Beiträge von souma

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    Ihr könnt mir glauben, dass ich mir deswegen schon genug Vorwürfe mache !

    Das glaube ich Dir, ohne Dich, Deinen Welpen und Deine Umstände zu kennen. Denn wenn dem nicht so wäre, würdest Du Dich hier wohl kaum der Diskussion stellen. :roll:

    Ich kann Dich auch voll verstehen, dass Du nach einer Woche Schlafentzug, wo alles anders läuft, als geplant, durchaus nach Alternativen suchst. Und finde es persönlich klasse, dass Du das aktive Gespräch mit Hundehaltern und der Züchterin suchst. :gut:

    Obwohl ich seit 30 Jahren Hunde um mich rum habe, habe ich auch irgendwie unterbewußt sehr schnell wieder verdrängt, was ein Hundewelpe im Haus bedeutet. :D

    Bevor unsere gemeinsame Welpin einziehen durfte, habe ich meinen Partner noch ganz genau auf die bevorstehenden Wochen und Monate "eingeschworen", die uns noch so bevorstehen. Aber als sie dann da war, habe ich auch oft genug gedacht: "Eeeecht, sooooo anstrengend war das mit einem kleinen Hund???!!!" :lol:

    Allerdings wußte ich, dass das nur eine Sache von Wochen und Monaten ist und nun haben wir unsere Traumhündin. Dazu bedarf es sehr viel Geduld und Ausdauer, die mein Partner, wenn er im Nachhinein ehrlich ist, alleine nie gehabt hätte. Aber nun stolziert er mit unserer Hündin rum und ist ganz begeistert von ihr. ;)

    Manche Hunde sind sehr gesprächig und ich würde sagen, ein pubertierender Terriermix (so sieht Deiner jedenfalls auf dem Foto aus) gehört auch eher zu dieser Sorte. ;)

    Was mir bei Deiner Beschreibung aufgefallen ist, dass Du es hauptsächlich unterbindest, sei es passiv durch Ignorieren oder aktiv durch Kommandos, auf den Platz schicken, aussperren. Das finde ich erst einmal auch die richtige Vorgehensweise, aber ...

    ... einem Brabbelchen sollte man das Maul nicht nur verbieten. :D

    Meine Colliehündin gehört rassebedingt auch zu den kommunikativen, man kann sich mit ihr den halben Tag in den unterschiedlichsten Tönen fast unterhalten. :lol:

    Daher habe ich in meiner Erziehung darauf geachtet, dass es nicht zu einem kläffenden Etwas oder einem wehleidig jammernden Häufchen ausartet und ich dieses Verhalten (zumindest halbwegs) kontrollieren kann.

    Dazu habe ich zuerst einmal ihren freudigen Drang zum Lautgeben aufgegriffen und in Trainingssituationen, also in entspannden von mir heraufbeschworenen Momenten, auf Kommandos umgelenkt. Auf Kommando Bellen hat sie in ca. 3min gelernt, das Fiepen auf Kommando hat länger gedauert (und kann sie bis heute nicht 100%).

    Dann habe ich ihr schrittweise beigebracht, auf Kommando immer länger still zu sein.

    Ein weiterer wichtiger Faktor bei uns war auch, dass meine Hündin Ruhe lernt, denn das fiel ihr unglaublich schwer (und hatte auch nix mit zu wenig Auslastung zu tun). Meine Hundetrainerin hatte da die für uns passende Methode: Nicht aussperren durch Tür zu (denn sie soll sich ja in meiner Gegenwart enspannen) oder auf den Platz schicken (denn dann muss ich ja die ganze Zeit darauf achten, dass sie da auch liegen bleibt), sondern ein durch ein Gitter o.ä. abgesperrten Bereich einrichten, aus dem sie mich sehen kann und in den sie kommentarlos verfrachtet wird, wenn sie überdreht, und der kommentarlos wieder geöffnet wird, wenn sie entspannt rumliegt. Hat bei uns innerhalb kürzester Zeit Wunder gewirkt!

    Man sollte also je nach Situation entscheiden, wie man nun am Besten auf das Gequengel reagiert und nicht nur stur DIE Erziehungsmethode verfolgen. Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen.

    Erst einmal finde ich es klasse, dass Du Dir Gedanken über die rassetypischen Erkrankungen Deines Wauzies machst und nach möglichst vielen Alternativen suchst, wenn Sie Euch denn betreffen würden. :gut:

    Und Hunderollstühle finde ich persönlich eine gute Alternative. Sicherlich wird der Hund mit dem Absetzen von Kot und Urin seine Schwierigkeiten haben, aber das ist wahrscheinlich nicht wirklich (s)ein Problem. Solange ein Hund lebenslustig die Welt anschaut, sollte man sein Möglichstes tun, ihn die Welt anschauen zu lassen.

    Allerdings muss man die spezifischen Umstände berücksichtigen und dann sehr feinfühlig entscheiden: ob der Hund einen Hunderollstuhl überhaupt akzeptiert, es die ausreichende Möglichkeit gibt, diesen zu nutzen (bei einem großen Hund in einer Etagenwohnung sieht das schon anders aus) und ob man selber bereit ist, diesen durchaus nicht geringen Aufwand tagtäglich zu bewerkstelligen.

    Auf jeden Fall würde ich persönlich nicht meinen, nur an mich zu denken, wenn ich mich dafür entscheide und wir alle damit klar kommen.

