nenene,
sorry Jeany2910, aber sone Analyse wie du fährst, steht auf ganz wackligen Beinen.
Das Leben ist kein Ponyhof, und mein Ersthund ist ein starker Charakter. Hunde sind keine Delfine, sie müssen viele unkontrollierbare Situationen in unserer Umwelt durchleben, und dazu brauche ich sowohl bestätigende wie auch abbrechende "Kommunikation". Sonst fehlt da was, tut mir leid! - Zumindest bei meinem Ersthund.
Übrigens hab ich nur das Abbruchsignal mit den Discs konditioniert, das geht hier ein wenig unter. Die Dinger liegen seit 2-3 Jahren hier nur rum.
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Natürlich hast Du über seine Gemütslage eine Kontrolle wenn Du das einübst, denn Du kannst Deinem Hund in fast jeglicher Situation positive Gefühle vermitteln wenn Du diese konditionierst, sprich Clicker...
Nein, habe ich nicht. Was ist, wenn ich mit dem Klicker seinen Gedanken "komm nur näher du Sack" bestätige? Kannst du das ausschließen? Dein Ansatz ist reinste Theorie.
Wenn du einen total verunsicherten Angsthund hast, hilft ihm der Klicker sicherlich, aus dieser Angst rauszukommen (das wäre wie Schönfüttern), aber bei meinem Ersthund geht es nicht um Angst. Wir hatten mehrfach geschrieben, es geht hier nicht um verhaltensgestörte Hunde, aber deine Hündin könnte man ja nun schon in diese Kategorie einordnen, wenn sie jahrelang verprügelt wurde, meinst nicht? [oder eben "temporär verhaltensgestört" - wobei ich verstehe, was du meinst, ihr Verhalten ist logisch. Dennoch ist es für einen Hund nicht normal, Situationen mit soviel Unsicherheit/Angst zu begegnen.]
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Dein Hund sieht eine ihm bekannte/n und beliebte/n Person/Hund, er möchte dort hin, Du verweigerst ihm das mit Deinem Abbruchsignal, damit vermittelst Du negative Gefühle, er hört zwar, aber er steht unter Streß.
Wie gesagt, dass ich ihn da unter "unnötigen" Streß setze, sehe ich nicht so. Ich setze ihm ein Zeichen "Freund, so NICHT" und bin dann wieder entspannt. Er weiß genau, was Sache ist und kann sich anderen Dingen zuwenden - er entspannt sich auch. Dieses Maß an Streß halte ich für tolerierbar.
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Wenn er aber von vorneherein weiß, das Du diejenige bist, die als Alpha anzusehen ist und Du das gut genug konditioniert hast, also in diesem Fall Dich selbst, das nicht mit negativen Gefühlen, wird er ohne jeglichen Streß bei Dir bleiben.
Ich denke eben, "sich selber als Alpha konditionieren" geht nicht, ohne Grenzen zu setzen. Also bei meinem Hund definitiv nicht. Dieser Ausdruck hört sich für mich ziemlich seltsam an - wie konditioniere ich mich als Alpha?? Hast du mal Material von HTS gesehen/gelesen? Der "Alpha" konditioniert sich dadurch, dass er Grenzen setzt, zuallererst räumlich, dann bei Ressourcen, und das habe ich auch schon selber genau gesehen.
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Ob Du weißt was Dein Hund vorhat, möchte ich mal bezweifeln, da Du in dem Moment, wenn er nicht direkt seine Aufmerksamkeit auf Dich richtet, seine Mimik gar nicht wahr nehmen kannst.
Das stimmt überhaupt nicht. Ich sehe seine Ohren, seine Rute, von der Seite sehe ich auch seinen Blick, ich sehe seine Körperspannung...! Das ist doch schon ne Menge. Außerdem kenne ich ja meinen Hund auch, habe also schon eine kleine Vorahnung.... Wenn seine Aufmerksamkeit direkt auf mich gerichtet ist, brauche ich eigentlich nicht hinsehen, denn dann weiß ich, wie er aussieht: interessiert, aktiviert - und da hat er auch in dieser Sekunde nix vor. Das ist der uninteressanteste Moment überhaupt (also im Sinne von Problemverhalten).
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wenn Dein Hund ständig andere Hunde anpöbelt, kann das ein Problem mangels Kommunikation sein, welche Deinem Hund verloren gegangen ist. Z. B. akzeptiert er oder versteht er keine Beschwichtigungssignale von anderen Hunden mehr, weil er seine Sprache nicht einsetzen konnte oder diese ihm von z. B. anderen "verhaltensgestörten" Hunden abgewöhnt worden ist und er diese erst wieder finden muß. Auch das kann man einem Hund wieder beibringen ohne das Du vor ihm sitzt und Dir die Nase leckst oder den nicht vorhandenen Schwanz einziehst...zwinkern...Um so etwas zu machen, bedarf es Zeit, Geduld und Training, weder das eine noch das andere haben die meisten Menschen, was ich persönlich sehr schade finde, denn ich möchte für meinem Hund die stressfreieste Methode anbieten, denn das ist gleichzeitig auch die gesündeste...Thema Hormone...
Sorry, viel zu weit aus dem Fenster gelehnt. Mein Hund pöbelt NICHT ständig fremde Hunde an, und er beherrscht die Hundesprache sehr gut, auf Beschw.signale geht er wunderbar ein. Sie ist auch deutlich sichtbar, da er kurzhaarig ist und nicht kupiert.
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[nachhaltig beeindrucken, Grenzen] Ja und Du bist nicht in der Lage das mit positiven Gefühlen zu tun??? Also hast Du doch wohl ein kommunikationsproblem, nicht Dein Hund...denn diesen versteht Du ja wohl merklich nicht...
Öh wie?? Das wird langsam lustig, ich habe ganz sicher kein Kommunikationsproblem. Und ich verstehe meinen Hund, sei dir da mal sicher.
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Ne, das ist es für mich eben nicht, für Dich wohl schon, aber ich möchte meinen Hund nicht anschnauzen oder etwas hinterherwerfen müssen, nur damit er hört, ich möchte das mein Hund das tut, was ich möchte und das mit einer riesen Freude..
Davon redet kein Mensch. Mein Hund hört auf ganz normal gegebene Befehle. Dass ich Discs benutzt habe, schließt nicht aus, dass er freudig das tut, was ich möchte. Überhaupt nicht.
Ich glaube, du interpretierst viel zu viel in ein paar geschriebene Worte hinein. Deine Absicht ehrt dich, aber denk mal drüber nach, dass deine selektive Wahrnehmung -geprägt durch deinen jetzigen Hund- nicht der allgemeinen Realität entsprechen muss, und dass andere Leute sich auch theoretisch und praktisch mit Erziehung auseinandersetzen.
Grüßle
Silvia