Beiträge von waldfrau

    Da fällt mir auch noch eine Frage ein, die unsere Hundetrainerin uns mal gestellt hat:

    Welcher hund wird eher lernen, dass es vom Tisch nie wieder etwas zum Essen für ihn gibt. Der Hund, der IMMER am Tisch gefüttert wurde, oder der Hund der nur hin und wieder etwas vom Tisch bekommen hat.

    Klar, der Hund der IMMER was vom Tisch bekommen hat, wird recht schnell merken, "boa, da gibts nichts mehr zu holen", der Hund der hin und wieder etwas bekommen hat, wird es nicht so schnell checken und denken, aber jetzt bestimmt wieder oder beim nächsten mal bestimmt oder vielleicht danach oder oder ...

    Für die Erziehung heißt das, wenn ich immer eine Belohnung fürs "sitz" gebe, und ich vergess es irgendewann, ist der Hund irritiert. Der Hund der nur hin und wieder was bekommt, wird das Sitz immer perfekt ausführen, weil es kööööönnte ja vielleicht was geben ("hechel").
    Aber auch dieses Beispiel funktioniert ja auch nicht ganz ohne Leckerlie.

    Wohingegen A.Krüger ja sagt, man braucht sie gar nicht, weil im wolfsrudel hat Wolfschefin ja auch keinen Futterbeutel umhängen....???
    Sie sagt, im Grunde genommen sind Leckerlie und Ball nur "Dolmetscher" um dem Hund zu vermittlen, was wir wollen und was nicht (für letzters gibts dann halt keine Belohnung). Find ich vom Ansatz her echt interessant. Sehe schon, werd das Buch doch mal bestellen....

    Meine erste Hündin habe ich in der Erziehung nur sporadisch mit Leckerlis belohnt. Das hatte gar keinen bestimmten Grund, ich war einfach immer zu schusselig und habe den Leckerliebeutel immer vergessen oder verloren. Ich denke so ist sie in den Genuss der intermittierenden Verstärkung bekommen. Das nennt man beim klassischen Konditionieren die unregelmäßige und nicht vorhersehbare Gabe von positiven Verstärkern. Ist verhaltensformender und -festigender als die immer, regelmäßige Gabe.

    Im Klartext: ich belohne in der ersten Phase ganz klar, damit der Hund weiß: aha, dass will sie von mir. Wenn Hund das erwünschte Verhalten dann wieder zeigt, reicht neutrales Verhalten, und dann beim dritten mal wieder eine Verstärkung.

    Bei Verhalten, dass nicht erwünscht ist, versuche ich immer mit Körpersprache und klarem Kommando (nicht laut, außer in "Notsituationen") zu kommunizieren. Wenn ich das Kommando "bei mir" gebe und Hund versucht sich seitlich vorbei zu schmuggeln, wird dies durch dominantes Wegabschneiden und klarem Befehl unterbunden. Bleibt Hund hinter mir, ist er sicher vor Zurückweisungen. Sicher ist das eine Form von Vermeidungslernen...

    Aber wie gesagt, mit meiner ersten Hündin bin ich ohne Leckerlie in den Wald. Ranrufen, mit Körpersprache, rückwärts gehen kommuniziert usw. Hat sich vieles so ergeben und wir sind ein super Team.
    Beim THS (würde ich als Ausbildung bezeichnen) aber, um ihr die Wege zu zeigen gibt es gerade in der Anfangszeit super-Leckerlies! Später dann sind wir schneller ohne Leckerlie.

    Mit unserer Zweithündin bin ich aus Unsicherheit viel über Belohnung gegangen. Sie hat auch einen extremen Jagdtrieb... Bin mitlerweile aber auch am Umdenken. Eigentlich sollte sie eine Jagd nicht ohne mich beginnen. Daher glaube ich, dass man ohne Leckerlie klarer mit Hunden kommuniziert. Mit Leckerlie ist es sciher vielfach einfacher und schneller, aber ob es wirklich die Position als Rudelführer stärkt weiß ich nicht...

