch, bei denen der angedachte Verwendungszweck über die Grenze der Selbsterhaltung und Gesundheit hinausgeht.

    Deswegen bin ich nicht gegen Gebrauchshunde. Zum einen die bedachte Auswahl von ihnen und zum anderen die bedachte Haltung von ihnen ist aber wichtig.

    Das wäre dann Quälerei durch inkompetente Menschen und keine Qualzucht.

    Für mich ist das zumindest beginnende Qualzucht und wenn ich so außerhalb des Form ins reale Leben schaue.... Ich kenne durchaus Mops, FB und Chi, die ein stolzes Alter erreichen und lediglich im Sommer tagsüber seltener zu sehen aber ansonsten nicht eingeschränkt sind. Und ich kenne ziemlich viele andere "ach so gesunde und fitte Hunde", die bei jeder Temperatur Leistung bringen und dafür keinen Tag mal wirklich runterkommen und entspannt sind, sondern 365 Tage Stress haben, hibbeln, fiddeln, in einer Tour überdrehen oder keinen Spaziergang ohne Ausrasten überstehen, rennen bis zum Umfallen, sich den Bewegungsapparat oder die Zähne zerstören, Zwangsneurosen haben. Das mag teilweise an der Haltung und Führung liegen - klar, keine Frage. Es tritt dennoch bei einigen Rassen gehäuft auf.

    Inwiefern ist es denn anders, wenn ein Hund bei 25 oder 30°C+ eben keine Leistung mehr bringt? Oder nach x Stunden nicht mehr kann? Oder eben tagtäglich dazu gezwungen werden muss, dass er nicht immer drüber ist und das Hochtourprogramm absolviert, auch wenn er das vielleicht "WILL" und er anschließend bedenkliches Verhalten entwickelt oder dauerhaft frustriert ist.

    Ich will damit in keinster Weise abstreiten, dass körperliche Qualzuchten schlimm sind. Der Blick sollte aber meiner Meinung nach auch auf andere potenziell kritische Bereiche erweitert werden.

    Für mich ist es auch Qual, wenn Hunde so gezüchtet werden, dass sie (gesundheitsschädlich) über eigene Grenzen hinausgehen, sich Gelenke zerstören, sonstige bleibende Schäden zurückbehalten oder gar durch befohlene Überforderung tot umfallen.

    Übermäßiges Fressen/kein Sättigungsgefühl mehr: Nicht gesund.

    Rennen und Befehle befolgen bis zum tatsächlichen Umfallen: Nicht gesund.

    Nicht zur Ruhe kommen können, wenn kein räumliches Eingrenzen stattfindet: Nicht gesund.

    Solche Tiere hätten richtig schnell richtig schlechte Karten, wenn die Halter sie nicht regulieren würden. Was dann gar nicht mehr so viel Abstand vom Mops-Halter hat, der seinen Hund im Sommer eben nur zu kühleren Zeiten und in kleineren Runden laufen lässt.

    Das hat nichts damit zu tun, dass ein Hund bei passender Umgebung Befehle befolgt und seiner Aufgabe nachgeht. Wenn aber ein Hund tatsächlich einen Herzinfarkt oder auch nur einen Kreislaufkollaps hinnimmt, denn der Dosenöffner sagt „Mach jetzt.“ - da sollte sich wirklich jeder an den Kopf greifen und begreifen, dass da in der Zucht was schiefläuft. Denn diese Hunde sind darauf gezüchtet sich selbst zu schädigen, wenn Herrchen oder Frauchen sagen „erledige, was ich will! Auch, wenn es dich dein Leben kostet.“

    Da wird ganz gezielt gegen den grundlegenden Instinkt gearbeitet, der Überleben überhaupt ermöglicht. Für mich Qual.


