Beiträge von Srinele

    Soo, dann bin ich hier auch dabei :)

    Ich erzähle erst kurz mal unsere "Geschichte"... Achtung könnte lang werden, da es ein langer und mühsamer Weg bis hierher war :D

    Milla kam zu uns mit 12 Wochen. Sie ist eine Kleinpudelhündin. Schon als Welpe war sie ein Berserker. Sie hat die anderen Welpen gemobbt. Sie war auch mit unserer großen Labbihündin sehr extrem. Da ist sie mit 5m Anlauf volle Karacho in unsere Bäri reingedonnert, während die geschlafen hat. Sie war nie typisch welpig (gut vor 12 Wochen habe ich sie nicht kennengelernt), sondern von Anfang an war sie mega trittsicher, wendig, pfiffig, und richtig auf Zack. Immer immer schnell. Sie hat schon wenige Zeit nach ihrem Einzug Beute klar verteidigt. Gegen meinen Freund und gegen unsere große Labbihündin. Sie hat schon extrem auf Bewegungsreize reagiert. Sie war anderen Welpen immer zu viel, hat die immer gejagt und gescheucht, auch ungehemmt reingebissen. Welpenspiel war mit ihr unmöglich, als die Rottweilerwelpenbesitzer sich gegenseitig gewarnt haben, als ich mit meinem 3kg Welpi aufn Platz kam, habe ich entschieden das abzubrechen und bin nicht mehr dort hin gegangen. Milla hat auch von Anfang an immer auf alles extrem reagiert. Sie konnte das erste halbe Jahr keine Sekunde alleine bleiben, die ersten Tage hat sie schon gekreischt, wie unter Qualen, wenn sie nur mit meinem Freund und unserem ersten Hund in einem Raum alleine bleiben sollte. Sie hat ganz ganz wenig geschlafen. Von sich aus hätte sie wohl nie, ich habe das dann auch viel falsch gemacht, dass ich dann doch mehr gemacht habe, als ursprünglich gewollt, da ich fand, dass sie dann besser zur Ruhe kam. Aber ich denke heute einfach, dass sie dann doch zu erschöpft war.

    Ich habe von Anfang an viele Impulskontrollübungen gemacht. Anbindeübungen. Entspannungsdecke.

    Das Schöne an ihrer pfiffigen, fixen Art war, dass sie die ganze Junghundezeit einen TOP gehorsam hatte. Sie war immer da, sie hat auf jeden ersten Mucks von mir reagiert, immer mit Vollspeed. Ich wurde vielfach drauf angesprochen, ob ich mein Geheimrezept für den tollen Rückruf beschreiben könnte.

    Milla hatte also von Anfang an ein sehr schlechtes Nervenkostüm, hat immer bei allem überreagiert. Erst handeln, dann denken. Als sie selbstständiger wurde, fingen auch die Probleme an. Sie war immer im Vollspeed unterwegs, "zu weit weg" gab es für sie nicht. Konnte man 300m weit sehen, hätte sie das ausgenutzt, hätte ich nicht alle 50m gerufen. Sie hat extremen Jagdtrieb entwickelt. Das ging zeitweise so weit, dass sie Regentropfen gejagt hat. Wellen. Pfützen. Regenwürmer. Sie hat Zwangsneurosen entwickelt, das sah dann so aus, dass sie exzessiv sich gepflegt hat. An sich geknabbert hat, manchmal so, dass sie gequiekt hat. Sie hat dann zusätzlich extrem gegraben in ihrem Korb. Also kein nesteln, sondern richtig mit Hochgeschwindigkeit um ihr Leben gegraben. Hat dabei dann mit rieeeeesigen rotschimmernden Pupillen vor sich hin gebellt, hoch und hysterisch. Schwanz gejagt hat sie. Also alles mögliche.

