Ich bin dann wohl auch eine unemazipierte, altmodische Frau. 
Ich tue das auch und gern. Wenn ich Zeit dazu hab... 
PS: Opfere dich auf – ER ist der Chef! DAS ist aber nun echter Bullshit 
Ich finde die Inhalte des "Handbuchs für die gute Ehefrau" ehrlich gesagt sehr frauenverachtend.
Schon bei den ersten Punkten muss ich mich total aufregen 
Machen Sie sich schick. Gönnen Sie sich 15 Minuten Pause, so dass Sie erfrischt sind, wenn er ankommt. Legen Sie Make-up nach, knüpfen Sie ein Band ins Haar, so dass Sie adrett aussehen. Er war ja schließlich mit einer Menge erschöpfter Leute zusammen.
Natürlich lasse ich mich nicht absichtlich gehen (das hat aber nichts mit meinem Mann zu tun) und ich mache mich auch gerne "schick".
Aber ich lege bestimmt nach einem eigenen anstrengenden und stressigen 10-Stunden-Tag im Büro kein Make-up nach und knüpfe mir dann auch kein Band ins Haar, um dann "adrett" auszusehen.
Mein Mann war vielleicht mit einer Menge erschöpften Leute zusammen - und deshalb habe ich kein Recht darauf, selbst erschöpft zu sein? 
Seien Sie fröhlich, machen Sie sich interessant für ihn! Er braucht vielleicht ein wenig Aufmunterung nach einem ermüdenden Tag und es gehört zu Ihren Pflichten, dafür zu sorgen.
Mein Mann und ich sind seit 16 Jahren zusammen - und bisher musste ich mich nicht "für ihn interessant machen" 
Er findet mich als Mensch "interessant" - nicht irgendeine Fassade 
Wenn mich ein Mann nur "interessant" findet, wenn ich mich "interessant mache", dann brauche ich diesen Mann nicht als Partner an meiner Seite.
Wie gesagt - ich mache mich gerne schick, ich trage gerne schöne Kleidung, hohe Schuhe usw.
Aber ich finde es auch normal, dass ich nach einem stressigen Arbeitstag Abends um 20 Uhr einfach nicht mehr so "schick" aussehe, wie morgens, als ich mich fürs Büro fertig gemacht habe. 
Okay, der Text wurde in einer anderen Zeit und für ein anderes "Rollenmodell" geschrieben - trotzdem höre ich an dieser Stelle lieber auf zu lesen, denn es regt mich einfach furchtbar auf - und für mich hat das nichts mit Liebe, sondern mit Selbstaufopferung zu tun 
Und mein Mann würde auch nicht wollen, dass ich z.B. Fröhlichkeit vorspiele, obwohl es mir selbst nicht gut geht...
Ich verstehe deshalb nicht so ganz, weshalb man diesen Text 2020 gut findet.
Das soll überhaupt kein Angriff sein - ich finde es ja toll, wenn man gerne für seinen Mann / seine Familie da ist - und das bin ich auch.
Aber in dem Handbuch geht es für mich nicht um "das mache ich gerne", sondern um eine bestimmte Rolle, in die die Frau gedrängt oder gar gezwungen wird.
Und dem kann ich 2020 einfach nichts abgewinnen.