Also bei nur Fleisch kann das auch mit in das Verhalten rein spielen. Es gibt durchaus ineressante Kenntnisse, dass Hyperaktivitäten, Aggressionen, fehlende Impulskontrolle mit der Ernährung in Zusammenhang stehen können.
Ich ernähre meine Hündin seit etwa einem Jahr proteinarm und kohlehydratreich. Sie war auch ihr Leben lang sehr stressanfällig, hyperaktiv, hat viele Zwangsneurosen an den Tag gelegt, gesteigerten bis extremen Jagdtrieb, Schwierigkeien Impulsen nicht nachzugeben. Heute läuft sie selbst in der Dämmerung frei, ist jagdlich nur noch ein Bruchteil von früher interessiert, hat keinerlei neurotisches Verhalten mehr und is rundum ein entspannter Begleithund. Milla war immer schon sehr gut trainiert, aber sie konnte bei vielen Dingen einfach oft nicht anders. Bei uns war die Ernährungsumstellung ein Zufallsprodukt, es gibt aber auch Literatur zum Thema. Ich habe das Buch "Die Neuropsychologie des Hundes" und da ist ein Kapitel zur Ernährung drin.
Die Verhaltensweisen können beispielsweise in einem Serotoninmangel begründet sein, der sich durch die Ernährung minimieren lässt.
Meine Hündin bekomm ihre Mahlzeiten gedrittelt. Fleisch, Gemüse, Kohlenhydrate zu gleichen Teilen, wobei ich sogar immer schaue, dass der Kohlenhydrateil lieber etwas mehr ist und der Proteinteil etwas weniger. Das ist aber eben UNSERE Erfahrung, da muss man sich uner anderem selbst ranasten.
Ich empfehle dir mal im Thread Potkieker reinzuschauen, dort tummel sich AudreyII - sie weiß seeehr gut über die Ernährung Bescheid, löcher sie mal mit Fragen und überleg dir, ob du nicht mal damit experimentieren willst. Ein Versuch wäre es ja sicherlich wert.
Als Trockenfutter füttere ich Futtershuttle Ente Kartoffel, dami habe ich gute Erfahrungen gemacht.
Es gibt auch so ein paar Bestandteile, die ich eher vermeide - bspw. Mais, dort ist viel Tyroxin enthalen, was den Serotoninmangel begünstigen kann.
Wegen Alleinebleiben. Mir wäre es an eurer Stelle sehr wichtig zu wissen, wie sich der Hund verhält wenn ihr nicht da seid. Du sagtest ja, dass er mal problematisch war bzgl. Alleinebleiben. Wenn er jeden Tag stundenlang rumtigert, weil es ihm schwerfällt, dann können seine Nerven auch dadurch überbeansprucht sein. Bei reakiven, hyperaktiven, reizempfänglichen Hunden ist weniger oft mehr. Lange entspannte Ruhephasen sind sehr wichtig. Der Hund solle den Großteil des Tages ruhen oder dösen oder sogar schlafen. Draußen viel gleiche Runden, nicht übertreiben. Und nach Aktivität ist meine Empfehlung, dass die Ruhepause 3x so lang ist, wie die Akivitätsphase. Alleinelassen am besten erst, wenn der Hund nach Aktivität wieder sehr runtergefahren ist, nicht, wenn er noch "drauf" ist.
Viel Erfolg mit dem Tierchen, mir tut er ganz leid von der Schilderung her, ihr natürlich auch!