    Schon ein Hund, der sich die Pfoten verbrennt weil er neben Herrchen oder Frauchen auf heißen Wegen herläuft und sich nicht sträubt, wehrt und versucht Abstand vom Schmerz zu nehmen ist für mich nicht normal. Verbreitet ist das durchaus! Aber es ist nicht annähernd gesund.


    Für mich sind auch das teilweise Qualzuchten, denn sie wurden und werden darauf selektiert, eigene Schmerzen zu ignorieren - weil es dem Menschen so gefällt.

    Was mich bei dieser Diskussion immer wieder stört ist, dass es sich leider nur auf wenige Faktoren einschießt.

    Wenn ein Hund bei höheren Temperaturen nicht mehr will oder kann, ist das für viele furchtbar schrecklich schlimm. (Und ich meine damit ausdrücklich nicht die Extremfälle, bei denen organische Einschränkungen die Atmung ab mehr als 15°C so erschweren, dass quasi keine körperliche Aktivität mehr möglich ist, die Tiere nicht ohne Röcheln atmen können oder einen Tubus toll finden.)

    Andererseits ist es mittlerweile für viele normal, dass ein Hund erstmal darauf trainiert werden muss, sich zu entspannen. Ruhig zu sein. Dafür werden sogar Boxen angeschafft, die Hunde weggesperrt, Wohnungen mit Gittern abgetrennt. Manche müssen lernen, nicht absolut alles in Sicht- und Geruchsweite zu fressen. Sich nicht selbst zu Tode zu rennen, weil Dosenöffner bei 30°C im Schatten halt 2 Stunden in der prallen Sonne Fahrradfahren will. Normal? Gesund? Für mich nicht. Sondern klares Zeichen für fehlenden Selbsterhaltungstrieb.

    Da hab ich lieber meine Hunde. Die bleiben stehen, wenn sie nicht mehr wollen oder können. Die hören auf zu fressen, wenn sie satt sind. Die schlafen, wenn sie müde sind. Und zeigen die Mittelkralle, wenn sie was doof finden.

    Hunde eben. Lebewesen eben. Lebewesen, die gesunde Instinkte haben und die auch durchsetzen. Und nicht nur Spielball sind und hinter dem Besitzer herhetzen, selbst wenn es sie das eigene Leben kostet.

    hätte auch irgendwie nicht gefunzt, oder?

    Als Teenie mit Brass auf alles und jeden und dann zur Mama "Du bist so 60er..." - äh, eher nicht :lol:


    Momentan ist alles ranzig oder safe, Lieblingswörter: Digga, Alta, Ranzbatzen, Strolch und Otto (das sind die jugendfreien Varianten die daheim benutzt werden. Die Sprache in der Schule wird wohl deftiger ausfallen :fear: )


    Manchmal fühle ich mich wie aus einem anderen Universum :lol:

    Alta, meine Erzeugerin is voll 1950er :klugscheisser: ;) (hab ich Alta richtig verwendet?:denker::D)

    Ich kenn das fast ausschließlich genau andersrum. "Uuuui, Sommer, 30°C im Schatten - perfekt um den Hund auf heißem Asphalt laufen zu lassen, ihn ins Auto zu sperren, den absolut untrainierten Hund ans Fahrrad zu hängen oder ihn in der prallen Sonne anzuketten." Jedes Jahr wieder. Die Hunde kommen bei "schlechtem" Wetter so lange raus, wie es dem Dosenöffner nicht allzu sehr auf den bemützten Kopf regnet. Aber pralle Sonne und brennende Temperaturen unter den Pfoten - da muss der Hund plötzlich überall mit hin. Oder zumindest im Auto sitzen. Was auch immer das bringen soll.

    Weil es nicht bei den Leuten ankommt, dass man auf die Körpersignale des Hundes achten soll, sondern nur, dass Training ab 25° böse ist und man das seinem Hund auf keinen Fall antun darf.