    Ich habe natürlich dann je mehr sich die Probleme gehäuft haben, immer mehr gemerkt, dass ich was tun muss. Das habe ich auch. Ich habe viel Entspannungsübungen mit ihr gemacht. Ich habe Impulskontrolle gefördert. Ich habe Tagebuch geführt. Ich habe Auslöser aufgeschrieben und durchgewälzt. Bei ihr das größte Problem waren immer freie Flächen ohne Begrenzung, da meint sie sie muss überallhin. Hohe Geschwindigkeit beim Gassi. Wildgerüche.

    Irgendwann habe ich dann komplett das Gassi umgestellt. Da bin ich teils zufällig drauf gekommen, teils durch Tipps und Ideen von Hundehaltern ausm Internet.
    Ich habe gemerkt, dass ich sie jeden Tag in meine Vorlesungen mit 100en Studenten nehmen kann und dass sie obercool bleibt. Bin dann eine Zeit mit ihr nur noch im Wohngebiet gassi gegangen. Immer an der 10m Schleppleine. Auf den Radius habe ich auch bestanden. Durch einen Tipp habe ich dann auch unser Gassitempo rapide verändert. Weniger Länge, weniger Strecke, weniger Tempo. War was Anstrengendes, bin ich umgekehrt. Gleiche Gassirunden. Angepasste Gassirunden, wildarm, wenig freie Flächen.

    Durch ein Seminar habe ich dann angefangen unsere Gassistrecken zu strukturieren. Also Spielzeit, Bummelzeit, Futterzeit etc. Ich habe viel Antijagdtraining gemacht. Habe dann auch mit Berührungen beim Gassi gearbeitet. Runterfahrritualen, wenn was war. etc.
    Bei Beschäftigung mit vielen Pausen, Ruhezonen, Ruheritual, Ruhedecke.

    Durch all das konnte ich sehr sehr viel erreichen. In aller Regel hatten wir das Zwangsverhalten im Griff. Aber immer mit sehr großen Einschränkungen für mich. Nur ein Programmpunkt am Tag. IMMER konsequent nix überreizen. Wenn was anderes war, fiel Gassi aus etc. Irgendwann konnte ich sehr sicher sagen, wann es zu viel war und wann nicht.

    Was mich dann aber nicht zufrieden gestellt hat war, dass ich das Gefühl hatte, dass das Maß immer kleiner wurde, das wir ausschöpfen konnten. Also ich hatte das Gefühl, dass ich immer noch mehr schonen muss, um abendliches Austicken zu vermeiden.

    Hatte dann gerade einen Termin bei einer Verhaltenstierärztin ausgemacht, was ich hiermit jedem nur dringend ans Herz legen kann, der hier mit dem Istzustand des Hundes TROTZ ausgiebigem Training nicht zufrieden ist. Die wissen wirklich wovon sie reden. Ich habe davor mehrere Anläufe gemacht durch Selbstrecherche von wegen Organe, Schilddrüse etc. Hab es auch notgedrungen untersuchen lassen, wurde aber nirgends ernst genommen. Klar, beim TA hat Milla ja immer schön kleine Brötchen gebacken. Mir wurde sogar eher unterstellt, dass mir nicht klar war, dass Pudel agil sind. Da ich aber mehrere von Millas Geschwistern und Halbgeschwistern kannte, hatte ich immer den direkten Vergleich, dass sie eben DOCH anders war.

    Lange Rede kurzer Sinn: sehr spontan haben wir eine Futterumstellung gemacht, weil unser Hundefutter nicht ankam. Meine Mutter hat also für die Hunde gekocht, ganz easy, nach Gefühl, wie bei ihr "daheim" in Kroatien.
    Nach etwa 10 Tagen oder 2 Wochen passierte dann das Unglaubliche: Wir hatten einen überlastenden Tag und abends passierte einfach nichts. Milla hat sich in Ruhe gelassen, ist in ihren Korb gegangen und hat geschlafen. Erst dachte ich, dass sie krank sei. Dank Tagebuch konnte ich sehen, dass sich nix geändert hat. Klar. Außer Futter.

