Und nochmal zur Gewaltfrage – ja, manchmal geht es nur noch mit
„Gewalt“. Ich mag weder psychische noch physische Gewalt. Mir ist trotz extremer
Provokation – sowohl physisch als auch psychisch – noch nie „die Hand ausgerutscht“.
Ich hab noch nie was nach jemandem geworfen, weil ich einfach nur ärgerlich
oder frustriert war.
Aus Angst, Nothilfe, Beschützerinstinkt war ich schon „gewalttätig“
als alle anderen Mittel versagten.
Ich hab schon einem Hund ein Knie ins Gesicht gerammt,
zweien Fliegen beigebracht und einem erwachsenen Mann eine Platzwunde verpasst,
die genäht werden musste. Ich hab jemanden mit einem Schlag ins Krankenhaus
geschickt.
Darauf bin ich alles andere als stolz. Mich erschreckt das
nach wie vor, dass ich zu sowas fähig bin.
Dabei war es in den Situationen ganz klar. Reden, um Hilfe
rufen, versuchen den angreifenden Hund oder Menschen „nett“ abzuwehren – hat nicht
funktioniert. Ich musste selbst aggressiv werden, um größeres Übel zu
verhindern. Und dann kam teils noch: „Na das war aber überzogen“ – von Leuten die
untätig danebenstanden und auf Hilferufe nicht reagierten oder gar nicht dabei
waren. Aber die waren ja starr vor Schreck, da war keine Hilfe leisten okay.
Dass ich das Leben von anderen Wesen gerettet habe wäre doch aber sicher
schonender für den Angreifer möglich gewesen…
Jupp. Sorry, dass ich nicht schnell noch berechnet habe, mit
welche Wucht ich zutreten oder ne Vase schwingen muss, um möglichst wenig
Schaden anzurichten – während ich unter Panik und Angst reagierte, um jemanden
zu schützen und gar nicht mehr in der Lage war, klar zu denken.
Befürworte ich deswegen Gewalt als (einzige) Lösung? Nope –
noch immer nicht. Aber ich verstehe sehr wohl, wenn sie eingesetzt werden muss,
weil reden und rufen nix bringt und ich echt ungern meine geliebten Familienmitglieder
verlieren möchte. Danach brauch ich nicht mehr rumheulen und mit dem Fuß
aufstampfen. Vorher aufstampfen kann aber durchaus was bringen - für beide Seiten.