    Es gibt da eine Hundetrainerin, die arbeitet auch ganz ohne Leckerlie. Wollte mir das Buch unlängst besorgen. Aber vielleicht kennnt hier ja jemand dieses Vorgehen oder das Buch!!?? Ich weiß, dass es dazu auch kritische Meinungen gibt...


    "Besser kommunizieren mit dem Hund"
    Die HarmoniLogie Methode der Schäferin aus Funk und Fernsehen
    (von Anne Krüger, geb. Ausgabe, 192 Seiten, Auflage: 1, Sep. 2008)

    Der neue Weg, Hunde mit leichter und freundlicher Art zu erziehen.
    • So wecken Sie die „Gesprächsbereitschaft” Ihres Hundes.
    • So verstehen Sie Ihren Hund und er Sie richtig und klar.
    • So erziehen Sie Ihren Hund zum Familienhund

    so , bin wieder da.
    boa, wann schlaft ihr eigentlich!!! :smile:

    @ chucky

    weiß nicht, ob ich da so mitgehen kann. ich glaub Kontakt hab ich schon zu ihr. allein beim THS ist das basis für alles. wenn sie mich begrüßt oder wenn sie beim dummy spielen rumhüpft, dann geht mein herz auch auf, nur leider sind da momentan so viele momente wo ich denke "oh man, nicht schon wieder...."

    ob man mit zwei hunden im rudel immer gleich umgehen muss, weiß ich auch nicht. unsere hundtrainerin sagte, dass der rangniedrigere auch entsprechende behandelt werden muss. nicht abwertend gemeint jetzt, sondern im konkreten heißt dass, das fluse zuerst durch die tür geht, zuerst ihr futter bekommt, zuerst aus dem auto darf. motte darf auch nicht aufs sofa, oder nach oben. aber dadurch wirkt sie auch nicht unglücklich. sie fordert diese sachen gar nicht ein. die rudelordnung muss klar sein, und da ist fluse einfach der chef. und wenn man das nicht berücksichtigt, kommt es zu konflikten und zurechtweisungen unter den hunden, von wegen der menschen chef schafft das nicht, dann muss fluse das regeln.

    die hundetrainerin sagt auch, dass man da nicht zu menschlich rangehen soll im sinne, dass man jetzt mitleid mit dem rangniedrigeren hat. solange das gefüge stimmt und jeder seinen platz kennt und weiß ist das für die hunde ok.

    aber danke für deine gedanken, und natürlich hast du recht. motte spürt wahrscheinlich früher als ich, wenn was schieft läuft...

    @ ronja

    wenn ich das mit den photos hinkriege stelle ich mal welche rein.
    fluse sieht aus wie ein fuchs-corgi mischling mit schwarzer maske und motte ist so etwas über kniehoch, schwarz mit weißen und hellbraunen beinen und brust. tierarzt meinte entweder border oder austral.shepard mix. interssant ist eben nur, dass sie eigentlich zwei schlappohren hat, wenn sie aber gestresst ist, dann richtet sich ein ohr zu einem riesigen fledermausohr auf. und wenns ganz arg ist - nach der kastration war das zwei tage lang - dann sogar beide ohren. ist echt so ein gefühlsanzeiger. auch als sie neu bei uns war, dachte ich mir immer, was ist nur mit den ohren los. in letzter zeit aber ist sie immer durchgängiger ein schlappohrhund.

    im wald hat die hundetrainerin vor allem mit dummy gearbeitet. hunde setzen lassen, irgendwo verstecken, dann im gehen fallen lassen, schauen ob sies merken dann immer party wenn eine es bringt. sich selber verstecken, tempowechsel im laufen, richtung ohne ankündigung wechseln, immer "schau" zum kontakthalten.
    mache ich aus so alles, wobei ich es mit zweien, gerade mit dem spielen (dummy arbeit) echt schwierig finde. aber da habe ich mir vorgenommen, das ablegen noch zu perfektionieren und dann mit den hunden einzeln zu spielen.

    das buch zum antijadgtraining ist schon bestellt! danke für den tipp!