    Das ist ja eine süße Maus! Klasse, dass Euer Herz für einen TH so dolle schlägt.

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    Kann man das einem Hund denn zumuten? Vom TH hierher und vllt in 1 oder 2 Monaten schon wieder Umzug?

    Ich denke schon, dass die meisten Hunde damit wenig Probleme haben (natürlich vorausgesetzt, der Hund ist nicht sonderlich problematisch bzgl. Änglichkeit, Aggressionen o.a.).

    Für mich wäre die Frage, ob ICH mir das zumuten will/kann, wesentlich entscheidener. :D

    Denn ein Zusammenzug mit Partner bringt schon einiges an persönlicher Umstellung mit sich, was mir persönlich erst einmal genug an "Aufregung" wäre. Und ein zweiter Hund muss sich ja auch erst einmal seinen Platz finden inkl. unerwarteter Problemchen, die er macht bzw. die die Hunde untereinander haben.

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    der hund ist ein rudeltier, den kann ich nicht einfach so ausschließen. ganz einfach.

    So rigeros würde ich das nicht sehen. Nur weil der Hund vor der Schlafzimmertür schläft, ist er ja nicht gleich aus dem Rudel ausgeschlossen. :D

    Meine Hündin hat beides gelernt: Bei mir darf sie im Bett schlafen, bei meinem Partner muss sie vor der Tür schlafen. Bei mir darf sie im Bett schlafen, weil es mich nicht stört bzw. weil ich es angenehm finde, sie ständig um mich rum zu haben, zu hören und ich, wenn ich mal schlafe, auch tief und fest schlafe. Bei meinem Partner muss sie vor der Tür schlafen, weil er vom leisesten Geräusch sofort hell wach ist und sie nachts ja auch öfter den Schlafplatz wechselt.

    Sie hat mit beidem keinerlei Problem, weil sie weiß, dass wir da voll und ganz hinterstehen. Sobald mein Partner da ist, legt sie sich freiwillig aufs Sofa oder ihrer Decke ausserhalb des Schlafzimmers, wenn sie müde ist; da muss man gar nichts sagen.

    Sie guckt nur ein wenig verdutzt, wenn sie mal umgekehrt bei mir raus soll oder bei meinem Partner liegen bleiben darf. :lol:

    Streichel und Kraulen annehmen will gelernt sein. :D

    Denn für Hunde untereinander ist das nicht unbedingt ein typisches Verhalten oder hast du Hunde schon mal kraulend und streichelnd gesehen? ;)

    Der eine Hund findet es trotzdem gleich toll, weil es ein Verhalten ist, was sein "neues" Rudel als Liebkosung selbstverständlich macht, aber die meisten Hunde müssen es erst nach und nach lernen, dass die Berührung mit der Hand gerade im Kopfbereich angenehm für diese Zweibeiner ist. :smile:

    Meine Hündin reagiert schon immer darauf mit beschwichtigtem Lecken dabei. Was mir lästig ist, so dass ich es aktiv in Grenzen halten muss und nach und nach akzeptiert sie es auch als "menschliches Miteinander".

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    Auf was hast du bei deiner Auswahl geachtet?

    Ich habe da keine faktischen Daten, die ich per Liste überprüfe. Denn durch langjährige Hundehaltung weiß ich, dass jemand einen Hund in kurzer Zeit "versauen" kann, durch Unachtsamkeit ein Hund "abhanden" kommen kann ...

    Daher schaue ich nur darauf, ob die Chemie sofort zwischen mir und dem Betreuer und auch zwischen meiner Hündin und dem Betreuer stimmt. :D

    Alles andere, wie lange der Hund da bleibt, wie viel es kostet, wie umständlich es ist, war für mich völlig zweitrangig.

    Wenn ich jemanden MEINEN Hund gebe, dann muss er innerhalb der ersten Sekunden schon mein Vertrauen haben und ich ihm gerne die Leine sofort übergeben. :smile:

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    ob ich da das vertrauen aufbauen kann weiß ich nicht. .

    Mmh, aber egal wie, Du musst Deinen Wauzi doch jemand anderem zeitweise überlassen, oder habe ich das falsch verstanden?

    Und natürlich hast Du recht, es ist schwer seinen Hund in andere Hände zu geben. Daher sollte man sich das genau anschauen, wie, was, wo. Dabei ist es m.E. allerdings ziemlich egal, ob derjenige gewerblich oder privat ist, wenn das Vertrauensverhältnis muss auf Anhieb stimmen.

    Ich habe meine Hündin schon in "fremde Hände" gegeben, wo es für sie eigentlich völlig egal, ob für ein paar Tage oder für viele Wochen, denn sie war gsd mit meiner bisherigen Auswahl immer völlig begeistert vom Gegenüber. :D

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    und denke, nur das ist richtig Entspannung für ihn.

    So unterschiedlich können Ansichten sein. :smile:

    Nach all meinen Hundeerfahrungen war für mich ein entspannter Hund, der locker an der Leine neben mir im Berliner Alltagsgewusel läuft, das Ziel für ein Leben mit Hund mitten in Berlin.

    Meine derzeitige Hündin musste zwar auch lernen, ohne Leine richtig gut zu hören und findet es natürlich klasse, wenn sie ohne Leine rumläuft.

    Aber angeleint mitten in einer Warteschlange in einer Shoppingmall ist sie die entspannesteste Hündin der Welt und läßt die Prinzessin raushängen, die alle Zurufe gelassen völlig ignoriert. :D