@Helfstyna Das hatten wir ja die letzten Seiten. Man muss die Meinung nicht teilen, aber die Diskussion von vorne führen muss hoffentlich nicht sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Wesen plötzlich eine 180° Drehung macht, und man das auch noch auf die Genetik schieben kann (was beim Wesen ja sowieso relativ schwierig ist, je älter der Hund desto mehr Erfahrung spielt rein) ist gering. Klar, wenn man genug Rüden-Auswahl hat kann man das machen und klingt ganz prima verantwortungsvoll. Verallgemeinern würde ichs nicht.
Beiträge von Nebula
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@SanSu mal aus reinem Interesse: Welche Bedenken hast du denn beim Rüden? Dass er das körperlich nicht schafft? Psychisch nicht wegsteckt?
Bei einer Hündin verstehe ich die Bedenken ja, sie muss neben der Geburt die Welpen ja auch pflegen und erziehen. Aber warum sollte ein Rüde von 2 Jahren ein Deckakt schaden? Was befürchtest du?
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@SanSu Was meinst du denn wie oft solche Krankheiten spontan auftreten und nachweislich erblich sind? Da muss man halt den Kosten/Nutzenfaktor betrachten. Wenn ich warten würde, bis er 5 ist, kann ich eine Hand voll Krankheiten noch mehr ausschließen als sowieso schon nach den Ahnen (völlig sicher ist man ja nie) aber dafür ist wieder ein Rüde weniger in der Zucht, der aber jetzt dringend gebraucht wird. Wenns alle so machen würden, also quasi die Hälfte ihrer zuchtfähigen Zeit verstreichen lassen, was wäre dann los?
Es klingt ja schon logisch, dadurch das ein oder andere sicherer ausschließen zu können. Wenn ich aber Angst haben müsste, dass er zb. Epilepsie bekommt oder es vererben könnte, dann hätte ich ihn gar nicht erst zuchtfertig gemacht. Ansonsten kann er alles mögliche bekommen, es vielleicht vererben, vielleicht auch nicht. Es gibt halt keine Garantien.
Die meisten der genannten Krankheiten entstehen durch Genverlust, dem sollte man frühzeitig entgegenwirken. Rüden erst im Alter decken zu lassen reduziert wieder die Auswahl, geht also in genau die falsche Richtung.
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Naja, wenn es eine genetische Disposition ist, dann kommt die ja irgendwoher, oder nicht? Es ist sicher nicht unmöglich, aber wie wahrscheinlich ist es, dass ein einzelner (Zucht-)Hund plötzlich was bekommt, was noch nie jemand in der Verwandschaft hatte? Und wie schließe ich daraus auf genetische Gründe, wenn er doch der einzige ist? Du erkennst es ja erst an der Häufung, solange es keine Tests dafür gibt.
Problem ist halt, wenn man alle Rüden rausnimmt, die jünger als besagtes Alter sind, wer ist dann noch übrig? Bei uns nicht mehr viel.
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Nur weil ein Rüde von den Ahnen her nicht vorbelastet ist, heißt das ja nicht, das eine Krankheit bei ihm nicht auftreten kann.
Und selbst wenn er 10 Jahre ist und kerngesund, kann er trotzdem genannte Krankheiten vererben

Bei uns kennt man den ein oder anderen Epilepsie-Vererber zB. ziemlich genau, da Züchter darüber Buch führen. Alle diese auffälligen Rüden und Hündinnen sind selbst überhaupt nicht erkrankt und wurden 12-14 Jahre alt. Man findet sie aber in allen Epilepsie-Fällen, mal weiter vorne, mal weiter hinten, manchmal sogar erst wenn sie doppelt vorkommen also Linienzucht betrieben wird. Deshalb wäre ich mit Hunden, die diese Hunde in den Ahnen haben einfach sehr vorsichtig was den Zuchteinsatz betrifft, egal wie alt oder gesund die nach Außen hin scheinen.
Und selbst wenn ein Rüde 2x gedeckt hat und dann mit 4 Jahren Epilepsie entsteht ist es noch möglich die Nachzuchten rauszunehmen, selbst wenn die ihr Leben lang nicht erkranken. Sinnvoller, als abzuwarten, ob sies kriegen oder nicht.
Das Problem ist, dass mit sowas nicht offen genug umgegangen wird. Das würde vieles einfacher machen.
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@Honig Also unsere ist öffentlich, allerdings von "privat" erstellt und verwaltet. Da werden europaweit Daten gesammelt.
Und was meinst du mit Konsequenzen? Klar kriegt ein Hund die Zuchtzulassung, auch wenn er die Ahnen zB. sehr früh sterben. Die Frage ist halt, was mache ich mit dieser Info? Nehme ich für diese Hündin (zB.) einen Rüden aus langlebigen Linien, der dafür evtl. eher eine Anfälligkeit für Allergien mitbringt, was meine Hündin gar nicht hat, oder einen Rüden, der auch aus nicht sehr langlebigen Ahnen stammt, aber keine Allergien mitbringt ;)? Oder doch den mit HD-Neigung?
Letztendlich kannst du nur Risiken abwägen, anhand der Infos, die du hast. Heterogentität macht die Hunde widerstandsfähig und langlebig, sollte daher immer das Ziel sein - denn auch Zuchthunde sind nicht perfekt und müssen es auch nicht sein.
Ob das mit den Jahren besser oder schlechter wird kann ich dir nicht sagen, so lang bin ich noch nicht dabei. Ich weiß nur, dass man bei uns egt schon immer eher junge Rüden einsetzt und es hat der Lebenserwartung und Vitalität nicht geschadet, Collies werden gut und gerne 14 Jahre alt und bleiben relativ lange fit, hatte im Frühjahr einen 8 Jährigen, stark übergewichhtigen Notfall-Rüden hier und der hat tatsächlich mit meinen beiden Jungspunden Wettrennen veranstaltet (und hat natürlich verloren
) .
