straalster
Ich bin ja echt nicht pro Tierzucht, vor allem nicht die, die hauptsächlich auf Optik selektiert, wie bei vielen rassen im VDH, aber die meisten Hunde in Deutschland sind Mischlinge und "Rassehunde" aus Würfe außerhalb von Verbänden aka vom Vermehrer. Da wird nicht auf Wesensfestigkeit selektiert, eher aus "süß" , "ups" oder "selten". Einen reizoffenen Gebrauchshund aus guter Zucht wirst du selten bis nie unter Stress in der Stadt finden, glaube ich. Dafür sind sie zu selten und "zweckgemacht".
Ich kenne viele Hundehalter in meinem Dorf, und ich kann an einer Hand abzählen, wer beim guten Züchter war. Viel Tierschutz und angebliche "Ups" - Rassewürfe.
Ich sprach ja auch gar nicht nur von Gebrauchshunden, sondern generell von den Extremen und Tendenzen in der Zucht, die früher oder später unweigerlich krankhaft werden.(wirklich Zucht und nicht ups oder TS)
Sei das jetzt Größe, Lefzenlänge und daraus resultierende Augenprobleme, Körperbau, Dauerhunger durch fehlende Sättigung (übrigens sind nachweislich Defekte des POMC Gens dafür verantwortlich - dazu finden sich vor allem in Bezug auf Labradore wissenschaftliche Artikel unter anderem in der US National Library of Medicine National Institutes of Health) und damit verbunden Neigung zu Übergewicht selbst beim strengen Managen des Futters, signifikante Neigung zu bestimmten Krankheiten, signifikante Neigung zu psychischen Problemen etc. pp.
Ich meinte damit auch nicht ausschließlich das eigentliche Zuchtziel - sei es optisch oder Gebrauch - sondern auch, was dafür teilweise von "seriösen Züchtern und Zuchtverbänden" in Kauf genommen wird. Auf Kosten der Hundegesundheit.
Ja, das umfasst auch für mich "kaum noch atmen können". Aber eben nicht nur.
Und bei einigen Rassen sehe ich da schon eine ganze Weile bedenkliche Tendenzen in den Rassestandards und den laxen Voraussetzungen für die Zuchtzulassung.
Das sind für mich wenigstens Qualzuchten in the Making.
Und ich finde es erschreckend, wirklich erschreckend, wie oft bei Gesprächen darüber kommt: "Ja aber die Kurznasigen..."
Das steht doch gar nicht außer Frage! (oder sollte es zumindest nicht) Die Probleme anderer Rassen bzw. Rassestandards werden durch den Vergleich nur nicht besser. Im Gegenteil. Es zeigt nur auf, dass Züchter und Halter dieser Rassen ebenfalls Leid in Kauf nehmen - solange es eben "(noch) nicht ganz so schlimm ist wie bei den Kurznasen".
Sollte man wirklich erst so lange warten bis es ebenfalls zu spät ist, weil man sich ja bis dahin noch rausreden und so schön mit dem Finger auf andere zeigen kann?