Beiträge von straalster

    straalster

    mWn gibt es keine Wurf-Obergrenze für Züchter

    Nur für Hündinnen und manchmal Rüden, aber auch nur in (manchen) Zuchtverbänden.

    Vom TSchG ist da nix geregelt.

    Das finde ich in einigen Fällen mehr als schade.

    Ist keine Qualzucht-Rasse aber für mich Qualzucht-verwandt: Sehr bekannte, namhafte Züchter (seit mehreren Jahrzehnten) lassen mittlerweile ihre Hündinnen werfen wie am Fließband. Wenigstens 12 Würfe pro Jahr. Unter dem VDH wohlgemerkt.

    Wenn man da Einblick hat - einfach nur erschreckend. Hautkrankheiten, Verhaltensauffälligkeiten, Zahnfehlstellungen, Allergien... Die Zuchtzulassung ist bei der Rasse aber zum einen sehr lax und zum anderen werden die Hunde mal eben kurz vor der Zulassung so auf Vordermann gebracht, sodass sie als "gesund" durchgehen.

    Bei einer durchschnittlichen Wurfgröße von 5 Welpen bringen die also wenigstens 60 Hunde auf den Markt. Davon gehen wiederum einige in die Zucht.

    Warum werden derartige Risiken eigentlich nicht begrenzt durch eine Maximalanzahl an Würfen pro Jahr?

    Das ist mir bei ganz vielen Dingen schleierhaft.

    Zitat

    1.3.1 Qualzüchtung
    Der Tatbestand des § 11b des Tierschutzgesetzes ist erfüllt, wenn bei Wirbeltieren die durch Zucht
    geförderten oder die geduldeten Merkmalsausprägungen (Form-, Farb-, Leistungs- und Verhaltensmerkmale) zu Minderleistungen bezüglich Selbstaufbau, Selbsterhaltung und Fortpflanzung
    führen und sich in züchtungsbedingten morphologischen und / oder physiologischen Veränderungen oder Verhaltensstörungen äußern, die mit Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind.
    (Vergleiche Bedarfsdeckungs- und Schadensvermeidungskonzept, DVG-Fachgruppe Verhaltensforschung, Gießen: Verlag DVG 1987).

    Zum Nachlesen: https://www.bmel.de/cae/servlet/co…0/Qualzucht.pdf

    Darunter fallen ja auch ne ganze Menge mehr, die man eigentlich tagtäglich sieht und in Extremform auf Ausstellungen (also von Züchtern gemacht) "bewundern" kann.

    @Ixabel das ist ja spannend und bringt es auf den Punkt. Und erklärt so viel mehr, als nur den Bezug zu Hunden oder zu Fleisch.

    So nach dem Motto: Es ist so/ich will es so - also muss es okay sein.

    Die Rasse war ja schon immer so

    Ich hab Vertreter der Rasse, also kann sie so schlimm nicht sein

    Ich find es niedlich, also passt das schon


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    Mal noch eine andere Frage: Gibt es bei der Zucht eigentlich eine jährliche Obergrenze bei der Wurfanzahl? Also nicht nur pro Hündin, sondern insgesamt für den Züchter - egal, wie viele Hündinnen vorhanden sind.

    Ok ich stelle fest, ich bin offenbar doch BW-geschädigter als ich dachte..

    Der Typ kommt also rein, ruft "Bombe, Bombe" und während ich überlege ob ich mich verhört habe, den Typen versuche außer Gefecht zu setzen um nicht unter einer Mischung aus Schmuddelheften, Alkohol und Kaugummis gefunden zu werden, antwortet die Kassiererin ganz locker:

    "Ja warten Sie kurz, dann hole ich Ihnen eine Gasflasche aus dem Lager.."

    Mir sind glaube ich sämtliche Gesichtszüge entglitten... aber offenbar bin ich echt der Einzige der bei dem Wort Bombe tatsächlich an genau das denkt, eine Bombe.

    Vielleicht liegt es daran, dass wir hier schon mit einem ungewöhnlichen Ausgang gerechnet haben. Klang eben nach einer witzigen Auflösung.

    Würde hingegen direkt neben mir stehen und "Bombe!" sagen, wäre ich durchaus irritiert.

    Ist das nicht einfach typischer, menschlicher Egoismus?

    Gibt es doch nicht nur bei Hunden. Tiere, die nicht mehr normal stehen oder gehen können, bei denen das Euter am Boden hängt, bei denen jedes männliche Exemplar vernichtet wird - Hauptsache viel Fleisch, viel Milch, viele Eier für wenig Geld. Auch da werden ja gezielt Rassen gezüchtet, die bestimmte Vorteile bringen. Ob sie darunter leiden oder nicht.

    Solange das Ziel ist: Hauptsache ich räume Preise ab, Hauptsache meiner ist krasser!

    Und solange Tiere einen minderen Stellenwert haben oder gar als Objekt behandelt werden und es auch noch belohnt wird, so etwas zu tun, wird sich nicht viel an der grundlegenden Einstellung vieler Menschen ändern.


    Im Falle der Hundezucht sehe ich die Verantwortung ganz klar auf Züchterseite und rechtlicher Seite. Wenn es krankgezüchtete Hunde nicht gibt und das Erzeugen verboten ist, kann die Nachfrage noch so hoch sein. Dann gibt es die nicht. Angepasste Rassestandards, TSchG wirklich durchziehen und umsetzen. Das wäre doch schon ein Anfang.


    Das Verhalten der Käufer zu verändern gestaltet sich hingegen um einiges schwieriger.

    Gutes Beispiel dafür, warum ich solche Shows hasse.

    Die Ausstellungsleinen und das Würgen damit. Der rabiate Umgang. Das Hochreißen und halbe Hinfeuern.... Diese absurden Extreme, die auch noch bejubelt werden.

    Wenn mal jemand auf die Idee käme, dass mit meinen Nasen so zu machen - der könnte sich dann direkt an einen Urologen, Proktologen oder Chirurg wenden. Je nachdem, wo und wie tief mein Schuh nach den Tritten stecken bleibt.

    Was aber wunderbar zum Qualzucht-Thema passt: Die Hunde sind für die Leute Spielzeug. Die Züchter/Besitzer/Handler gehen mit den Hunden um wie mit Spielzeug. Und beim Spielzeug ist es doch wumpe, ob es atmen kann und schmerzfrei ist. Hauptsache das hübsche Püppchen ist frisch gekämmt und frisiert. Der Shih Tzu ist sogar extra noch so frisiert, dass die Nase noch kürzer wirkt, als sie ohnehin schon ist.

    Das "Spielzeug" kann man leider auch beliebig austauschen und nicht nur die Kleinen dafür nutzen.

    Klingt vielleicht komisch, dass ich mich damit auseinander gesetzt habe.

    Zu den Zeitpunkten war das aber gut. Das war mehr oder minder Part der Trauerprozesse. Einmal der weltbeste Kater oder auch "The Godfather of Cats" und einmal die "Herrscherin des Universums" oder "Empress of the Universe". Da haben wirklich die komplette Familie und alle engen Freunde getrauert.

    Und irgendwie war der Gedanke, dass es ja so rein theo-praktisch möglich wäre zumindest ein sehr ähnliches Tier in den Armen zu halten, tröstlich für einen Moment.