Beiträge von macmeier

    Wir haben auch seit Ende August eine kleine Spanierin und sind total glücklich mit ihr.

    Von diesem Standpunkt aus gesehen würde ich auch auf ein Probewochenende verzichten. Denn wem soll das was bringen ? Das Tier hat nur Stress, weil es für eine kurze Zeit das gewohnte Umfeld und die gewohnten Menschen verläßt. Der Hund kennt so was wie ein Probewochenende nicht.

    Für euch ist es auch sinnfrei, denn das Tier braucht wirklich ein paar Tage, um angekommen zu sein. Das Verhaltensrepertoire unserer Hündin hat sich ganz schnell von einer kleinen Angsthäsin zu einer selbstbewussten, aber nicht dominanten Hünden entwickelt, weil sie Vertrauen gefasst hat.

    Das Melden von Besuch ist normal und gehört zu den Aufgaben, die der Hund meint übernehmen zu müssen. Wenn dann konsequent geklärt ist, dass ihr euch um Besucher und Wohnraum kümmert, ist das ganz schnell geregelt.

    Das Ziehen an der Leine kommt in der Regel daher, dass der Hund nicht lernt, auf einen zu achten. Er ignoriert dann den Menschen und versucht, in die Richtung zu ziehen und zu zerren, in die er will.

    Zu diesen ganzen Themen kann ich nur das Buch von Holger Schüler "Wir verstehen uns" ans Herz legen. Ich hätte mir viel andere Literatur ersparen können, wenn ich mir das zu erst geholt hätte.

    Mir wurde so auch die Lösung zu einem Problem bewusst, welches ich hier im Forum geschildert hatte: Warum der Hund mir wegläuft unter Stress und bei meiner Frau bleibt. Jetzt arbeite ich daran und merke in kürzester Zeit eine enorme Verbesserung.

    Viel Spaß mit eurem Hund !

    Ja, unsere Tonita ist wirklich toll. Sie kam als Welpe direkt ins Tierheim nach Spanien und von da aus nach Deutschland, wo sie in einem großen Rudel lebte.

    Ihr Problem war nicht, dass sie was schlechtes erlebt hatte. Ihr Problem war, dass sie nichts erlebt hatte. Und dafür haben wir viel erreicht.

    Sie ist freundlich zu Menschen und allen anderen Tieren. Sie läßt sich von Kindern streicheln, kommt mit Katzen und Pferden zurecht, lässt Radfahrer und Jogger in Ruhe und läßt sich auch immer direkt zurück rufen (wenn ich nicht mit ihr alleine bin).

    Meine Frau ist dabei, sich in der Strenge anzupassen. Ich versuche, lockerer zu sein. Dann dürften wir den Mittelweg erreicht haben.

    Danke für die schnelle Antwort.

    Ich nutze verschiedene Leinen. Wenn es z. B. in den Ort geht oder zum Pipimachen um die Ecke, wird die kurze Leine genutzt. Dann wird auch einfach nur gegangen, straight durch. Die Schleppleine verwende ich, wenn ich mit ihr in die Parkanlage gehe. Ich mache die auch in der Regel nicht ab. Aber manchmal möchte ich einfach antesten, ob sie bleibt oder wieder wegläuft.

    Gerade der Gang in die Stadt, der vorher fast überhaupt nicht funktionierte, klappt langsam immer besser, weil sie ihre Angst abbaut.

    Du hast recht - es läuft eigentlich dann am besten, wenn ich sie an die kurze Leine nehme und einfach "nur mal" gehen möchte und mir alle anderen Hunde egal sind. Dann ist sie auch entspannter.

    Meine Frau hat sich von Anfang an deutlich weniger um die Erziehung gekümmert, bzw. sich keinen großen Kopf darum gemacht. Sie ist einfach los mit ihr und gut. Dadurch ist sie auch viel lockerer.

    Sie hat hingegen eher das Respektproblem. Tonita erlaubt sich bei ihr Sachen, die sie sich bei mir nie trauen würde. Bei mir genügt meist ein Blick oder eine kurze Reaktion, um ein nicht gewolltes Verhalten zu unterbinden, bei meiner Frau stehen die Schlappohren oft auf Durchzug.

    Den größeren Respekt hat sie eindeutig bei mir; die größere Bindung zu meiner Frau.

