Beiträge von straalster

    Ich find's gerade auch echt zum Schießen - den braven Hund, der nur nett durch die Weltgeschichte dödelt, mal um die Kurve vor rennen zu lassen, geht gar nicht, weil es KÖNNTE ja xy sein (Mensch mit Hundeangst, dies, das, keine Ahnung).

    Aber Mülltüten anpissen lassen ist ok, weil den Müllmann, der gefragt wurde, den stört's ja nicht … Läuft.

    Wer sagt das denn? Ich hab mich dafür entschuldigt, weil es einmal passiert ist (die letzen Tropfen bei einem sehr kleinen Hund direkt vor der Haustür - erster Rüde, ausgerechnet da zum ersten Mal Bein gehoben im Vorbeigehen.) und kam dadurch ins Gespräch mit den Betreffenden. Habe mich in der Folge damit auch mehr beschäftigt und mich mit den Menschen unterhalten, die beruflich jeden Tag damit zu tun haben.

    Nicht nur mit einem, wohlgemerkt. Mit ziemlich vielen. Denn beruflich bin ich viel unterwegs, meine Familie und Freunde sind weit verstreut. Ich bin oft unterwegs. Überall ist was anders. Und ich unterhalte mich gerne mit Leuten. Jupp, auch mit denen von der Müllabfuhr.

    Wenn mir dann viele sagen: Weißt du, das ist gar kein Ding. Aber das und das stört in dem Beruf.

    Ja, da bin ich dann tatsächlich so, dass ich den Leuten glaube - die den Job tagtäglich machen. Warum sollte ich das auch nicht? In jeder anderen Branche glaube ich den Menschen doch auch. Denn sie haben den größten Erfahrungsschatz.

    Und nach wie vor ist ein unbeaufsichtigter Hund, der andere Leute erschreckt und verletzt werden kann oder verletzen kann, für mich was anderes als Urin an ner Tonne oder einem Beutel:ka: Ich denke, das ist für die meisten so. Tonne reinigen mag ärgerlich sein. Ekligen Beutel anheben mag unangenehm sein. Aber Bisswunde, lebenslange Maulkorbpflicht, toter Hund, entstelltes Kind - alles ne Runde unangenehmer.

    Ich wollte damit auch nicht sagen, dass ich meine Hunde überall markieren lasse. Ich verstehe das vollkommen bei Hauswänden, Gegenständen die man für gewöhnlich direkt ungeschützt anfasst (Fahrrad, Spielzeug usw.) oder die durch Urin irgendwie Schaden nehmen könnten. Aber Müll? Nee. Verstehe ich nicht.

    Denn Urin ist meist steril. Mag nicht gut riechen. Aber ist er dennoch.

    Müll im Beutel ist das in der Regel nicht. Dafür sind aber viele Müllbeutel undicht. Auch wenn die Handschuhe undicht sind - alle mit denen ich mich bisher unterhalten habe: Denen war Hundeurin sowas von egal. Die kommen mit ganz anderen Sachen in Kontakt.

    Das mit den anderen Tieren habe ich sogar von der Müllabfuhr. Weil ich mich entschuldigt habe für meinen Rüden und es reinigen wollte. Da wurde ich ausgelacht, weil sie das wirklich null interessiert.

    Gerade deswegen verstehe ich mittlerweile nicht mehr, warum es dieses "Das macht man nicht!" ausgerechnet bei Müll gibt.

    Das mit dem Müll (Tonnen oder Beutel) verstehe ich zum Beispiel überhaupt nicht.

    Hast Du mal gesehen, wie die Mitarbeiter der Entsorgungsbetriebe die Säcke entsorgen? Sie werfen sie über die Schulter am Kopf vorbei in den LKW. Müllsäcke sind unten nicht komplett abgerundet, sondern haben Falten. Darin kann sich dann der Urin des Hundes sammeln und genau der spritzt dann den Mitarbeitern schön ins Gesicht, wenn sie die Säcke mit Schwung in den Wagen werfen.

