Beiträge von straalster

    So gesehen ist das gesamte Leben gefährlich

    Ist es doch auch. Darüber sollte man sich bewusst sein. Und in vielen Bereichen handeln zahlreiche Menschen danach.

    Tiere, Kinder und sich selbst impfen lassen gegen Krankheiten. - Könnte ja ne Ansteckung geben.

    Versicherungen abschließen. - Könnte ja was passieren.

    Sicherheitsgurt anlegen - könnte ja zum Unfall kommen.

    Hübsch die Finger wegnehmen, bevor man sich schneidet.

    Vitamine einnehmen - könnten ja zu wenige in der Nahrung sein.

    Wunde desinfizieren - könnte sich entzünden.

    Rechts und links schauen, bevor man über die Straße geht... etc pp

    Nichts anderes meinte ich mit "für mich ist jeder Hund bzw jedes Lebewesen potenziell gefährlich". Genauso wie ein Baum oder ein Dach mit losen Ziegeln im Sturm. Die müssen das nicht böse meinen, die müssen nicht aggressiv sein, ich muss mich aber entsprechend verhalten, um Schäden zu verhindern.

    Es kann auch ein Welpe/Hund auf die Straße rennen, weil er sich erschreckt - und dabei Schaden anrichten. Gefährlich ist das. Hat aber nix damit zu tun, dass der Hund aggressiv oder ist verboten gehört.

    und warum wendet man sich dann als Käufer dann nicht einfach selber an den Verband?

    Der Verband steht wie gesagt auf der Ahnentafel. Die haben eine Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse. Wenn ich das Gefühl habe, der Züchter will absichtlich was verschweigen, dann kann ich mich doch auch einfach selbst an den Verband wenden.. :ka:

    Das kannst du natürlich.

    Die Frage ist aber auch da, wie viele das machen und wie groß der Erfolg dadurch ist.

    Wir sind den Weg dreimal gegangen (zwei Wurfgeschwister, ein dritter der selben Rasse vom anderen Züchter, ein Hund ein anderen Rasse) und die Antwort war: Ja, passiert halt. Kann vorkommen."

    Hat keinen interessiert. Die Untersuchungen waren ja bei der Rasse nicht vorgeschrieben, die Züchter waren renommiert und die Krankheiten nicht rassetypisch. Waren ganz bestimmt nur Einzelfälle. Muss man nicht dokumentieren.

    Und ich wollte die Hunde nicht umtauschen, ich wollte kein Geld oder sonstiges. Ich wollte lediglich darüber informieren, dass das aufgetreten ist bei der Verpaarung. Natürlich kann das ein Einzelfall sein. Aber vielleicht auch nicht. Und dann wäre es doch im Sinne der Prüfbarkeit und Kontrolle sinnvoll, wenn sowas aufgenommen werden würde. Nur wird es das bei einigen eben nicht.

    Damit möchte ich nicht sagen: Alle Züchter sind doof.

    Aber es gibt eben auch bei ihnen schwarze Schafe mit guten Verbindungen und Vereine, wo das nicht so wirklich juckt.

    Ich sehe das Problem einfach dabei, dass es eben noch längst nicht bei allen Rassen auch nur annähernd so ist. Da gibt es eine regelrechte Kluft zwischen den verschiedenen Rassen.


    bei welcher Rasse wertet denn der Züchter die Röntgenbilder selbst aus und entscheidet über eine Weitergabe an den Verband? Hast du da mal ein Beispiel für?

    Es ging gar nicht um die Auswertung - sondern um das Weiterleiten an den Verband, an das Einfließen in eine Statistik und die Resultate aus den Ergebnissen. Ich ging an keiner Stelle davon aus, dass Züchter das selbst bewerten oder bewerten sollten.

    Es ging auch nicht nur um Röntgenbilder - die waren nur ein Beispiel für sinnvolle Untersuchungen.

    Bei einigen Rassen/Züchtern ist es aber eben so, und das habe ich selbst erlebt und mehrfach gesehen (unter anderem bei Pudel, Shih Tzu, Dobermann, Golden Retriever, Berner Senne) :

    Züchter (eingetragener Züchter! nicht Hinterhof-Vermehrer) sagt zum Welpenkäufer "wenn mal irgendwas ist, sagen Sie Bescheid, wir wollen ja gesunde Nachkommen". Nebst Papieren, Auszeichnungen und vorliegenden Untersuchungsergebnissen klingt das doch super.

    Aber sobald du damit wirklich anrückst, weil dein Hund etwas hat - "äääh, ja, kann ja mal vorkommen, haben Sie bestimmt was falsch gemacht, können wir jetzt auch nichts dafür..."

    - und die Elterntiere werden munter weiter zur Zucht eingesetzt. Eben weil es nicht direkt an den Verband geht, sondern der Züchter, der ach so besorgt und gut klang (denn dabei handelt es sich bei diesen Rassen um Untersuchungen, die gar nicht vorgeschrieben sind) selbst darüber entscheiden kann, ob er das weitergibt oder nicht.