Ältere Zuchtpartner zu nutzen selektiert eben auch nur bis zu dem Alter, den diese zu dem Zeitpunkt erreicht haben. Ein Rüde der mit 8 deckt garantiert dir keine Welpen, die mit 10 noch fit sind, denn auch mit 8 kann er plötzlich ganz schnell an Krebs versterben
Aussagekräftiger finde ich, die (ältere) Verwandschaft anzuschauen, das sagt ggf. mehr aus.
Mein Rüde zB. hat ganz wenig Weißanteil, trotz weißfaktorisierter Mutterlinie. Würde kein Mensch dran denken, wenn man ihn allein betrachtet, dass er ggf. Fehlzeichnung (Flecken auf dem Rücken) vererben würde. Hat er aber
Hat mich allerdings nicht überrascht, seine Schwester hatte das auch. So als harmloses Beispiel. -
Kann leider nicht mehr editieren:
Bei uns ist es tatsächlich aktuer Rüdenmangel, der zu vielen (jungen) Deckakten führt
Alles was älter als 6 ist hat entweder noch gar nicht gedeckt (und das hat oft einen Grund) oder schon 5-8 mal, dann reichts aber auch. -
Naja, das ist doch der Vorteil der Abstammungsnachweises. Man kann die Ahnen durchforsten und nachforschen. Bei uns wird sowas zB. durchaus in die Database eingetragen, wenn der Hund starke Allergien hat. Auch der Tod und die Todesursache wird in der Regel eingetragen, man weiß also auch wie alt die wurden. Wenn du einen Rüden hast, dessen Onkels/Tanten (oder noch ältere Generationen) das gehäuft vorkommt, dann musst du damit rechnen, dass er das ggf. selber trägt, egal ob das bei ihn im Laufe des Lebens ausbricht oder nicht.
Letztendlich muss ich aber dazu sagen, dass keine Linie frei von irgendwelchen Mängeln ist, zumindest ist das mein Eindruck. Die eine hat neurologische Schwächen, die andere neigt mehr zu Krebs, die andere ist zwar langlebig aber es kommt SDU vor, etc.
Die Kunst ist, einen Partner zu wählen, der die Schwächen nicht multipliziert sondern ausgleicht, also einen möglichst weit entfernten, passenden Partner. Und Rüden nicht zu oft zu verwenden, damit sich diese Schwächen nicht in der Population festigen.Theoretisch einfach, praktisch hängt viel davon ab, wie sehr die Leute dahinter sind die Daten ihrer Hunde einzutragen. Und natürlich muss der Züchter wissen was er tut.
Nur ältere Rüden zur Zucht einzusetzen finde ich daher nicht die Lösung. Selbst wenn sie nie eine Allergie entwickelt haben bzw. augenscheinlich gesund sind, können sie das durchaus weiter geben, wenn sie auf die entsprechende Hündin treffen.
So zumindest das, was ich aus meinen Züchterkreisen mitgehört hab. Da gehen aber sicher auch die Meinungen außeinander
Ich persönlich finde es ok Rüden ab 2 Jahren einzusetzen und hab Respekt vor denen, die sich trauen zu einer "Jungfrau" zu fahren. Zu den erfahrenen Rüden, die mit 6 schon 5 Würfe haben, fahren auch so noch genug. -
Viele ältere Rüden haben in der Regel schon genug gedeckt. Ist nicht zwangsläufig so, aber oft, dass bewährte Rüden gerne wieder angefragt werden, dann weiß man etwa wie er vererbt, er deckt sicher, usw. Ist für den Züchter das geringste Risiko, völlig logisch.
Allerdings kommt der Punkt, wo man auch den Nachwuchsrüden mal eine Chance geben muss, sonst haben wir wieder den Popular Sire. Und wenn die erst mal 7 sind bis sie ihren ersten Nachwuchs haben ist er schon fast wieder zu alt, bis die erwachsen und einschätzbar sind.
Egt ist kein Hund von der Abstammung her ein völlig unbeschriebenes Blatt. Da kann man viel ableiten wenn man die Verwandtschaft kennt und ein bisschen herumhört. Sowohl was der Hund mal bekommen kann als auch was er vererben könnte. Deshalb finde ich die Verpaarungen mit einem jungen, unerfahrenen Rüden zwar mutiger aber keineswegs schlechter. Irgendwer muss halt mal den Schritt gehen und es ist mir wirklich lieber, als wenn sie den x-ten Wurf mit dem einen (älteren) Rüden machen.
edit: dazu kommt, dass die meisten Züchter nur ihre eigenen Rüden so jung einsetzen, also mit knapp 1 Jahr. Da gehe ich mal davon aus, dass die ihre Linie gut genug kennen um das Risiko abschätzen zu können.
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Durch Mindest-, Maximalalter und vorgeschriebenen Pausen zwischen den Würfen versucht man die Hündin zu schützen. Ausnahmen können zumindest bei uns beantragt werden, aber warum? Es ist ganz normal, dass eine 8 Jährige nicht mehr so belastbar ist wie eine 3 Jährige (und einen Wurf Welpen aufzuziehen IST starke Belastung! Schau dir mal (besonders langhaarige) Hündinnen an, wenn sie gesäugt haben, ich hab die Mama meines Rüden damals kaum wieder erkannt), und diverse Risiken steigen. Man ist nicht gewillt diesen Preis zu zahlen, nur, um noch mehr Würfe machen zu können. Verstehe nicht, was daran schlecht sein soll