    Schwere Säcke kommen beim Werfen außerdem mit der Kleidung der Mitarbeiter in Kontakt. Ist nett, wenn die 30- 40 Beutel pro Arbeitstag werfen und dann schön nach Hundepisse riechen.

    Hab ich gesehen, hab mich auch schon mit ihnen unterhalten.

    Interessiert aber niemanden von ihnen. Weil andere Tiere da auch dran machen, viele Tüten undicht sind, einige Tüten beim Werfen undicht werden (durch spitze Gegenstände darin). Und damit rechnet jeder von ihnen.

    Hier ist das beispielsweise nicht so mit den Tüten. da wird die Tonne zum Wagen gerollt. eingespannt, durch Hebemechanismus geleert, zurückgerollt. Da berührt keiner der Müllabfuhr mehr als den oberen Rand (wo kein Urin hinkommen kann). Dafür aber beispielsweise Maden rauskrabbeln im Sommer.

    In NRW und dem Dorf meines Onkels gibt es die gelben Säcke. Da ärgern sich die Entsorger nur darüber, dass sie mehr Gänge machen müssen aber mit Verunreinigungen an den Beuteln selbst rechnet absolut jeder. Und das kannst du noch so gut verpacken (was die wenigstens tun) Müll müffelt. Immer. Nicht erst durch Hunderurin. Die Müllabfuhr selbst interessiert das nicht, weil die sowieso davon ausgehen, dass die Beutel undicht sind oder (zumindest auf dem Land) da schon einige Tiere dran waren.

    Das mit dem Müll (Tonnen oder Beutel) verstehe ich zum Beispiel überhaupt nicht. :ka:

    Es ist Müll. Da sind Tampons und Binden drin, vollgekackte Windeln, sowohl von Erwachsenen als auch von Säuglingen und Kleinkindern, bis zur Abholung vergammelte Essensreste, Katzenkot, Katzenurin (durch Streu), teils Glasscherben, teils Kombinationen, die giftige Gase erzeugen...

    Gerade, wenn die Beutel oder Tonnen draußen stehen, pinkeln und vergreifen sich da auch gerne mal andere Tiere dran: Katzen, Füchse, Waschbären, Ratten etc

    Ob sie das vollpinkeln, vollkoten oder die Beutel aufreißen:ka:

    Sprich: Die Müllabfuhr weiß zum einen, dass es sich um Müll handelt. Und zum anderen, fassen sie das auch nicht ungeschützt an. Weder Tonnen noch Beutel. Und das nicht, weil da eventuell vielleicht ein Hund sein Bein gehoben haben könnte.

    Genauso gut könnte ich ja sagen, meine Hündinnen dürfen nicht mehr auf den Boden pinkeln. Ganz egal wo. Denn früher oder später werden da Leute langgehen. Und die haben das dann genauso an den Schuhen, wie die Müllabfuhr an den Handschuhen. Und spätesten beim Ausziehen und Anziehen, fassen die die Schuhe an - meist nicht mit schützenden Handschuhen.

    Auf Materialien, wo das tatsächlich Veränderungen oder auch Schäden erzeugt oder jemand ungeschützt hingreift - verstehe ich vollkommen. Aber Kunststoff-Mülltonnen oder Müllbeutel? Was ist denn da das genaue Problem?

    Vriff ich meinte damit auch nicht, dass in einem gesicherten Bereich (eigener Garten) jede Sekunde Aufmerksamkeit zu 100 Prozent beim Hund sein muss. In öffentlichen Bereichen hingegen schon. Also Parks, Wälder, Fußwege….

    Überall da, wo ich damit rechnen muss, dass (überraschend) andere Lebewesen auftauchen - die auch Recht auf freie Bewegung haben.

    Wenn sich jemand durch mein abgeschlossenes Gartentor oder auf mein Grundstück schleicht, wäre das für mich etwas ganz anderes als ich nutze einen öffentlichen Bereich, in dem absolut jeder langlaufen darf, und lasse da meinen Hund unbeobachtet.