    Ja, mir graut jetzt schon wieder vor dem Frühling, wenn alle ihre Hunde wieder in Kühlwesten packen und den Spaziergang an den Rand des Tages schieben, weil man ja überall hört, dass der Hund nicht überhitzen darf. Es ist erschreckend, wie wenig gesunder Menschenverstand da noch herrscht und wie schnell die Panikmache in den Medien um sich gegriffen hat und alle Leute glauben, dass ein junger, gesunder Hund einer normalen Rasse Gefahr läuft tot umzufallen, wenn die Sonne rauskommt und er mal sein normales Pensum arbeiten muss.

    Mir ist auch kein Fall geläufig in dem ein Hund nach einer der Großveranstaltung im Sommer da Probleme gehabt hätte. Mit Verschweigen ist da ja nix, wenn Starter X auf der DM kollabiert, das weiß 5 Minuten später die ganze Welt.

    Keine Ahnung ob das allgemeine Massenhysterie ist, oder ob man das auch der Mops und Bulldoggen Mode zu verdanken hat, dass sich in den Köpfen der Leuten festsetzt, dass Hunde aus Zucker sind und körperlich nicht mehr leistungsfähig und mit Hitzschlag und Atemnot umfallen, wenn sie bei Temperaturen über 20° mehr machen müssen, als röchelnd im Garten zu liegen.

    Da darfst du aber auch nicht verwechseln, dass es Hunde wie Menschen gibt - die sind unterschiedlich. Manche sind gut trainiert. Manche nicht. Manche reagieren auf Hitze empfindlich. Andere fühlen sich bei Kälte unwohl. Manche musst du bei Kälte anziehen. Andere nicht.

    Ich finde kein Klein(st)hund, gerade aus der Begleithundegruppe, muss die gleiche Leistung bringen wie ein großer Sporthund.

    Genauso wie der normale Familienhund im Sommer nicht mehr Rad fahren oder trainieren muss.

    Nö, aber eine halbe Stunde Gassi gehen (auch bei 30°) ohne danach ein Sauerstoffzelt und eine Kühldecke zu brauchen, sollte bei jedem Hund körperlich möglich sein. Alles andere ist schlicht körperlich nicht gesund.

    Und auch für einen Menschen ist es nicht normal, wenn er bei normaler körperlicher Bewegung im Sommer zusammenbricht.

    Ich wäre auch in gesunden Zeiten ein Kandidat gewesen, der bei 30°C im Schatten zusammenbricht. Dafür kannst du mich bei sonstwas für Minusgraden aussetzen - macht mir nix. Andere sind eingemummelt bis zum geht nicht mehr - mir reicht ein leichtes Shirt. Aber die Menschen und Tiere in wärmeren Regionen meiden nicht umsonst die Aktivität zu den extremsten Zeiten. Sondern weil das durchaus gesund und sinnvoll ist. Nicht einmal Vögel zwitschern in der prallen Mittagssonne während solcher Hitze. Die suchen keine Nahrung. Hüpfen nicht auf Wegen rum. Die packen sich in den Schatten und sind ruhig, weil alles andere Ressourcen verschwendet.

    Für mich ist es eher "erschreckend", wenn ein hund streikt irgendwann.

    Was ist daran "erschreckend"?

    Ernst gemeinte Frage, denn ich finde das bei meinen Hunden perfekt. Ich kann nicht mehr- ich geh nicht mehr. Find ich besser als "ich mach dann mal, bis ích umfalle."

    Das ein Lebewesen sowas zeigt und durchsetzt st für mich besser als Kadavergehorsam.

    Ja, nur her damit. Die Mc`s und die Rinder machen den Herrschaften schon Beine. :lol:

    Ich seh die Konversation zwischen den Rindern und den Kindern schon lebhaft vor mir:

    "Ey was auch auch immer/so neunzehntesjahrhundert/Alter/boah/voll die Kuh ey"

    "Muuh!"

    ":shocked:Okay, ich mach ja schon alles, was du sagst. Magst du noch Heu? ich hol dir Heu!:flucht:"