    Dann hast du als Käufer sehr verantwortlich gehandelt - es passiert aber genau gar nix.

    Mir ging es bei meiner Frage nach der Gefährlichkeit tatsächlich schlicht und einfach um das individuelle Empfinden/die individuelle Interpretation, weil in den vorangegangen Beiträgen da scheinbare große Unterschiede herrschten und das Konversationen darüber teilweise erschwert, wenn für den einen ein gefährlicher Hund halt erst ab "hat einen Menschen gebissen" losgeht und für den anderen hauptsächlich die Rasse eine Rolle spielt während der dritte allgemeines Gefahrenpotenzial unabhängig von der Aggression betrachtet.

    Ich hoffe, man versteht, was ich meine. War für mich nur eine Verständnisfrage.

    Querida - ich habe nicht alle 949 Seiten gelesen. Es hat mich einfach interessiert, wie andere das für sich empfinden. Das hat für mich nichts damit zu tun, irgendetwas verbieten zu wollen. Es ging einzig um einen gemeinsamen Nenner, beziehungsweise darum, andere und ihre Perspektiven besser zu verstehen.

    Das ist doch super. Wäre schön, wenn es eben überall so wäre und auch alle Käufer darüber informiert sind. Sind sie aber nicht.

    es ist wirklich ein leichtes, sich dahin gehend zu informieren.. man kann zb einfach mal ne Mail an den Zuchtverband schreiben und dort nachfragen, wie das so abläuft.

    Der Zuchtverband des eigenen Hundes steht zb auf dessen Ahnentafel..

    Bzw ich habe grade mal geschaut, manche Rassezuchtvereine (beispielsweise der LCD) beschreiben das Prozedere auch einfach auf ihrer Homepage. Da wird dann auch ersichtlich, dass der Züchter rein gar nichts damit zu tun hat..

    aber heutzutage bekommt man ja anscheinend nur noch Informationen, die einem in den Kram passen. Alles kritische findet man scheinbar nicht mehr. :ka:

    Ich sehe das Problem einfach dabei, dass es eben noch längst nicht bei allen Rassen auch nur annähernd so ist. Da gibt es eine regelrechte Kluft zwischen den verschiedenen Rassen.

    Woher kommt denn die Überzeugung, ich wäre gegen vernünftige und seriöse Züchter?

    Soll ich mich dafür entschuldigen, dass ich auch Negativbeispiele kenne und nicht jeder VDH-Züchter superdupertoll ist? Das ist einfach Realität. Dafür kann ich nichts.

    Ich habe mich mehrfach dagegen ausgesprochen, dass Hunde einfach so vermehrt und für den Profit verkauft werden. Ich bin dafür, dass Untersuchungen und Tests ausgeweitet werden und eben nicht nur bei wenigen Rassen – sondern bei allen. Dass gemacht wird, was nötig und möglich ist, um Rassen gesund zu erhalten. Und das können nun einmal am ehesten Züchter und Zucht- bzw. Rasseverbände. Denn da ist es am ehesten kontrollierbar.

    Das heißt nicht, dass sie allein die Verantwortung tragen müssen. Aber sie entscheiden, was sie züchten und wie sie kontrollieren.

    Und die Extreme auf Shows kommen nun auch nicht vom Vermehrer. Die kommen von eingetragenen Züchtern und werden noch ausgezeichnet. Sind daran auch die Käufer schuld, weil sie die bereits produzierten Hunde kaufen?


    dann ist das Geheul groß und der böse böse Züchter hat das bestimmt mit Absicht getan, weil er ein geldgeiler Abzocker. :roll:

    Ist das nicht genau der Vorwurf, der sogar eingetragenen VDH-Züchtern von Brachyzephalen hier ständig gemacht wird?:denker:

    Aber wenn ich anmerke, dass nicht jeder Züchter das Nonplusultra ist, ich mehr Kontrollen angebracht fände und für gesündere Rassestandards bin, dann ist es verkehrt?

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    Übrigens wäre es schön, wenn mal gelesen wird was da steht. So ganz ohne Unterstellungen und persönliche Angriffe. Das passiert in diesem Thread auffällig oft ausgerechnet durch DF-Team Mitglieder.

    Da es Hektorine aufgebracht hat, ab wann empfindet ihr einen Hund eigentlich als gefährlich?

    Denn gefährlich ist ja doch recht vage.

    Für mich ist jedes Lebewesen potenziell gefährlich - dazu muss es nicht aggressiv sein oder bereits jemanden verletzt haben. Es muss dazu auch nicht groß sein oder beängstigend wirken.

    Aber die Meinungen gehen da ja sehr stark auseinander.

    bei deinen Rassen ist es evtl noch nicht häufig so.

