Gut, da es mehrere interessiert, bin ich so frei und werde mal kurz off-topic.
Erst ne kurze Beschreibung von der "vorher-Milla". Milla war von Anfang an ein Hund, der soooo Schwierigkeiten hatte Ruhe zu halten. Ich habe unzählige Male gesagt, dass der Hund einfach nicht normal ist. Ich hatte immer nen ganz guten Vergleich, weil ich zwei ihrer Schwestern sehr gut kenne.
Sie war immer ein Hund, der super gefallen wollte und auch super gehört hat, da ich immer sehr engagiert war. Aber wenn sie "durch" war, war sie "durch". Wo das Überdrehen durch Müdigkeit vllt. bei anderen Hunden mit zunehmendem Alter abnimmt, war das bei Milla gar nicht der Fall. Nachdem ichs mal geschnallt habe, hab ich den Hund geschont, geschont, geschont. Wenn wir Schwiegereltern besucht haben, gab es kein Gassi, wenn wir im Hundeverein waren, gabs nur zusätzlich Pipi im Garten etc. Konnte ich diese Striktheit durch den Alltag nicht garantieren, brach abends immer Zwangsverhalten aus ihr heraus. Sie hat sich dann minutenlang bellend im Kreis gedreht, ist in ihrem Korb ausgeflippt, hat sich selber fest gezwickt, Schwanz gejagt etc. Dabei hat sie ganz große Pupillen bekommen. Ich habe immer mein möglichstes getan und unser Programm sehr weit reduziert. An manchen Tagen - je nach Umwelteinflüssen - war unsere "große" Runde nur 30min lang. Parallel habe ich viel mit ihr erarbeitet. Konditionierte Entspannung, Ruhedecke, Erregung senken, etc. pp.
Ich hatte aber die Hoffnung, dass es mal irgendwann besser wird. Aber nix da. Ich hatte sogar das Gefühl, dass ich gegen Windmühlen kämpfe. Also hab ich uns zu nem Termin bei einer Verhaltenstierärztin angemeldet.
Tja, was soll ich sagen paar Wochen vor dem Termin hat uns unser Futterlieferant im Stich gelassen und die Hunde wurden bekocht von meiner Mam. Ganz freischnautze. 1/3 Kartoffeln, 1/3 Fleisch, 1/3 Gemüse. Eher mehr Kartoffeln als Fleisch.
Joa, nach 10 Tagen war der erste Tag, dass wir einen langen anstrengenden Tag hatten und da man Hund mittlerweile ja kannte, habe ich mich abends drauf eingestellt, dass das "Theater" wieder los geht. Aber Milla hat sich hingelegt und gepennt. Habe mich dann erinnert an ein Buch, das ich mal gelesen hatte "die Neuropsychologie des Hundes". Da gibt es ein Kapitel, in dem es um Serotonin-Mangel geht. Dieser kann unter anderem ein Grund für Hyperaktivität oder Stressempfindlichkeit sein. Da wird auch auf die Ernährung eingegangen und dass Kohlenhydrate über ein paar Ecken den Serotoninspiegel anheben können. Also die Probe aufs Exempel gemacht und den Hund "belastet" am nächsten Tag. Haben ne Runde Dummytraining gemacht UND Mäusebuddeln + Gassi. Ein No-Go bis dahin!!!! Aber wieder nix, Milla war super ausgeglichen. AUch merkte ich draußen, dass sie einfach gelassen wurde. Die kann nun auch mal stehen bleiben und cool von was Notiz nehmen, ohne schon aufm halben Weg dahin zu sein oO
Auch die Jagerei hat sich im Grunde damit komplett gegeben. Klar, wir haben auch ein solides AJT gemacht über die Jahre, aber das hat nun echt den letzten Schliff gegeben.
Seit dem Tag X hat Milla nicht ein einziges Mal ihr extremes Zwangsverhalten gezeigt (es war iwann im November).
Sie ist mittlerweile belastbar, ich brauche mir keine riesen Gedanken mehr machen, sie ist super cool, sie hört schlechter
- da nicht mehr unter Dauerstrom, aber was glaubt ihr, wie ich mich daran freuen kann 
Ich habe den Termin bei der Verhaltenstä. trotzdem wahrgenommen, sie hat mich darin bestärkt und ich koche nach wie vor für die Hunde. Sie fand unseren Fall ganz cool, da bei uns Trainingstechnisch eig alles ausgeschöpft war bis dahin und man so die Ernährung als einzelnen Effekt betrachten konnte. Normalerweise schraubt sie bei "Patienten" parallel an der Ernährung und am Alltag der Hunde.
Achja: an Bäri hat sich nix verändert, also es ist definitiv nicht der Fall, dass ich ihr irgendwie zu wenig Energie füttere oder so....
Joa, riesen Roman, aber das ist eben so unsere Erfahrung und es ist kein Hexenwerk und Milla geht es SAUgut <3