    Habe mich dann erinnert an das Buch "die Neuropsychologie des Hundes". Da ist ein Kapitel drin über mögliche Zusammenhänge von Serotonin, Tryptophan, Thyroxin, Kohlenhydrate.

    Nunja seither wird Milla so bekocht und es hat sich ncoh mal eine Menge getan. Am Anfang war der Effekt schon fast gruslig.

    Sie wurde plötzlich bedacht im Kopf. Sie konnte tatsächlich mal von sich aus abwarten, bevor sie reagiert hat. Sie hat am Waldrand was gesehen und hat halt mal doch gewartet. Sie hat weniger Schlafbedürfnis gehabt. Sie ist beim Gassi plötzlich in normalem Tempo unterwegs gewesen. Wenn sie gerannt ist, dann ist sie locker gerannt, nie gerast wie eine Irre. Sie jagt nicht mehr, außer es ist schon ein krasser Reiz auf Sicht da. Sie ist umgänglicher mit Hunden geworden. Sie verkraftet außergewöhnliche Situationen, wie Urlaub besser. Ich kann spontan in fremdem Gebiet gassi gehen. Auch im offenen Feld. Ohne dass sie gleich durchknallt. Beim Training konnte sie plötzlich gelassen suchen, ohne dass sie sofort hochgespult ist, wenn sie nen Dummy nicht sofort gefunden hat. Also auf sehr vielen Ebenen konnte man da noch mal richtig tolle weitere Fortschritte sehen.

    Joa. Das ist so unsere Geschichte.

    Aktuell bin ich einfach froh endlich den Hund zu haben, den ich immer wollte. Unser Alltag ist vieeeel entspannter geworden. Ich kann auch mal in der Dämmerung gassi gehen, ohne dass ich Angst haben muss, dass sie jede Sekunde weg sein könnte. Wir sind flexibler geworden. Ich bin weniger angespannt, da ich nicht immer alles auf die Goldwaage legen muss.

    Achja, ihr Gehorsam ist DEUTLICHST schlechter geworden, weil sie einfach bummeliger ist. Ich rufe dann halt auch mal 2-3 mal. Und GENIEßE es <3

    Neulich hat sie ne Rehherde gejagt, n ganzes Stück, die waren überraschend in der Mittagszeit aufm Feld und mein Freund hat "vergessen zu pfeifen" (ggrrr). Aber sie hat von sich aus nach einigen hundert Metern umgedreht, obwohl sie noch gut an ihnen dran war. Früher undenkbar. Und ich konnte es locker nehmen, weil es die absolute Ausnahme war.

    Hachja, das kleine Goldstückerl...

    Bäri hatte auch sehr sehr lange Zeit große Probleme mit immer wiederkehrenden Durchfällen. Wie Wasser. Immer nur ne Nacht und nen halben Tag.

    Bin da auch erst mal ewig nicht zum Arzt, es war ja auch nur alle paar Monate, wurde immer häufiger. Zum Schluss waren es alle 2 Wochen. Wir haben in der Zwischenzeit natürlich sehr viel rumprobiert....
    Viele Untersuchungen gemacht und Behandlungen ausprobiert.

    Seit etwa nem guten Dreivierteljahr (nagelt mich nicht drauf fest, ich müsste es nachgucken) ist sie komplett durchfallfrei.

    Wir sind umgestiegen auf vorhydrolisiertes Futter von Royal Canin, glaube ich. Zu Anfang hat sie NUR das bekommen. Nix sonst. Das haben wir 2 Monate gemacht. Dann ab und an ne Leckerei, wie nen halben Apfel oder so.

    Dann nach nem weiteren Monat oder so habe ich dann angefangen ihr wieder Frischfutter zu geben. Immer ein bisschen erhöht, wenn sie stabil blieb .

