Hey,
ich bin ganz neu hier, und zwar weil ich ein kleines Problem habe.
Ich bin etwas hundeerfahren (13 Jahre Mischlingsrüde, ca 40cm Schulterhöhe) und lese zZ reichlich über Hunde (Pietralla, Miklosi, Feddersen-Petersen).
Ganz zufällig habe ich mich total in einen Tierheimhund verguckt als ich mal einfach so zum Gassigehen da war. Die Gute kommt aus Spanien, ist ein Dt. Schäferhund, und hat ihr Leben jeweils etwa zur Hälfte auf einem Industriegelände und in einem spanischen Tierheim verbracht. Da dieses Tierheim geschlossen wurde kam sie vor ca. einem halben Jahr hierher.
Trotz der Vorgeschichte ist sie absolut friedlich (außer evtl. gegen kleinere Hündinnen) und sehr auf Menschen bezogen.
Leider legt sie sich aber bei jedem Gassigehen in die Leine wie ein Schlittenhund. Und da nicht nur ich sie führen würde, sondern auch meine Mutter die nicht so viel Kraft und Masse hat ist kaum möglich sie zu uns zu holen, solange sie weiter so zieht. Daher möchte ich versuchen ihr einigermaßen Leinenführigkeit beizubringen, solange sie noch im Tierheim ist. Die Tierheimmitarbeiter sind ebenfalls dafür, da sie gemerkt haben das wir das Tier wirklich sehr mögen und sie ihr auch das Beste wünschen.
Sorry wegen der langen Vorgeschichte, ich komme zur Sache:
Mir ist egal ob sie später vor mir läuft, neben oder hinter mir, denn ich glaube nicht das sie zieht um ihren Willen durchzusetzen: Bleibe ich stehen um mir die Schuhe zuzubinden wartet sie geduldig an lockerer Leine, will sie abbiegen und ich gehe geradeaus folgt sie ohne Murren. Ich denke eher ihr fehlt einfach Auslauf; sie ist quasi nicht müde zu bekommen.
Jetzt ist die Frage, wie kann ich während der Gassigehzeit des Tierheims sinnvoll trainieren das sie ohne Zug an der Leine geht?
Bisher habe ich es bei jedem Gang, auch dem ersten, so gemacht: Raus aus dem Tierheim, und erstmal so lange mit ihr gesprintet bis ich nicht mehr konnte, damit das erste Adrenalin bei ihr abgebaut wird. Und dann ganz konsequent kommentarlos stehen geblieben wenn sie anfing zu ziehen.
Die ersten beiden Male habe ich immer gewartet bis sie wieder zu mir kam, was manchmal ne Weile dauern konnte, da sie erstmal alles im Bewegungsradius der Leine abschnüffelte, bevor sie sich an mir orientierte.
Das hat allerdings dazu geführt, das jedes Mal wenn Druck auf die Leine kam sie zurück kam, um mich lief, und sobald ich wieder anfing zu laufen wieder ins Geschirr sprang.
Also habe ich die nächsten beiden Male schon dann wieder einen Schritt gemacht sobald die Leine locker wurde, und dafür verbal gelobt. Das ging etwas besser, aber trotzdem sprang sie immer wieder ins Geschirr.
Meine konkreten Fragen:
1) Wenn ich am Anfang des Spaziergangs lossprinte mit ihr zieht sie auch dann noch wenn ich renne so schnell ich kann. Ist das schon zu viel Erfolgserlebnis für sie? Ich glaube nämlich nicht das ich auf dieses Rennen verzichten kann, da sie sonst zu energiegeladen ist.
2) Glaubt ihr ich komme mit Stehenbleiben zum Erfolg, oder soll ich besser mit Richtungswechsel arbeiten? Ich sehe mich dann allerdings schon 1,5 Stunden mit dem Hund auf 5m Straße vor- und zurücklaufen.
3) Ich habe noch nie geclickert, aber ich finde die Idee die dahinter steht ziemlich einleuchtend und würde das gerne mit ihr probieren. Würdet ihr den Clicker während des Spaziergangs konditionieren, oder besser hinterher wenn sie schon wieder im Zwinger ist? Ich tendiere zu letzterem, aber ich sehe mich auch schon von grinsenden Tierheimsmitarbeitern beobachtet ;-)
4) Wann wäre der richtige Zeitpunkt zu clickern?
Der genaue Ablauf aus Stillstand ist der Folgende:
a) Ich mache den ersten Schritt
b) Hund sprintet an und springt in die Leine
c) Ich bleibe stehen
d) Hund schaut in der Gegend rum oder schnüffelt im Umkreis der Leine, jeweils deutlicher Druck auf der Leine
e) Hund sieht nach mir, Leine entspannt sich
f) Hund kommt zu mir
Danke an alle die das bis hierher gelesen haben und mir gerne weiterhelfen möchten :-)
Liebe Grüße