Mir geht es erstens nicht nur um Arbeitsrassen, sondern generell gesunde, im Zuchtstandard festgehaltene Grenzen und Tests zur Zuchtzulassung.
@Rübennase Die psychische Gesundheit lässt sich ebenso wie die physische Gesundheit durch entsprechende Tests feststellen. Es gibt doch bereits Wesenstest, Ausdauerprüfung und medizinische Untersuchungen.
Würde das mal ordentlich verfolgt, ausgeweitet und Zuchtstandards zugunsten der allgemeinen Gesundheit frei von Extremen gehalten, gäbe es vielleicht bis hoffentlich weniger Tendenzen in Richtung Krankheit irgendeiner Art. Und darum sollte es doch in jedem Bereich gehen - egal ob Show- oder Arbeitslinie, egal ob Hüte-, Begleit-, Gebrauchshund oder was auch immer.
Und ich sehe da ganz klar den größten Teil der Verantwortung bei den Züchtern und den Verbänden. Züchter und Verbände betreiben teilweise "höher, schneller, kurznasiger, kleiner, weiter, triebhaftiger, schlanker, noch mehr Will to Please, noch plüschiger - Hauptsache extremer als der andere" - und das wird dann auch noch mit Preisen und Zuchtzulassung belohnt.
Die Aufgabe von Züchtern ist doch angeblich die Erhaltung der Rasse. Nicht die Verschlimmbesserung der Rasse und auch nicht das Hochpushen des eigenen Egos. Oder gar finanziellen Gewinn daraus schlagen, koste es, was es wolle.
Letzteres machen nicht nur die Vermehrer. Aber wenn "Hauptsache ich bekomme Welpen los" das Zuchtziel ist.... Na dann gute Nacht.
Und der Unterschied zwischen Züchter und Vermehrer: Beim Züchter sagen auch noch der Verband und mehrere Richter "Oh, der ist toll. Der sollte sich vermehren." Auf den Hunden klebt also sozusagen ein Gütesiegel. Publikumswirksam auf Shows draufgepappt, die man streamen kann.
Das sendet ein ganz klares Signal an Käufer. "Also die Eltern von meinem Hund sind ja preisgekrönt, der kann also gar nicht krank sein. Schließlich haben ganz viele andere Leute gesagt: Das muss so. Und überhaupt hat sich der Züchter ja total viel damit beschäftigt und da richtig Arbeit reingesteckt."
Der Hundekäufer sollte sich umfassend informieren, keine Frage. Aber die Züchter und Verbände sollten insgesamt mehr im Sinne der Hunde agieren (müssen) und mit gutem Beispiel vorangehen. Nicht vermehrt mit dem Finger auf Vermehrer zeigen und so tun als hätten sie nur das Beste für den Hund im Fokus.