Oh Mann, hier strotzt das Forum schon wieder vor vergammelten Uralt-Weisheiten und trügerischem Halbwissen......
Ich habe ja nun zwei Hunde hier sitzen. Mit dem einen Hund kann ich genau so umgehen, wie hier vielerorts vorgeschlagen wird. Von Schubsen, Gemecker, Geschimpfe über Groß machen und was weiß ich.
Und mein anderer Hund...jo, der schon mit 12 Wochen sehr deutlich klar gemacht hat, was er von so einem Umgang hält. Sie hat es zum einen nicht geduldet, dass man dauernd körperlich wird, dafür hat sie auch ihre Zähne eingesetzt. Es wäre kein Problem gewesen meine körperliche Überlegenheit gegen das 3kg-Bündelchen durchzusetzen. Doch sie hat auch schlicht und einfach gezeigt, dass sie dann KEINEN BOCK auf mich hat. Sie hat mir deutlich gemacht, dass sie mir SO nicht vertraut und, dass sie dann eben lieber Alleine ist, als mit uns. Statt mich also körperlich dem Hund gegenüber durchzusetzen und ihn dauernd zu unterbuttern, bis er mich mitm Arsch nicht mehr anguckt, habe ich mich mal ganz ernsthaft gefragt, was es noch für Wege gibt und ob das nicht vielleicht absolut unangebracht ist dauernd die Grenzen des Lebewesens zu übertreten.
WIESO meint man hier, dass ein Hund das gefälligst zu dulden hat dauernd körperlich mit ihm zu werden?
Milla wurde ganz anders erzogen, als Bäri. Sie ist ein hervorragender Alltagsbegleiter geworden. Sie hat Frustrationstoleranz und Impulskontrolle gelernt - mit durchdachtem sauberen Training und eben nicht mit unnötigem Geschubse und dem dämlichen Machtgehabe. Sie hört perfekt, sie ist respektvoll und sie lässt sich heute, durch Vertrauen erarbeitet, auch ALLES von mir gefallen. Sie ist ein Pudel, sie bekommt die Ohren gezupft (was keinesfalls angenehm ist), sie bekommt die Krallen geschnitten, sie wird geduscht, geschoren und gekämmt. Sie bekommt die Zähne geputzt und mit nichts haben wir Schwierigkeiten. Es ist ausgemachter Unsinn, dass man sich durch positives Training einen Hund heran zieht, der sich nichts gefallen lässt oder, der tut was er will.
Die vielfältigen Sprüche von wegen "führe den Machtkampf jetzt aus, sonst musst du es machen, wenn der Hund 30kg hat" sind absoluter Quatsch. Man braucht GAR KEINEN Machtkampf!!!!!
Liebe TS - ich denke du hast eben genau solch einen Hund, der einen anderen Umgang braucht, um dir zu vertrauen, um dich als faire Bezugsperson wahrzunehmen. Schau dich mal bei den Trainerseiten um, die Themis gepostet hat.
Nicht aufs Sofa gehen kann man hervorragend mit Barriereklickern beibringen, ggf. noch ein Alternativverhalten. Der Hund wird nicht länger brauchen dafür und hat schon wichtige Grundprinzipien für weitere Alltagsbereiche gelernt.
Ich kann nur dafür plädieren, dass hier ein Umdenken stattfindet.