    Solange meine Hunde im Garten kein Bellkonzert veranstalten, belästigen sie niemanden, schränken niemanden ein. Freilaufend und ohne Halter in der Nähe kann das ganz anders aussehen. Dazu müssen sie Spaziergänger nicht einmal anbellen.

    Dennoch checke ich den Garten kurz, bevor die Hunde da rumrennen dürfen. (hier ist es mit den Giftködern leider Thema und manchmal finden sich auch Schäden am Zaun oder Löcher darunter - also einmal Ablaufen und gut) Und wenn ich länger reingehe, nehme ich sie mit. Nicht unbedingt, weil meine Hunde ansonsten Blödsinn machen würden. Aber es sind eben keine Maschinen und sie sind nicht perfekt.

    Da Menschen manchmal ebenfalls nicht perfekt sind, und manchmal sogar ganz schön mies - behalte ich die Hunde dann lieber in meinem Bereich.

    Würde ich in der Pampa wohnen und der Publikumsverkehr wäre deutlich geringer, sähe das zumindest beim Garten vielleicht anders aus. Wobei ich zumindest den Zaun - also die Sicherung - weiterhin prüfen würde. Ich kenne das einfach seit ich Kind bin so und finde das auch gut. Bereiche, in denen man Kinder oder Tiere lässt, werden einmal kontrolliert, bevor die Schutzbefohlenen da spielen, rennen, entspannen können. Gefahrenminimierung eben.

    In dem Zusammenhang finde ich es übrigens für den Hundehalter-Knigge wichtig, dass man als Halter weiß, wo herrscht Leinenpflicht und wo nicht. Wie lang darf die Leine sein? Unter welchen Voraussetzungen darf ich den Hund laufen lassen?

    Denn ich erlebe immer wieder, dass Halter davon keine Ahnung haben. Da gilt dann, solange kein ausdrücklich eindeutiges „LEINE DRAN!“-Schild steht, dürfen sie ja ihre Vierbeiner oben ohne laufen lassen und andere haben das zu akzeptieren, komme, was da wolle.

    Leider scheint das für viele andere Verordnungen ebenfalls zu gelten.

    Dann würde ich entweder woanders gehen, auch wenn ich dazu ein Stück rausfahren müsste - oder Lucy würde an der Leine bleiben.

    Denn mit Leine würde mein Gegenüber zumindest sehen, dass am Hund noch jemand "dranhängt", der auch gleich um die Kurve biegen wird.


    Wobei ich Lucy trotz Leine nicht als erstes um die Kurve laufen lassen würde - ich möchte gerne sehen, in was mein Hund reinläuft.

    In beiderlei Hinsicht - ich möchte nicht, dass mein Hund jemanden "belästigt" - und ich möchte aber auch nicht, dass hinter der Kurve vielleicht ein Hund steht, der sich auf Lucy stürzt.

    Oder ein Kind, das flott mit dem Fahrrad oder Roller unterwegs ist und Lucy über die Pfoten fährt usw.

    Ich würde deinen Beitrag gerne mehrfach liken, denn die Angaben "Rückruf nervt" und "es ist so unübersichtlich" finde ich gerade wichtige Faktoren dafür, dass der Hund an der Leine oder bei mir bleibt.

    Ich hatte in Herne mal das zweifelhafte Vergnügen, für zwei Jahre immer wieder in einer Dienstwohnung nahe einem Park zu sein. Hundewiese ohne Leinenpflicht war direkt an einer Straße. Auf der Hundewiese: Kaninchenbauten. Plus Kaninchen. War witzig. Denn jagender Hund plus Kaninchen stellten natürlich so gar keine Unfallgefahr da. So direkt neben einer Straße.

    Aber weil da nunmal stand, dass keine Leinenpflicht besteht... Wie oft ich da Leute gesehen habe, die ihren Hunden verzweifelt hinterhergehechtet sind. Weil natürlich gar nicht vorhersehbar war, dass irgendwann Jagdverhalten aufkommt. Als Autofahrer war es schon wieder weniger witzig.

