Beiträge von Fensterblatt

    Ein Halti ist für den Hund vorhanden, aber ich möchte es gerne ohne schaffen. Als letzter Ausweg steht es zur Verfügung.

    Fotos kann ich jetzt noch leider keine einstellen, da ich dafür das Einverständnis der Besitzer benötige. Aber vom Aussehen her ähnelt er einer Mischung aus Schäferhund (Vor allem die Ohren) und dem Herdenschutzhund Cao da serra da estrela (Körperbau, Fellfarbe, Zeichnung, Schnauze, langhaarig). Ich bin lediglich der, der mit dem Tier spazieren geht und im gleichen Haushalt wohnt. Direkte Konfrontation vermeide ich, indem ich meist die Straßenseite wechsel, wenn ein Hund kommt, bzw. auf Feld und Wiesen ausweiche, so weit möglich. Allerdings halte ich es nicht für klug der Konfrontation völlig aus dem Weg zu gehen und z. B. die Richtung zu wechseln. Unter Umständen löse ich dann in ihm möglicherweise das Gefühl aus, dass es sich bei dem anderen Hund tatsächlich um eine Gefahr handelt vor der man flüchten muss, bzw. vor der ich flüchte.
    Und die Belohnung ist bei ihm eben sehr schwierig, da er weder auf Lob noch auf Leckerchen anspringt. Mit Laufen an dieser Stelle zu belohnen würde wahrscheinlich wieder einer Flucht gleichkommen.
    Kann sein, dass ich mit meinen Überlegungen falsch liege, aber das sind so meine ersten Gedanken dazu.

    Btw.: Die Frage zum Clickern habe ich hoffentlich erfolgreich über eine private Nachricht vermittelt. Falls nicht beantworte ich sie gerne auch noch mal hier.

    Nein, er nimmt überhaupt keine Leckerchen und ist ohnehin ein sehr sparsamer Fresser und schlingt auch überhaupt nicht. Das Futter kann manchmal den ganzen Tag vor seiner Nase stehen, ohne dass er es anrührt.

    Beim Clickern bin ich mir unsicher, ob ich das anwenden möchte. Ich habe Positives wie auch Negatives dazu gehört.
    Aber die Idee ihn mit laufen zu belohnen ist ganz interessant. Ich weiß zwar noch nicht genau wie ich z. b. die Verbindung zwischen bei Fuß laufen und der dann folgenden Belohnung hin bekomme, aber da mache ich mir mal Gedanken drüber.
    Im Garten ist es im Übrigen genau wie bei Spaziergängen. Er achtet nicht auf andere, bzw. geht er auf rufen nicht mit in den Garten, sondern verzieht sich dann regelrecht, als würde er sich vor irgendwas fürchten.

    Vielleicht muss ich auch noch dazu sagen, dass ich nicht davon ausgehe, dass er andere Hunde anfallen würde. Er macht nur ein riesiges Theater.

    Hallo zusammen.

    Ich lebe derzeit mit einem furchtbar liebenswerten Hund zusammen, der sich aber leider nur sehr schwer an der Leine händeln lässt. Es handelt sich hierbei nicht um meinen Hund, dennoch habe ich vor etwa zwei Monaten die täglichen Spaziergänge mit ihm übernommen. Meiner Meinung nach handelt es sich bei ihm um einen Hirtenhund. Die Rasse nennt sich "Serra da Estrela". Sicher bin ich mir allerdings nicht.

    Im Haus gibt es keine Probleme mit ihm. Zumindest keine, über die man nicht hinweg sehen kann.
    Allerdings geht das Dilemma los, sobald man mit ihm vor die Tür geht. Während er im Haus gelegentlich von sich aus dazu auffordert ihn zu streicheln oder sich mit ihm zu beschäftigen, ist er an der Leine wie ausgewechselt. Dann wird man regelrecht ignoriert und ist, wie die Überschrift schon sagt, nur noch etwas höchst lästiges, dass man hinter sich her schleifen muss. Mit seinen über 50 Kilo ist er dann auch nur sehr schwer zu halten.