    heut morgen bin ich ja wieder mit schleppleine unterwegs gewesen. wenn sie an die grenze der 15 m kommt und leise zieht, - sie ist da echt moderat- bin ich heute ohne kommentar umgedreht. hatte zur folge, dass sie nach dem richtungswechsel echt immer nah bei mir blieb und mich immmer fragend anschaute, so von wegen "ey was war denn das..." durch das konsequente an der schleppleine sein, muss sie auch mehr auf dem weg laufen. denn wenn sie ins unterholz schnuppert, verheddert sich die leine und so bin ich viel schneller mit meinem "nase raus" kommando. war heute recht gut und - ronja du hast recht- heute gabe es zweimal situationen wo sie die nase in die luft reckte, und das tänzeln anfing und richtung unterholz taperte. ich dann gleich "motte, nase raus! und weiter!" das und weiter ist eh bei ihr drin, weil sie dann weiß hier gibt es kein zurückbleiben. ohne schleppleine, wär sie unter garantie weg gewesen. bin dann auch zum motivieren ein kleines stück angerannt, "schau" und leckerli...
    ich denke ich muss die schleppleine einfach als gegeben hinnehmen. nur heut bei dem matsch war die echt urschwer. werd mich doch mal nach so einer biothan umschaune. wieviel meter? im moment hat sie 15 meter und die nutzt motte auch aus.

    ihre geduld, frustrationstoleranz ist eigentlich sehr hoch. Ablegen, bleiben klappt lang und nahezu zu 100%. aber wenn wir anderen hunden begegnen, muss ich sie arg zügeln, vor allem dann, wenn sie merkt sie darf hin. sie dann noch ins sitz zu kriegen zum ableinen ist nicht immer lupenrein möglich. wenn sie nicht hindarf eben fängt sie an zu blaffen und zu knurren, wobei fluse, wenn sie auch nicht hin darf dann manchmal mitmacht. wobei das auch hundetyp abhänging ist. bei so boxerähnlichen zucken die beiden total us. aber dass muss ich vielleicht einfach mehr mehr üben.
    am hundplatz ist sie auch frei auf dem gelände bei übungen und sie schafft es echt gut, bei mir zu bleiben und nicht zu den anderen hunden zu laufen. auch wenn sie doch sooo gern würde.

    nun ja.
    soweit der stand. ich bleib dran.
    euch dank für eure gedanken!

    chucky
    jaaaaa, da war ich damals zu blauäugig. das mit fluse war halt so unglaublich unkompliziert. sicher war mir klar, dass hunde unterschiedlich sind, aber das sich da an so vielen ecken baustellen auftun, damit hat ich nicht gerechnet. wenns jetzt nur das reihern ins auto, oder nur das zerbeißen von allen möglichen gegenständen oder meinetwegen auch "nur" das jagen wäre...

    viele leute sagen dann auch, wo ein hund ist, läuft einer zweiter einfach mit. JAAAA, jetzt weiß ich, dass das bullshit ist. mea culpa.
    nun ist sie da, ich habe die verantwortung und ich bemühe mich wirklich.

    sie ist eine nette fellnase, nur manchmal denke ich, dass sie das genau spürt, dass ich manchmal unglücklich mit ihr bin. - sie hat ein stressohr, dass sich aufstellt. und das stellt sich zu 100% auch auf, wenn ich genervt bin.

    mmh, wir hatten gerade zu beginn mehrfach unsere hundetrainerin vom hundeverein hier zu hause. kürzlich war ich auch mit ihr und den hunden zusammen im wald. ihr rat war einfach immer programm für motte zu machen, ihr zeigen, dass es bei mir immer toller ist als den vögeln oder rehen nachzuhetzen.

    punkt ist, dass der trieb so groß ist, dass sie dann wie in einer anderen welt ist und ich weiß nicht, wie ich da mit eintauchen könnte.
    waren vor ein paar wochen an der nordsee und ich hab den fehler gemacht sie kurz abzuleinen, damit sie zwischen mir und meinem mann rennen kann und weg war sie. die möwen kamen immer wieder auch in unsere richtung und motte ist einen meter vor mir zum stehen gekommen und ich konnte sie nicht erreichen (rein akustisch und auch leider nicht mit den händen....
    sie zeigt nicht an. sie sieht und weg ist sie und das innerhalb von nicht einer sekunde. als sie noch im freilauf war, war das aber auch mit hunden, die sie von weitem vor mir entdeckt hatte...

