Ich lass mich hier auch mal nieder. Als Luigi eingezogen ist, sagte man mir er würde bei Hundebegegnungen gerne mal auf kleinen Zampano machen. Ich dachte mir, damit kann ich umgehen, da weiß ich, was zu tun ist. Nun letztendlich brachte er viel schwerwiegendere Baustellen mit, bei denen ich nicht wusste was zu tun ist, wo Hundebegegnungen eigentlich das für mich eher kleiner Problem waren. Seine Ausraster waren wirklich heftig, er hat sich teilweise an der Leine überschlagen und lag auf dem Rücken. Hätte er nicht nur 5 kg, wäre ich diejenige gewesen, die auf dem Rücken gelegen hätte. Und er kreischt in richtig hohen Tönen, sodass die Leute aus ihren Häusern rausgekommen sind um zu sehen, welches Kind dort gerade ermordet wird. Komischerweise hat mich das nie so extrem belastet. Weil er eben nur 5 kg hat, es macht für mich einen riesen Unterschied, wie groß der Hund ist. Bei einem großen Hund wäre der Leidensdruck so viel größer für mich. Und was auch noch ein enormer Vorteil ist, ich kann ihn einfach unter den Arm klemmen und am anderen Hund vorbei tragen, wenn der Weg zu eng ist. Auf dem Arm fühlt er sich auch so sicher, dass er dort nicht ausrastet.
Wir haben sehr sehr viel mit Click For Blick gearbeitet. Wobei ich da am Anfang auch nicht ganz sauber gearbeitet habe, erst mit Trainer Unterstützung ist mir klar geworden, worauf es bei Click For Blick ankommt. Mit Ablenkung brauche ich da nicht zu kommen und nie im Leben würde ich diesem hoch unsicheren Hund einen Anschiss wegen Pöbeln geben. Auch mich angucken und vorbei gehen ist bei ihm eine denkbar schlechte Methode, das würde er eh nicht machen, weil er die Gefahr im Auge behalten können muss.
Wir haben außerhalb der Hundebegegnungen noch geübt, dass wir auf Kommando die Richtung wechseln. Sodass wir auch mal umdrehen oder seitlich ausweichen können, wenn er sich bei einem entgegenkommenden schon festgestarrt hat. Klappt das nicht, gebe ich die Ankündigung für das hoch heben. Allein die Ankündigung lässt schon Anspannung bei ihm anfallen. Wir müssen oft immer noch stehen blieben und andere Hunde passieren lassen, selber an anderen Hunden vorbei gehen klappt nur bei großem Abstand und netten desinteressierten Fremdhunden. Aber dafür sind seine Ausraster wirklich eher selten geworden, weil er entweder das Click For Blick gut annimmt, wenn ich genug Abstand herstellen kann und der andere Hund nicht selber total aggro ist, oder in schwierigen Situation, wo ich weiß, er kann das nicht, nehme ich ihn hoch. Ich bin immer ganz stolz auf den kleinen Kerl, man sieht nachwievor wie ihn Fremdhunde stressen (wenn auch nicht mehr so krass wie früher), aber er gibt sich solche Mühe unsere erlernten Strategien anzuwenden 