Ich bin mit Hunden aufgewachsen. Gab immer wenigstens drei. Ein großer, zwei kleinere.
Meine Mutter hatte irgendwann die Idee, selbst zu züchten. Und zwar DIE Trendhunde zu der Zeit: Shih Tzu.
Also zwei Wurfgeschwister angeschafft. Die Mädels haben die Bude auf den Kopf gestellt.
Eines Tages (ich war 4) kam dann die Ansage, dass eine krank ist, sich nicht zur Zucht eignet und deswegen in "Liebhaber-Hände" abgegeben wird... was hab ich geheult. Und dann mit meinen vier Jahren einen "Vertrag" aufgesetzt, dass sie mir die zweite aber nicht wegnehmen dürfen und sie jetzt mir gehört
Drei Jahre später stellte sich heraus, dass sie ebenfalls nicht zuchttauglich ist. Aber sie war genauso wie mein Kater mein Schatten.
Als sie starb, kam mein erster tatsächlich selbst gekaufter Hund - da war ich 17. Wieder Shih Tzu.
Meine Mutter hatte zuvor gemeint, sie will nie wieder einen kleinen Hund. Aber ich wollte einen. Ich also heimlich "Ausschussware" (so hat sie die Züchterin betitelt) geholt, in mein Zimmer geschmuggelt und wollte meine Mutter überraschen.... Joah, ging nach hinten los. Denn meine Mutter hat sich extrem gefreut und dachte, der Hund sei für sie....:| Erklärt mal jemandem, der sich gerade freut wie verrückt, dass das kleine Fellbündel nicht als Geschenk gemeint war. 
Diese Hündin war der Hammer. Herrscherin des Universums war ihr Spitzname. Stolze 3,65 kg. Aber sobald sie irgendwo war - ein Blick reichte, alle anderen Tiere orientierten sich an ihr. Sie war immer überall dabei. Hatte im Billardkeller eigene Näpfe. Bekam in Restaurants Leckerli. Ich durfte sie mit in den Vorlesungssaal nehmen. Denn sie fiel nie negativ auf und war quasi an mir festgetackert.
14,5 Jahre ist sie geworden - trotz drei verschiedenen Krebsarten, Blindheit, Taubheit, Demenz. Würde keinen Tag mit ihr missen wollen.
Gestorben ist sie in meinen Armen.
Bei der Beerdigung stand meine ganze Familie weinend dabei, nachdem wir gefrorene Erde ausgehoben haben.
Selbst Freunde, die angeblich keine Tiere mögen oder allergisch sind, haben geweint und waren traurig, dass sie sich nicht mehr von ihr verabschieden konnten, weil sie einfach immer bei allem dazu gehörte und es uns nur im Doppelpack gab.