    der grund warum sie an der schleppleine auch andere hunde anpöbelt, ist glaub ich weil fluse zuerst beim fremden hund ist und weil sie eben an der leine ist. fluse ist aber im rang auch höher (das klappt reibungslos ohne konflikte zwischen den beiden mädels, wenigstens das...), so dass ich kein problem darin sehe, dass motte zurücksteckt.
    wenn die beiden ohne leine sind, stürmen sie eh zu drastisch auf fremde hunde zu. hunde die sie kennen oder dann kennenlernen (nach einverständnis der besitzer) werden nett und sozial total verträglich von motte bespielt. fluse ist dann eher die, die rumstänkert, weil ihr nicht gefällt, dass motte so einen spass hat.

    du hast sicher recht. ich muss sie einfach nehmen wie sie ist, und das unser erster hund so ein glückstreffer war, dafür kann mottemädchen ja nicht. und schließlich ist ein hund ja auch ein hund und der mag halt auch jagen, der eine mehr, der andere weniger.

    danke für die zeilen!

    seit einem jahr haben wir einen zweiten hund. und noch immer fällt es mir schwer eine so emotionale tiefe bindung zu ihr (weibchen, mittelgroß namens motte) aufzubauen.

    unser erster hund ist mir einfach viel näher.

    ursächlich ist vielleicht auch, dass motte einen so ausgeprägten jagdtrieb hat, den ich einfach nicht umgelenkt bekomme. wir spielen wildeste apportier und zerrspiele, aus dem augenwinkel sieht sie eine sekunde früher als ich einen vogel auffliegen und weg ist sie. oder ich lass sie raus zum pieseln, zwei meter in den garten, nachbarskatze huscht 30 m im nachbarsgarten vorbei und weg ist sie.

    spazierengehen ohne schleppleine nicht mehr möglich; wobei sie an der schleppleine dann anfängt andere hunde anzupöbeln.

    im auto muss sie sich immer wieder mal übergeben. waren schon bei verschiedenen homöopathen, wurde einen tick besser, aber kommt unregelmäßig immer wieder. ca. zweimal die woche, wobei ich täglich mit den hunden zum laufen fahren muss und auch sonst (kinder, ausflüge, urlaub usw.)

    allein bleiben geht nur wenn sie in der box ist, ansonsten sucht sie was zum zerknabbern. so sind ausflüge mit den kindern (zoo, kino, schwimmbad) immer stress, weil ich denke, ich muss so bald wie möglich heim, damit motte nicht so lang in der box sein muss.

    irgendwie denke ich mir manchmal, dass es ein fehler war sie zu nehmen.

    wobei sie auch soooo viele gute seiten hat. sie ist absolut sanft und friedlich mit den kindern. will immer alles richtig machen.
    wir machen THS und erziehungskurs am hundeplatz und sie macht das alles richtig gut.

    manchmal wünsche ich mir auch, dass ich mit unserem ersten hund fluse wieder mehr machen wollen würde, aber gerade was den hundesport und erziehung angeht hat die hundetrainerin gesagt, ist es für motte wichtiger.

    oh man.

    wenn ich an die spaziergänge nur mit fluse zurückdenke, die waren einfach so entspannt. sie schaut immer nach mir, wir spielen, rascheln durchs unterholz, machen suchspiele. all das mit motte nicht mehr möglich, weil wer weiß, was oder wer nach der nächsten weggabelung kommt.
    habe auch einfach keine zeitkapazität mit beiden einzeln zu gehen. laufen in der früh einen langen gang (minimum 1 stunde, meistens knapp zwei).

    weiß auch nicht, ob das nur jammern auf hohem niveau ist, oder kann jemand helfen. gerade das mit dem jagen macht mich fertig.

    müden gruß