Hallo liebe Forenmitglieder,
ich bin neu hier, lese aber schon seit einer Weile still und begeistert mit. Leider konnte ich aufgrund der Aktualität nicht alle bisherigen Einträge durchstöbern, dafür entschuldige ich mich schonmal im Voraus. Nun wäre ich jedoch für ein paar hilfreiche Einsichten wirklich sehr dankbar, denn der Zustand unseres heißgeliebten Familienhundes hat sich in letzter Zeit drastisch und recht unerwartet verschlechtert.
Zu unserem Liebling: "Wuschelchen" ist ein Appenzeller-Sennenhund-Rüde im stolzen Alter von fast 11 Jahren, der bei noch bei meinen Eltern wohnt. Schon im Alter von etwa 1 Jahr bekamen wir die Diagnose "HD-mittel" gestellt. Bislang haben wir uns ganz gut gehalten mit Nahrungsergänungsmitteln zum Knorpelaufbau, Spezialfutter und eingeschränkter Bewegung (keine Treppen, kein Springen etc.).
Vor etwa einem Jahr konnte "Wuschelchen" plötzlich nichtmehr selbstständig aufstehen, das Röntgenbild beim TA zeigte ziemlich kaputte Hüftknochen beiderseits. Mit Schmerzmedikamenten und anderen Futterzusätzen schien es Wuschelchen auch wieder ganz gut zu gehen, wobei die Tierärtzin damals schon meinte, dass er für eine Hüft-OP und die anstrengende Reha zu alt wäre. Seit dem späten Sommer bekommt er nun Cortison-Spritzen, die er nicht sonderlich gut verträgt. Die Spaziergänge werden immer kürzer, und er setzt sich sehr häufig hin. Trotzdem konnte ihn bis letzte Woche nichts vom Gassi-Gehen abhalten, er hat förmlich darum gebettelt.
Letztes Wochenende fing die Jammerei dann wieder verstärkt an, sodass am Montag die nächste Cortison-Spritze fällig war. Leider ist er am Montag Abend unglücklich ausgerutscht und gestürzt. Er ließ sich nicht anfassen, und der Transport zum Tierarzt mitten in der Nacht war eine Tortur, für Mensch und Tier. Da nichts weiter festgestellt wurde, bekam er wohl weitere Schmerzittel und durfte wieder mit nach Hause. Dienstag hat er fast komplett durchgeschlafen und fast nichts gefressen. Mittwoch morgen hatte er dann wieder Riesenhunger und wollte unbedingt Gassi gehen, was sogar erstaunlich gut klappte. Seit dem hat er meistens Schwierigkeiten, selbstständig aufzustehen und braucht rund um die Uhr Betreuung. Wenn er dann erstmal in Bewegung ist, klappt es eigentlich ganz gut. Geistig scheint er noch voll da zu sein, man sieht ihm seinen Bewegungsdrang direkt an und seinen Forderungen (z.B. leerer Futternapf) verleiht er auch lautstark Nachdruck.
Beim Tierarzt fiel letztens das böse Wort Einschläfern, aber ganz konkrete Einschätzungen dazu gab es wohl nicht (meine Eltern waren alleine da). Unser Hund wird übrigens in einer Tierklinik im Großraum Kassel betreut, die auf mich im Großen und Ganzen einen sehr netten und auch kompetenten Eindruck machen, aber für meinen Geschmack etwas zu sehr am "Lehrbuch kleben". Entscheidungen werden geradeheraus getroffen und Alternativen nicht erwähnt. :/
Natürlich möchte niemand, dass unser kleiner Liebling unnötig leidet, das ist selbstverständlich und innerhalb der Familie schon längst beschlossene Sache. Andererseits möchte keiner von uns den Hund zu früh auf seine letzte Reise schicken...
In diversen Threads hier habe ich gelesen, dass man es zum Einen seinen Tieren "ansehen" soll, wenn sie gehen möchten - ich habe nur irgendwie Schwierigkeiten damit, dies Bild mit Wuschelchens wachen Augen zu vereinbaren.. - Zum Anderen heißt es bei den meisten HD-Berichten, dass dies an sich kein Einschläferungsgrund sei.
Natürlich kann uns niemand diese schwere Entscheidung abnehmen, aber für ein paar Anregungen oder hilfreiche Tipps, ob und was man noch zur Unterstützung machen könnte, wären wir alle wirklich sehr dankbar. Vielleicht kann jemand aus seinem Erfahrungsschatz erzählen.
Vielen Dank an alle Hilfswilligen.