    Mittlerweile sind wir bei halb halb angekommen und so wird das vermutlich auch bleiben. Morgens Frischfutter, Nachmittags vorhydrolisiertes Futter. Dafür aber sämtlicher Kram. Kauzeug bekommt sie. Mal hier oder da was Leckeres, ein altes Brot oder so. Sie bekommt beim Gassi von Millas Trofu. Und manchmal "vergesse" ich auch, dass es nur einmal am Tag Frischfleisch bekommt ;)

    Meine Tierärztin sagt, dass der Darm ultra kompliziert ist. Da eine ganz usrprüngliche Ursache zu finden ist sehr sehr schwer, wenn nicht gerade eine eindeutige Organgeschichte, falsches Essen oder dergleichen dahinter steckt.
    Zudem sagte sie, dass der Darm auch einfach "außer Kontrolle" geraten kann. Wenn der mal ordentlich im Ungleichgewicht ist, kann es passieren, dass dauerhaft eine Darmentzündung schlummert, die bei der kleinsten Belastung wieder ausbricht oder so.

    Beim vorhydrolisierten Futter hat der Darm quasi "nix mehr zu tun". Die Verdauung davon ist mehr als easy. Bäris Darm bekommt also sozusagen einmal am Tag Pause.

    Achja: seit das alles wieder tip top stabil ist, ist sie wieder topfit. Verspielt, agil. Wirkt extrem viel jünger, hat richtig Spaß an allem <3

    Warum darf sie im Freilauf nur hinter Dir laufen? Das macht doch gar keinen Sinn - wenn ihr was einfällt, kriegst Du das doch gar net mit. Da braucht bloß ein Hasi aufzuspringen im Feld, sie sieht es und rennt los - und Du merkst es erst, wenn sie schon am Rennen ist, weil das Halsbandklimpern die falsche Richtung nimmt...... Damit hast Du sie doch dann gar nicht unter Kontrolle, und kannst im Zweifel net rechtzeitig abrufen?

    Die Diskussion gab es doch schon mal irgendwo (im Ulv Philliper Thread?)................

    Auch interessant wie unterschiedlich das wahrgenommen wird.Ich halte dieses Verhalten eindeutig für überdreht und du sagst es ist ihm zu wenig.

    Ich kann nur von Murphy sprechen aber wenn er sich so verhält wird erstmal gar nichts mehr gemacht und dann ist das auch wieder vorbei, wenn ich da noch mehr machen würde, würde sich das ins Unermessliche steigern.

    Deshalb dachte ich das du als er klein war vermutlich schon zu viel gemacht hast, dass es sich so steigern konnte, aber jeder Hund ist natürlich auch anders.
    Ich kann ja nur das bewerten was du schreibst und ich finde es ist eindeutig überdrehtes Verhalten.

    Mir geht es ja ähnlich. Aber das ist unfassbar schwer das von Ferne zu beurteilen. Mir wurde immer gesagt "mach dich locker" und so... "stress dich nicht so rein". Und ich fand Millas aufgedrehtes Verhalten nie normal. Letztlich zeigte sich ja, dass ich recht hatte. Und ich wünschte ihc hätte früher hartnäckiger nach der Ursache gesucht.

    Mir würde es schwerfallen das hinzunehmen, dass der Hund dauernd drüber ist.

    Das Bellen ist ja nur ein Symptom.

    Aber ist echt schwer, da was dazu zu sagen, wenn man den Hund nicht kennt.

    Gibt es irgendwo einen gesonderten Thread zu Emils Verhaltensproblem @physioclaudi ?

    Auch wenn das hier schon zur Standardausrüstung gehört, ich habe weder Laptop noch ne Webcam, mit der ich irgendwas filmen könnte. Zumal das in Flur und Küche nichts bringt.

    Achsooo, ja klar, dann is schlecht zu filmen.

    Aber wenn du nicht das Gefühl hast, dass ihr was fehlt, brauchst es ja vllt. auch gar nicht unbedingt.

    Deine große Cam kann ja vllt auch Video, sollte es mal nötig werden.