    Wenn dann auch noch ein anderer Hund (angeleint) entgegen kommt ist sämtliche Körperkraft gefragt, um ihn davon abzuhalten auf den anderen Hund zu zulaufen. Beruhigen lässt er sich dann nicht mehr, er bellt, springt und zerrt, sodass man aufpassen muss nicht hinzufallen. Fällt man wird man gnadenlos über den Boden geschliffen.
    Das sorgt natürlich auch für Unmut und erschreckt andere Spaziergänger. Wer würde sich nicht erschrecken, wenn ein riesiger und sehr imposant wirkender Hund plötzlich sein Herrchen über den Asphalt zieht und auf einen zugelaufen kommt?
    Laufen Hunde frei ist er ebenfalls sehr aufgeregt, bleibt aber in "sicherem" Abstand zu den Hunden stehen und manchmal geht er sogar rückwärts, was mich zu der Annahme bringt, dass andere Hunde ihn einfach furchtbar unsicher machen und er Angriff als die beste Verteidigung ansieht. Bei frei laufenden Hunden und Hunden hinter einem Gartenzaun habe ich es mittlerweile geschafft, dass er zwar grummelt, aber mit mir weiter läuft. Hunde an der Leine sind allerdings weiterhin eine Katastrophe.

    Aber auch wenn keine Hunde in der Nähe sind hat der Große nur laufen im Sinn. Schnüffeln und Geschäft verrichten scheinen nebensächlich. Er will einfach nur laufen, laufen, laufen. Schritttempo ist dabei für ihn zu langsam, sodass er ständig an der Leine zieht und ich mittlerweile dazu übergegangen bin mit ihm zunächst ein Stück zu joggen, da für Hunde ohnehin ein leichter Trab die angenehmste Gangart ist. Nach ca. 1 - 1,5 Kilometern ist er dann müde genug, um etwas langsamer zu gehen und schon mal hier und da zu schnüffeln. Für mich heißt das nach wie vor ein strammer Marsch und sobald er sich wieder etwas erholt hat will er gerne auch wieder schneller laufen.
    Frei laufen lassen ist für ihn leider gar nicht möglich. Er würde einfach weglaufen und nicht mehr auf mich achten.

    Dazu hat er dann noch einen ausgeprägten Jagdtrieb, sodass man während des Spaziergangs manchmal plötzlich von den Füßen gerissen wird, weil er eine Maus in einem Grasbüschel gesehen hat und plötzlich hingesprungen ist.

    Da es sich hierbei um einen Hund mit einer nicht sehr angenehmen Vergangenheit handelt, der viel durchgemacht hat und sicher auch nicht immer positive Erfahrungen mit Menschen machen musste, sich aber trotzdem ein sehr liebenswertes und freundliches Wesen bewahren konnte, möchte ich ihn unter keinen Umständen für Fehlverhalten bestrafen indem ich ihn dominiere, schlage, an der Leine rucke oder ihn ausschimpfe. Positive Verstärkung wäre mir sehr viel lieber.
    Mit meinem Latein bin ich allerdings mittlerweile am Ende, weil er eben kein bisschen auf mich achtet, Lob scheint ihn nicht zu interessieren (wenn er mal etwas richtig gemacht hat, die Aufmerksamkeit bei mir hat, etc. versuche ich das immer sofort mit Lob zu verstärken) und Leckerchen nimmt er ebenfalls keine an (egal ob z. B. selbst gebackene Leber-Fisch-Plätzchen, verschiedenste gekaufte Leckerchen, Fleischwurst, Käsestücke, rohes Fleisch, ... alles schon versucht).

    Ich hoffe jemand hat einen Rat für mich, wie die Spaziergänge für uns beide angenehmer gestaltet werden können. Mein Wunsch wäre es für den Hund eine Vertrauensperson zu werden, sodass er keine Angst mehr vor fremden Hunden haben muss, wenn ich bei ihm bin und meinem Urteil vertraut, wenn ich ihn bitte langsamer oder dichter bei mir zu laufen.