    Ich denke, dass ich persönlich einfach ein Problem mit meiner Erwartungshaltung habe. Das wird mir jetzt auch deutlicher, während ich die Zeilen hier schreibe. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als mit ihr ohne Stress und ohne Leine durch die Gegend zu ziehen. Wir haben bei uns viele Feld- und Waldwege, wo der Hund sicher ohne Leine laufen kann.

    Hört das Verhalten denn ab einem bestimmten Alter auf ?

    Vielleicht muss ich einfach in Kauf nehmen, dass sie bei mir halt nur mit Leine geht und der Kontakt zu anderen Hunden nicht in der Größenordnung statt finden wird. Ich lasse mich halt nur immer kirre machen, wenn ich lese, dass die Hunde ja viel Kontakt zu Artgenossen brauchen und mal Gas geben müssen, usw.

    Hallo zusammen,

    wir haben seit Ende August eine kleine Spanierin namens "Tonita". Die Kleine ist zehn Monate alt, wirklich lieb, süß und gelehrig. Aber es gibt eine Sache, die mich im Moment ziemlich verzweifeln läßt...

    Wenn meine Frau mit dem Hund unterwegs ist oder auf Spaziergängen mit dabei ist, bleibt der Hund auch.

    Wenn ich mit ihr alleine gehe, die Leine abmache und ein anderer Hund auftaucht, läuft sie - schwupps ! - nach Hause. Sie läßt sich von mir dann auch nicht mehr zurückrufen.

    Meine Frau ist im Moment arbeitssuchend und den ganzen Tag zu Hause. Dementsprechend groß ist auch die Bindung zu ihr. Ich gehe trotz der Arbeit dennoch so oft wie möglich mit dem Hund alleine oder begleite meine Frau. Wir haben auch schon zwei gemeinsame Wanderungen gemacht, die alle ohne Probleme verliefen.

    Ich nutze die Schleppleine, versuche es mit Leckerlies, spiele und schmuse mit ihr und versuche auch generell alles, um einen Spaziergang interessant zu gestalten. Ich merke aber dennoch, dass Tonita ganz anders ist, wenn ich mit ihr alleine unterwegs bin. Sie ist dann oftmals unentspannt.

    Bei Hunden, mit denen sie sonst gerne spielt, ist sie abweisend bis ängstlich. Wenn meine Frau dabei ist, spielt sie ausdauernd und gerne. Man merkt ihr dann an, dass sie längere Zeit in einem größeren Rudel verbracht hat und die Regeln kennt. Sie kann sich kann sich durchsetzen, wenn es ihr zu bunt wird und nachgeben, wenn es sein muss.

    Bin ich mit ihr alleine ist sie komplett anders.

    Ich bemühe mich immer um eine entspannte Atmosphäre und versuche immer, locker und freundlich an der Leine zu sein und Sicherheit zu vermitteln. Wohl wissend, dass ich als Herrchen wahrscheinlich der Grund für ihre Angespanntheit bin. Vielleicht sehe ich die Dinge auch zu verkrampft in meinem Bemühen, alles richtig zu machen.

    Auf der Habenseite kann ich verbuchen, dass sie mir mittlerweile auch draußen ohne Leine gut folgt und sie auch nach dem Pipimachen "um die Ecke" bei mir bleibt und nicht mehr alleine nach Hause rennt. Sie ist nicht mehr so ängstlich wie am Anfang, kann alleine bleiben, fährt gerne Auto und beherrscht die Grundkommandos.

    Aber sobald wir zwei alleine sind und ein anderer Hund auftaucht ist, gibt sie Fersengeld.

    Das belastet mich wirklich sehr.

    Ich habe die Hoffnung, dass sich das alles gibt, wenn sie aus der Junghund-Phase raus ist und das im Moment an der offensichtlich geringeren Bindung liegt. Ich hatte auch schon mal überlegt, in einen sicheren fremden Bereich zu fahren (z. B. Rheinwiesen), wo der Hund sich nicht auskennt und eben nicht nach Hause rennen kann. Allerdings mache ich mir da Sorgen, dass sie ganz abhaut.

    Sie ist unser erster Hund, so dass mir da die Erfahrung fehlt. Habt ihr Tipps für mich ?