Ja ich denke tatsächlich, dass es für euch am aller effektivsten wäre, wenn ihr euch mal einen Trainer gönnt.
Das mit dem ruhigen angucken und anschließendes Weggucken von Reizen würde ich auch schon drinnen ganz banal an beispielsweise Futter üben. Das kann man draußen auf Menschen und ähnliches andere Reize erweitern, hier aber immer einen Abstand wählen, wo der Hund noch ruhig diese Übung leisten kann. Das ist quasi auch schon vorarbeit für das ruhige Aushalten von Reizen, was dann für die Reize zu Gute kommt, die sie jetzt nur schwer ruhig aushalten kann.
Und vermutlich würde ich es eben ähnlich wie ich es jetzt bei Luigi mache, die Leinenführigkeit komplett neu aufbauen und diese gezielt mit Ruhe verbinden, drinnen anfangen und denn Hund für ruhiges in die Gegend glotzen belohnen.
Da hätte ich jetzt so aus dem Bauch heraus die Befürchtung, das Futter, selbst schnödes TroFu, sie noch viel mehr pusht? Also sie erst recht auf das Level bringt "wann gibt es das nächste Fressi"?
Hier ist es eben ganz wichtig, dass du NIEMALS belohnst, wenn der Hund nach Leckerlies geierst, wenn du eigentlich gerade dabei bist entspanntes Verhalten zu trainieren. Hier wird gezielt nur "Langeweile" belohnt, aber niemals das abspulen von Tricks oder wenn der Hund dich anstarrt und bettelt. Dafür würde ich eben auch schnödes TroFu nehmen, oder vielleicht Gemüsestückchen, irgendwas, was an sich nicht schon zu hoch pusht. Aber auch ein futtergeiler Hund kann mit dem richtigen Timing Entspannung mit Futterbelohnung lernen.
Zweite Frage wäre... "draußen unter wenig Reiz"... Der Reiz beginnt ja für sie schon von der Haustür an. Um zu einer reizarmen Übungsstelle zu kommen, müsste ich praktisch erst durch ganz viel "reizvolles" Gebiet und nach dem üben auch wieder dadurch zurück. Ist das sinnvoll?
Dann beginne das Training immer erst dort, wo sie es leisten kann. Du hast ja leider kein Auto, sonst hätte ich gesagt, fahr einfach irgendwo hin, aber so würde ich eben sie normal an der Leine wie bisher laufen lassen und das Training erst dort starten, wo es viel weniger Reize gibt (mit einem für sie deutliche zu erkennendem Unterscheidungsmerkmal, wie Wechsel von Geschirr auf Halsband oder Halstuch umbinden).