    Genau das ist doch mein Punkt. Bei einigen Rassen mag das häufig so sein, aber bei vielen anderen findet sich das noch gar nicht. Da kommen die meisten Halter auch bei Hunden vom seriösen Züchter gar nicht auf die Idee, bestimmte Untersuchungen durchführen und die Ergebnisse in eine Statistik einfließen zu lassen.

    Dementsprechend wäre ich dafür, dass es auf alle Rassen ausgeweitet wird.

    Als ich Ares habe röntgten lassen, gingen die Bilder direkt anonymisiert vom Tierarzt zum Gutachter für die ganze Rasse.

    Das ist doch super. Wäre schön, wenn es eben überall so wäre und auch alle Käufer darüber informiert sind. Sind sie aber nicht.

    und welche Sachen soll denn ein Tierarzt weiter geben?

    Die Rasse, die Befunde von allen Krankheiten und Beschwerden plus Herkunft des Hundes. Kann doch (auf den Halter bezogen) anonymisiert als Datenbank erfolgen.

    Die Daten in den Statistiken kommen schließlich auch von irgendwo her.

    Ich erfinde und überspitze jetzt mal ganz bewusst, ausschließlich um zu verdeutlichen, was ich meine:

    Von Rasse A haben 93 % der vorgestellten Hunde Allergien - 67 % dieser Hunde stammen von Züchtern

    Von Rasse B haben 85 % mehr als einmal jährlich Augenentzündungen - 5 % der Hunde stammt von Züchtern

    Von Rasse C haben 81 % Probleme mit der Schilddrüse - 38 % davon vom Züchter

    Bereits aus diesen Daten ließen sich doch sehr schnell und einfach Tendenzen ableiten, die berücksichtigt werden sollten.

    Aber so lange den Leuten immer noch erzählt wird, die Züchter würden ja eh alle mauscheln und wären nur dran interessiert den Welpenkäufer über den Tisch zu ziehen, wird sich da in den Köpfen nichts ändern.

    Wer behauptet das denn? Aber, dass alle Züchter den totalen Durchblick haben und nur im besten Interesse der Tiere agieren stimmt nun einmal auch nicht.


    Weil er es WILL!
    Weil er selbst keinen Röntgenblick hat!
    Weil er mit dem Hund Sport machen will!

    Weil er es für SICH will!

    Die kannst du bei den meisten Hundehaltern/Rassen aber mit der Lupe suchen gehen.

    Prozentual betrachtet: Wie viele gehen mit einem augenscheinlich gesunden Hund zum Tierarzt und lassen da aufwendige, teure Untersuchungen durchführen?

    Wie viele machen sich wirklich im Vorfeld Gedanken darüber, ob der Hund eventuell vielleicht Schaden davon tragen könnte, wenn er eine spezielle Leistung erbringt? Und ich meine damit ganz ausdrücklich nicht im Hundesport oder auf Turnieren. Sondern den Otto-Normal-Hundehalter, der nun einmal die Mehrheit der Hundehalter ausmacht.

    Das ist in etwa damit vergleichbar, dass ich alle Kinder beim Arzt auf links drehen lasse, MRT, CT, Röntgen, Blutbilder - damit ich sehen kann, ob sie beim normalen Spielen eventuell kaputt gehen könnten.

    Niemand schiebt die Verantwortung auf die Käufer. Aber sobald der Hund nicht mehr mir gehört, wer soll denn dann die Verantwortung haben?

    Doch, durchaus wird die Verantwortung auf Käufer geschoben. Von einigen sogar. Die bösen Käufer, die gesunde Hunde wollen aber selbst nicht bereit sind, ihre Hunde den Belastungen bestimmter Untersuchungen auszusetzen.

    Ich bin gerade einfach nur entsetzt, dass hier offensichtlich einige der Meinung sind, Röntgenuntersuchungen seien nur für den Züchter.

    Wer hat das behauptet? Ging weder nur um Röntgenuntersuchungen, noch nur um den Vorteil für die Züchter, sondern um die Gesunderhaltung der Rasse bzw. darum, dass sich gewisse gesundheitliche Probleme in einer Rasse ausbreiten. Damit die Ausbreitung verhindert werden kann, sind Untersuchungen bei der Nachzucht oder zumindest die Übermittlung von Befunden an die betreffenden Züchter vonnöten, um eine tendenziell problematische Verpaarung oder generelle Entwicklung zu vermeiden.

    Sofern das aber nicht für jeden transparent und verständlich ist und damit der einzige Anreiz für bestimmte Untersuchungen aus der Kaution vom Züchter besteht, entwickelt sich beim Käufer eben genau dieser Eindruck "Ich soll für den Züchter bei meinem Hund Untersuchung soundso durchführen lassen und dann bekomme ich meine "Kaution" wieder".