straalster - jetzt hast du aber auch nur selektiv zitiert und gelesen. Der Vergleich mit den Bulldoggen, die angeblich nur im Sommer mal "ganz kurz" eingeschränkt sind kam doch von dir? Also hast du es relativiert, nach meinem Verständnis. Aber gut, lassen wir das.
Das komplette Zitat von mir war:
Es gibt noch brachyzephale Hunde, die gehen auch im Sommer morgens und abends laufen und spielen. Die Einschränkung beläuft sich also auf: Kann nicht in der prallen mittäglichen Sommersonne am Fahrrad laufen oder spielen - was nur eine sehr kurze Zeit im Jahr ausmacht. Dafür gibt es bei einigen Rassen Tendenzen, dass die Vierbeiner selbst im eigenen Zuhause nicht mehr zur Ruhe kommen. Tagtäglich. Das ganze Jahr über.
Wird das besser wenn Leute einfach nur sagen "das ist rassetypisch!" ?
Nee, eventuell wird es bei anderen Rassen nur schlimmer und vergleichbar mit den Extremen unter den Brachyzephalen.
Wo relativere ich da etwas? In dem ich sage: Unter den Brachyzephalen gibt es noch Exemplare mit für die Rassen vergleichsweise geringen Einschränkungen? Oder dem Hinweis darauf, dass es bei anderen Rassen Tendenzen gibt, die eventuell mit der Zeit genauso ins Extreme gehen wie bei den Brachyzephalen? Und dadurch eben neue Qualzuchten geschaffen werden.
Da ist nichts relativierend.
Nein - bitte richtig lesen. Hier geht nur um die DEFINITION von etwas - ganz ohne Wertung!
Du schreibst doch selbst "Mutationen, die Gefallen gefunden haben" -> also etwas was ganz gezielt und ganz bewusst seinen Weg in die Zuchtauslese und Selektion gefunden hat.
Glaubst du denn, bei Bully und Co. haben Züchter gesagt: Ey, so n Hund, der um jeden Atemzug ringen muss und Tierärzten richtig viel Geld einbringt - das wär's doch! Die Rasse sollte möglichst bei jeder Bewegung und am besten noch im Schlaf röcheln und japsen. Bandscheibenvorfälle wären auch noch ne Idee, die könnten wir zusätzlich noch reinzüchten. Und Augenprobleme! Ja, das wäre ebenfalls super. Vielleicht auch noch eine Neigung zu Allergien und kardiologische Erkrankungen. Zahnfehlstellungen könnte man noch draufgeben!
Ich glaube nicht. Da wurde Schritt für Schritt auf ein Zuchtziel (gewisse Optik, gewisser Charakter) hingearbeitet, und eben alles was damit einhergeht ignoriert bzw. in Kauf genommen. Auch da haben also die Probleme nicht bewusst den Weg in die Zuchtauswahl gefunden. Sie sind Begleiterscheinungen, die hingenommen wurden und werden.
Und genau dieses Vorgehen, genau diese Einstellung zeichnet sich doch auch bei anderen Rassen deutlich ab.
Seien es jetzt gewisse Farbschläge, Fell, Verhalten, Größe, Körperbau - die wiederum mit Krankheiten, Einschränkungen, Verhaltensauffälligkeiten, Leid und langen Schmerzen einhergehen. Das wird ebenso in Kauf genommen. Im Namen des Zuchtziels. Ganz genauso, wie es bei den Brachyzephalen war und ist.
Und die einfachste Definition von Qualzucht ist:
Zitat
Als Qualzucht bezeichnet man bei der Züchtung von Tieren die Duldung oder Förderung von Merkmalen, die mit Schmerzen, Leiden, Schäden oder Verhaltensstörungen für die Tiere verbunden sind.
Da steht nicht: Also erst wenn alle Vertreter oder zumindest die Mehrheit der Rassevertreter betroffen sind, wenn es umfassende Studien gibt, wenn die Schäden absichtlich erzeugt wurden.
Duldung von schädlichen Merkmalen reicht. Bereits dann ist es Qualzucht.