    Irgendwann haben die Halter dazu gelernt. Das hieß - man ließ seinen Hund dann ohne Leine im Park laufen (in dem Leinenpflicht herrschte). War auch super. Sich ärgernde Spaziergänger, Leute erschreckt, Hunde erschreckt, Halter sonstwo. Aber was sollten die armen Halter tun? Der nächste Park mit großer und überschaubarer Freilauffläche war doch so weit entfernt. Da wurde lieber in Kauf genommen, dass andere immer wieder Stress haben, damit man selbst nicht 20 Minuten Fahrt in Kauf nehmen oder die Leine in der Hand halten muss. Hauptsache, die Hunde können machen und man selbst wird nicht genervt.

    Da hab ich mich jedes Mal gefragt, warum sich die Betreffenden Hunde angeschafft haben, wenn schon darauf aufpassen zu viel verlangt ist. Ist für mich nicht anders, als bei Eltern, die ihre Kinder alles und jeden zum Spielplatz machen lassen, damit sie selbst möglichst wenig Aufwand haben.

    @Cindychill - zwecks der Unterschiede im "Reinbrettern"... das ist so multifaktoriell, dass es schwierig ist eine kurze Antwort zu verfassen. Aber mal so als Versuch meine Situation hier:

    Ich bin mit zig Tieren groß geworden. Aber Hunde, davon gab es ganze neun im gleichen Ort. Mochten die sich nicht? Kein Problem - lief man halt einen Bogen. Wenn man sich denn überhaupt jemals begegnet ist. Hat auch keiner persönlich genommen oder gemeint, man müsse als Halter doch nur mal entspannt sein, dann klappt das schon.

    Jetzt: auf 1 km² - mittlerweile über 40 Hunde.

    Mittlerweile also ganz andere Dichte. Das es öfter knallt, ist klar. Unter anderem weil:

    -Ausweichen und damit Einhaltung der Individualdistanz deutlich schwieriger sind

    -Menschen das Vermehren von Hunden als Einnahmequelle entdeckt haben - früher gab's da eher mal Schaufel drauf oder Äther, Hund, Tonne zu

    -jeder dritte Hund Hallo sagen muss

    -natürlich kein Hund jemals irgendwas tun würde - schon gar nicht, sich verhalten wie ein Hund oder auch einfach nur wie ein Lebewesen

    -jeder andere die freie Entfaltung hinzunehmen hat

    -Trends sich in unterschiedlichen Bereichen unterschiedlich entwickeln (Leinen sind ganz furchtbar schrecklich schlimm? Na dann mach ich keine mehr dran, ob mein Hund hört oder nicht - ansonsten wäre ich ja uncool und ein Tierquäler)

    -Hunde werden auch "beschädigt" gerettet. Das heißt in manchen Bereichen sind mehr Hunde unterwegs, die bereits verhaltensauffällig sind

    usw usf

    Ich hab hier bis zu meinen 20ern keinen einzigen Hund gesehen, der mal eben vorm Supermarkt angeleint war und sich die Birne abgebellt hat. Jetzt ist das ganz alltäglich.:ka:


    Und mit Reinbrettern meine ich: Wirklich in uns reinlaufen. Körperkontakt. Sei das die Nase im Hintern meiner Hündin oder die Pfoten an mir. Beißen ohne Vorwarnung. Pfote draufhauen.

    Auch noch so ein Faktor - denn das hatte ich mit großen Hunden nie. Nicht einmal. Aber seit ich kleine Frau mit kleinen Hunden unterwegs bin - andere Geschichte.


    Deswegen ärgert es mich auch, wenn dann kommt: Ich solle mal entspannt sein. Oder: "Wenn der Halter entspannt wäre..."

    Denn im Prinzip ist das "Victimshaming" - der Angegriffene hat es bestimmt irgendwie provoziert. Irgendwie muss das Opfer schuld sein. Anderen passiert das doch auch nicht.

    Dauert meist solange, bis dann mal der eigene Hund oder das eigene Bein sich zwischen den Kiefern eines Hundes befinden. Dann sieht das ganz anders aus.