Polyurie / Polydipsie (PUPD) kann noch viel mehr Gruende haben als nur Diabetes, und bei einem 5 Monate alten Hund waere jetzt Diabetes (mellitus) auch nicht an oberster Stelle der Differentialdiagnosen.
Meistens ist es eine primaere Polyurie das heisst, der Hund muss viel pinkeln, weil er/sie den Urin nicht richtig aufkonzentrieren kann, und die Polydipsie (viel Trinken) ist sekundaer, weil der Hund den Fluessigkeitshaushalt damit ausgleicht.
Differentialdiagnosen (keine vollstaendige Liste) koennen z.B.sein:
- Nierenprobleme (z.B. chronische Niereninsuffizienz, nicht-ansprechen der Niere auf antidiuretisches Hormon, Nierentumoren, Pyelonephritis, interstitielle Nephritis, congenitale Nierendysplasie etc)
- endokrine Probleme (z.B. Cushings, Hypoadrenocortizismus, Diabetes insipidus)
- Hypercalcaemie (z.B. bei Tumorerkrankungen)
- Pyometra
- Leberprobleme
Ich finde es etwas seltsam, dass Dein Tierarzt ohne weitere Untersuchungen sagt, es sei nichts Schlimmes. Es scheint ja bei Deiner Huendin doch recht ausgepraegt zu sein.
Ich wuerde mal mit einer Unrinuntersuchung anfangen. Das ist nicht invasiv und billig. Das spez. Gewicht kann darueber Aufschluss geben, ob die Nieren ueberhaupt Urin konzentrieren koennen oder nicht. Glucosurie (Zucker im Urin) weist auf Diabetes hin, und Proteinurie auf Glomerulonephritis.
Zusammen mit einer gruendlichen klinischen Untersuchung kann der TA dann weitere Untersuchungen einleiten, wenn noetig (z.B. Blutbild, Nierenultraschall, Untersuchungen des endokrinen Systems).
Einem Hund, der Urin nicht konzentrieren kann (z.B. bei chron. Niereninsuffizienz) das Trinkwasser zu rationieren ist ueberhaupt keine gute Idee und kann grade so junge Hunde recht schnell dehydrieren. Da waere ich also etwas vorsichtig.
Eine Ferndiagnose kann hier keiner stellen, aber so starke klinische Symptome bei einem so jungen Hund lassen einen angeborenen Defekt vermuten. Das wuerde ich abklaeren lassen, und wenn es sich bewahrheitet auf jeden Fall mit dem Zuechter Ruecksprache nehmen...